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Mering

18.06.2017

Viele kennen ihn als Schrauben-Joe

Als „Schrauben-Joe“ kennt ihn ganz Mering. Josef Kennerknecht arbeitete 53 Jahre bei Guggumos – und blieb dem Betrieb auch im Rentenalter treu.
Bild: Heike John

Josef Kennerknecht ist 70. Beim Guggumos beriet er über ein halbes Jahrhundert lang Meringer Heimwerker. Jetzt engagiert er sich vor allem sozial.

Bevor Josef Kennerknecht am Nachmittag des gestrigen Fronleichnamstags im Landgasthof Aumiller mit Freunden und Weggefährten seinen 70. Geburtstag feierte, hat er am Vormittag schon einiges geleistet. Wie jedes Jahr hat er am Sommerkeller den Altar für die Prozession hergerichtet. Schließlich soll alles für die Gläubigen passen, da gibt es auch am Geburtstagsfest keine Ausnahme.

Josef Kennerknecht ist das, was man einen Kümmerer nennt. Heutzutage ist das Modewort in aller Munde, für Josef Kennerknecht war diese Haltung schon immer eine Lebensphilosophie. Bei seinem Engagement, ob politisch, beruflich oder gesellschaftlich, hatte und behält er auch heute noch stets das Gemeinwohl im Auge. Sich persönlich in den Vordergrund zu stellen, liegt ihm nicht. „Über mich gibt es eigentlich nichts zu sagen, da fallen mir viele andere ein, die es wert sind, dass man über sie schreibt“, so lautet seine tiefste Überzeugung.

Über das Rentenalter hinaus blieb er dem Betrieb treu

Als 14-Jähriger begann der in einer Landwirtschaft in der Kirchstraße aufgewachsene Meringer seine Ausbildung in der Eisenwarenhandlung Guggumos. 53 Jahre lang und über das Rentenalter hinaus blieb er dem Betrieb treu. Mit seiner freundlichen Art und fachlichen Kompetenz war der Schrauben-Joe, wie er vor allem bei den Meringer bunten Abenden genannt wurde, über den Landkreis hinaus bekannt und beliebt.

Josef Kennerknechts Identifikation mit dem Beruf war groß und wurde auch von jedem so wahrgenommen. „Das Schlüsselerlebnis war im Wahlkampf 2008“, erinnert sich Georg Schneider als langjähriger Weggefährte in der CSU. „Da kam eine alte Dame zu uns und fragte: ,Wo steht denn der Guggumos bei euch auf der Liste, den finde ich gar nicht?‘ Erst eine Bildtafel mit Josef Kennerknechts Konterfei brachte die Lösung.“

Engagiert in der Politik

Schon früh kam Kennerknecht zur Jungen Union, seit 1970 ist er CSU-Mitglied. Er war von 1991 bis ’99 Vorsitzender der CSU, 36 Jahre lang Mitglied im Gemeinderat und ist Träger des goldenen Ehrenrings. Vor zehn Jahren wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Partei ernannt und im vergangenen Jahr erhielt er die Ehrenraute. „Er war nie Fraktionsvorsitzender und wollte nie Bürgermeister werden, obwohl er das Zeug dazu hatte“, erzählt Georg Schneider. „Josef Kennerknecht war einer, der bei den Wahlen an letzter Stelle auf der Kandidatenliste stand und im Endeffekt die meisten Stimmen erhielt.“ „Mein Mann ist jemand, der gut auf Menschen zugehen kann“, weiß Gabriele Kennerknecht. Sie lernte ihren Josef 1975 auf einem Meringer Faschingsball kennen, ist mit ihm seit über 40 Jahren verheiratet und zog mit ihm zusammen drei Kinder groß. Sohn Thomas kam extra zum 70. Geburtstag seines Vaters aus den USA nach Mering. Am Herzen liegt Josef Kennerknecht die Städtepartnerschaft mit Ambérieu. Seit 35 Jahren sind die Kennerknechts dabei und empfangen ein und dasselbe französische Ehepaar.

Inzwischen ist Kennerknecht im Ruhestand und bringt sich ganz selbstverständlich beim Bürgernetz als Helfer ein. Auf ihn ist eben Verlass und es tut gut, ein Freund von Josef Kennerknecht zu sein, davon sind viele überzeugt.

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