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Mickhausen

20.11.2019

Viel Geld und Mut fürs neue Schloss

Bereits entkernt ist der 150 Quadratmeter große Rittersaal im Mickhauser Schloss, der sich über zwei Stockwerke erstreckt und künftig für Veranstaltungen genutzt wird.
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Bereits entkernt ist der 150 Quadratmeter große Rittersaal im Mickhauser Schloss, der sich über zwei Stockwerke erstreckt und künftig für Veranstaltungen genutzt wird.

Plus Innerhalb von drei Jahren soll in Mickhausen aus dem verfallenen Herrensitz der Fugger ein neues Glanzstück werden. Mit einer großen Vision treibt dies ein Königsbrunner voran. Eine entscheidende Etappe hat er nun geschafft.

Viel Mut hat Dr. Wolfgang Knabe auch bei seinem jüngsten Projekt schon bewiesen. Seit Mittwoch hat der Erbauer des Königsbrunner Mercateums auch wichtige Unterstützer für ein noch größeres Vorhaben an seiner Seite. Die Generalsanierung des Mickhauser Schlosses kann beginnen.

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Minister kommt mit 2,5 Millionen Euro

Zum symbolischen ersten Spatenstich für das Sieben-Millionen-Projekt am Ufer der Schmutter war der bayerische Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler in die Staudengemeinde gekommen. Im Beisein vieler Ehrengäste überreichte er an Knabe einen Zuwendungsbescheid des Entschädigungsfonds Bayern: Knapp 2,5 Millionen Euro fließen an öffentlichen Mitteln in die Gesamtinstandsetzung des Baudenkmals im Herzen der Stauden und des Naturparks Augsburg Westliche Wälder. Die Gesamtkosten des Großprojektes liegen bei rund sieben Millionen Euro. Der Entschädigungsfonds wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen.

Sibler ist vom Erfolg des Projekts ünerzeugt: „Schloss Mickhausen ist ein frühes und weitgehend erhaltenes Beispiel eines stattlichen Herrensitzes der Fugger aus dem 16. Jahrhundert. Es ist ein wesentliches Zeugnis Augsburger Renaissancearchitektur und daher von historisch und künstlerisch herausragender Bedeutung.“

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Siebler: Verantwortung für die Geschichte

Er würdigte das Engagement von Wolfgang Knabe und der ihn unterstützenden Hermann Messerschmidt-Stiftung: Sie würden mit diesem Großprojekt Verantwortung für die Geschichte übernehmen und es als ihre Verpflichtung ansehen, ein fast 500 Jahre altes Erbe zu erhalten und es in gutem Zustand an die nächste Generation weiter zu geben. Ausdrücklich dankte Sibler der Staatssekretärin Carolina Trautner, die sich mit Nachdruck in die Gespräche und Verhandlungen mit Zuschussgebern und Behörden eingeschaltet hatte, bis grünes Licht für den Baubeginn gegeben wurde.

Von einem denkwürdigen und historischen Tag für die kleine Gemeinde Mickhausen und die gesamte Staudenregion sprach Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Der Kauf des Schlosses durch die Messerschmidt-Stiftung sei wie der sprichwörtliche Sechser im Lotto. Er dankte dem Stiftungsvorsitzenden Dr. Wolfgang Knabe, dass er trotz mancher Rückschläge die Geduld nie ganz verloren habe. Jetzt gelte es, so Sailer, das Schloss – „ein Leuchtturm für die ganze Region!“ – einer neuen Nutzung zuzuführen und dafür zu sorgen, dass in ein paar Jahren hier „wieder Leben stattfindet“.

Architekt warnt: Es ist fünf vor zwölf

Für das Schloss Mickhausen, so Matthias Götz vom Planungsbüro Bergmann (Pfaffenhofen an der Ilm), sei es inzwischen fünf Minuten vor zwölf. Vordringlichste Aufgabe sei es jetzt, das marode Gebäude noch einmal gut über den bevorstehenden Winter zu bringen. Im Frühjahr gehe es dann mit der Sanierung des Dachstuhls richtig los. Er und seine Mitarbeiter, so Götz, wollten der Bevölkerung von Mickhausen in drei Jahren eine Perle zurückgeben. Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl, der Vorsitzende des Stiftungsrates, informierte, dass die Herstellung des Renaissancegartens südlich des Schlosses mit 200 000 Euro aus Mitteln des EU-Förderprogramms „Leader“ gefördert werde.

Einen Blick in die Zukunft wagte Dr. Wolfgang Knabe, der Motor des Unternehmens Schlosssanierung vor den vielen Gästen des ersten Spatenstichs. So trostlos der Anblick des Schlosses heute auch ist: In wenigen Jahren soll es strahlender Mittelpunkt der Stauden sein – ein kleines Sommer- wie Wintermärchen inmitten seiner Wasserfläche, mit seinem Renaissancegarten, dem Musikpavillon, einer Orangerie – das gesamte Ensemble ein Anziehungspunkt für musikalische Veranstaltungen, Schlossfeste, Hochzeiten und fröhliche Zusammenkünfte, für Ausstellungen, Museumsbesuche, Tagungen oder einfach nur als Ziel für sonntägliche Spaziergänge.“ Er versprach: „Ab heute wird das Staudenschloss wieder zum Leben erweckt.“

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