1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Vergnüglich und wirklich witzig

Theater

06.03.2013

Vergnüglich und wirklich witzig

Copy%20of%20Karl_und_Maria.tif
3 Bilder
Karl und Maria, gespielt von (von links) Dieter Schmittner und Lore Seitz.

Elf Laienschauspieler der Schlossbergbühne Scherstetten zeigen das Lustspiel „Die Falsche im Arm“

Scherstetten Die Aufführungen der Schloßbergbühne Scherstetten sind seit Jahren ein Highlight im Kulturprogramm der Staudengemeinden. Warum das so ist, das können die Zuschauer im aktuellen Stück „Die Falsche im Arm“ von Wolfgang Bräutigam selbst herausfinden: Glücklich verheiratet sind sie – der Schneidergeselle Toni Anrainer und seine Gerda (gespielt vom Ehepaar Armin und Irmi Kraus) – aber leider mittellos. Da trifft es sich gut, dass Tonis Ehefrau ein Grundstück erben soll. Diese Hinterlassenschaft ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass Gerda wohlhabend verheiratet ist. Der ständigen Geldsorgen überdrüssig, gibt sie ihren Toni im Antwortschreiben an den Notar kurzerhand als Schneiderfabrikanten aus. Als die Richtigkeit der Angaben mithilfe von Sieglinde Hofer (Carmen Dölle) überprüft werden sollen, droht der Schwindel aufzufliegen. Die Vortäuschung falscher Tatsachen stiftet allerlei Verwirrung.

Aber die Gerda und der Toni wissen sich zu helfen. Für den Kontrollbesuch sollen Gerdas Schulfreundin Sabine (Tanja Deschler) und Tonis bester Freund Max (Matthias Deschler) als Hausmädchen und Butler einspringen. Selbst der Postbote Karl Schnellinger (Dieter Schmittner) wird eingespannt. Doch leider ist Frau Hofer nicht der einzige Überraschungsbesuch und dann nehmen die Verwechslungen und Verwicklungen ihren Lauf. Das Ergebnis ist ein handlungs- und ideenreiches Lustspiel, das den Zuschauer über die gesamte Spieldauer in seinen Bann zieht.

„Die Falsche im Arm“ sollte man sich nicht entgehen lassen. Schon allein, um den Vollblutschauspieler Armin Kraus als gewitzten und doch liebenswerten Toni agieren zu sehen. Perfekt ergänzt ihn die vielseitige Irmgard „Irmi“ Kraus als Gattin Gerda, die das Publikum mit ihrem ehrlichen, charmanten Spiel um den Finger wickelt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch Matthias Deschler gewinnt mit seiner überzeugenden Darstellung des verschmitzten, gutmütigen Freundes Max die Gunst der Zuschauer, ebenso wie die wandlungsfähige Tanja Deschler als Gerdas Freundin Sabine. Carmen Dölle mimt die Kontrolleurin Sieglinde Hofer herrlich hochdeutsch versnobt.

Die Rolle des „bayerischen Postbeamten Karl Schnellinger im Dienst“ ist Dieter Schmittner auf den Leib geschrieben und erntet verdientermaßen viel Szenenapplaus. Gekonnt urkomisch spielt auch Gisela Appel die Nachbarin und Dorfratschen Gretl.

Amtsdeutsch mit nervösen Zuckungen

Besonders im Plausch mit Lore Seitz als Tonis Mutter Maria, die an aussagekräftiger Mimik und Gestik kaum zu übertreffen ist. Martin Schreiegg als Notar Paul Schöner trägt sein Amtsdeutsch mit nervösen Zuckungen so authentisch vor, dass man ihm den Laien im Laienschauspieler kaum abnimmt.

Der Wutausbruch von Bürgermeister Moser, den Stefan Lange meisterhaft hintertrieben verkörpert, hätte auch den Letzten im Saal aufgeweckt, aber es ist ja keiner eingeschlafen, zu aufregend war der Handlungsverlauf mit allen Wendungen. Und das bis zum Schluss, als die zauberhafte Manuela Heckl alias Anna Hofer die Spannung mit viel Fingerspitzengefühl noch fast bis ins Unerträgliche steigerte.

Höchst vergnüglich und wirklich mitreißend bis zur letzten Minute ist „Die Falsche im Arm“ und genau deshalb das richtige Stück für das Team der Schlossbergbühne Scher–stetten.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an digital@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%202018-04-12_5%20Jahre%20KuZ%20Graben_1(1).tif
Graben

Seit fünf Jahren mehr als eine Bücherei

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket