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Gennach

18.06.2018

Vandalismus in Gennach oder eine gezielte Attacke?

Mehrere Bienenstöcke in Gennach wurden zerstört.
Bild: Weber

In Gennach werden mehrere Bienenstöcke zerstört. Ein Hobbyimker erstattet jetzt Anzeige. Auf die Täter wartet ein hohes Bußgeld.

Marian Weber traute seinen Augen nicht, als er am Samstag, 9. Juni, gegen 9 Uhr nach seinen Bienenvölkern schaute. Mit Entsetzen stellte er fest, dass diese mutwillig umgeworfen und dabei beschädigt worden waren. Die Bienen waren so verstört, dass er stundenlang nicht in ihre Nähe gelangen konnte.

Der 20-jährige Hobby-Imker hat gemeinsam mit seinem Bruder und einem weiteren Freund aus Gennach im September vergangenen Jahres mit der Imkerei begonnen. Das Imkertrio hat mittlerweile drei Standorte im Dorf mit insgesamt 16 Völkern. Die Gennacher Einwohner sehen das überwiegend positiv. Viele sagen, dass nun Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume in einem Ausmaß erblühen, wie es seit vielen Jahren nicht der Fall war. Die Aufstellung der Bienenstöcke wurde von der Gemeinde genehmigt. Der übel verwüstete Imkereistand war seit März direkt an einem Trampelpfad im Anschluss an den Hausgarten von Marian Weber im Blumenweg aufgestellt.

Die Stöcke komplett durch die Gegend geworfen

Eine oder mehrere Personen haben die selbst gebauten Stockkästen, in welchen im Durchschnitt 50.000 Bienen behaust sind, nicht nur umgestoßen, sondern komplett durch die Gegend geworfen. Auf jedem der Kästen ist der Name des Besitzers eingraviert, sodass der Täter definitiv wusste, wen er schädigen würde. Für Weber ist dies in einer Dorfgemeinschaft, in der eigentlich jeder jeden zu kennen vermag, absolut unbegreiflich. Er hat deshalb umgehend eine Anzeige bei der Polizei erstattet.

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Der reine Sachschaden geht in den vierstelligen Eurobereich, denn die Bienenkästen wurden eigens angefertigt, allein für die mehr als 100 verschiedenen Aufsätze – Unterböden mit Einflugkasten, mehrzähliger Stockaufsatz, Futteraufsatz, Deckel – wurden etliche Stunden Arbeit investiert. Der Unterstand wurde extra angefertigt, aufgestellt und mit entsprechenden Bepflanzungen versehen. Weber fragt sich nun, was hinter dieser Tat stecken könnte, denn keinem der direkten Nachbarn störte der Standort.

Es war kein Lausbubenstreich

Der Trampelpfad hinter seinem Grundstück wird auch nicht von anderen Bewohnern benutzt. Weber schließt somit einen Lausbubenstreich durch zufällige Entdeckung der Bienenkästen aus. Es gab zur fraglichen Tatzeit auch keine Jugendparty in der Nähe. Wer kann also etwas gegen Bienen haben, deren Nützlichkeit doch außer Frage steht?

„Mir geht es nicht einmal um die eingesetzten Materialien. Der einzige Gedanke liegt hierbei bei den Bienen selbst, welche in so langer Zeit aufwendig aufgezogen wurden. Pro Volk sind das durchschnittlich 50.000 Lebewesen“, sagt Weber und verweist darauf, dass die Bienen auch gesetzlich geschützt sind. Für das Fangen, Verletzen oder Töten von Wildbienen, sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten sieht das Naturschutzgesetz ein Bußgeld bis zu insgesamt 50.000 Euro vor.

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