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Landkreis Augsburg

04.10.2013

Verschwundene Tiere: Wer sind die unbekannten Katzenfänger?

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2 Bilder
Fiona (links) und Peterle von Familie Hund in Klosterlechfeld werden noch vermisst.
Bild: Fa. Hund

Die Polizei kennt bislang keine Entführungsfälle, doch die Gerüchte und Veschwörungstheorien um Katzenfänger halten sich hartnäckig. Tiere sollen gezielt entführt worden sein.

„Kleine weiß/rot/graue Katze entlaufen.“ Inserate wie dieses erscheinen wöchentlich in der Zeitung. Wo sich der Streuner herumtreibt, bleibt dem suchenden Besitzer meist verborgen. Manchmal kehrt die Katze gar nicht mehr zurück.

Verschwörungen über Katzenentführungen

Genau dann brodelt die Gerüchteküche. Wie kann es sein, dass ein Tier, das sonst zuverlässig und treu nach jedem Ausflug zurückkehrt, plötzlich verschwindet? Oftmals werden Katzen überfahren, das ist ein trauriges und ärgerliches Ereignis für den Tierfreund. Doch in vielen Fällen – genau dann, wenn die Katze eben nicht gefunden wird – werden Mutmaßungen laut, dass die Tiere gezielt entführt werden, um möglicherweise für medizinische Tierversuche weiterverkauft zu werden. Ob tatsächlich ein lukrativer Katzenmarkt existiert, ist allerdings fraglich.

Franziska Hund kennt die Verschwörungstheorien. Drei ihrer Katzen sind innerhalb eines Jahres in Klosterlechfeld verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Zuletzt Ende August. „Es ist schon seltsam“, sagt sie. Die zwei älteren Katzen, die im Sommer 2011 und 2012 verschwunden sind, seien schließlich an den Ohren tätowiert gewesen.

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Wären sie im Tierheim gelandet, wäre Familie Hund benachrichtigt worden. Doch an eine Entführung glaubt sie nicht. „Auch meine Tierärztin hat gesagt, dass solche Theorien eher unwahrscheinlich sind.“ Schließlich sei es einfacher, Straßenkatzen in dichter bebauten Gebieten zu fangen, als auf dem dünn besiedelten Land.

Einmal nur war die Klosterlechfelderin vom Verhalten ihrer Katze überrascht: „Sie kehrte nach einem kurzen Ausflug total verstört zurück. Allerdings weiß man ja dann auch nicht, ob sie von Mensch oder Tier erschreckt wurde.“

Birgit Miller, Vorsitzende der Katzenhilfe Augsburg, kennt keine Fälle, bei denen Katzen gezielt eingefangen wurden. Nur ein einziges Mal hat eine Vermieterin die Katze ihrer Mieter gefangen und ausgesetzt. Sonst sind ihr keine Fälle beweisbaren Fälle bekannt.

Birgid Ahrens vom Freundeskreis Katze und Mensch glaubt hingegen daran, dass Katzenfänger in der Region aktiv sind. Für den südlichen Landkreis jedoch gibt sie, wie auch die Polizei, Entwarnung. Dort wurde weder dem Verein noch den Dienststellen eine Entführung gemeldet.

„Katzenfänger“-Theorie stößt auch auf Kritik

Im baden-württembergischen Schwaben hingegen sind Ahrens mehrere Fälle bekannt, bei denen zumindest auffällige Autos in Zusammenhang mit dem Verschwinden einer Katze in Zusammenhang gebracht wurden. Die Katzenfreunde erzählten sich von weißen Kastenwägen mit rumänischen Kennzeichen, sagt Ahrens. Mit Eimern als Kleidersammler getarnt oder ausfahrbaren Fangklappen am Fahrzeug sollen die Katzenfänger demnach arbeiten. Zum Anlocken der Katzen seien Sexuallockstoffe im Einsatz.

Birgid Ahrens verteilt Handzettel in den betroffenen Orten. Sie warnt damit vor einer Gefahr, die vielleicht gar nicht existiert. Doch es finden sich immer wieder Anhänger der „Katzenfänger“-Theorie. Was mitschwingt: Verschwörung und ein wenig Fremdenangst. Schließlich sind es im Regelfall keine Deutschen, die ihren Lebensunterhalt durch den Katzenfang verdienen.

Sie kommen von außerhalb und fallen in eine Region ein, in der die Katzen angeblich zuverlässig nach Hause zurückkehren. Doch ob es Katzenfänger tatsächlich gibt, ist sicher fraglich. Ein Markt, auf dem Hauskatzen ein lukratives Geschäft sind, wurde jedenfalls bislang nicht entdeckt.

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