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Königsbrunn

19.04.2015

Vizemeister trifft Edmund Stoiber

Edmund Stoiber als special guest bei „Greg is back“: Martin Seiler widmete ihm einen Song zu seiner berühmten Transrapid- Rede.
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Edmund Stoiber als special guest bei „Greg is back“: Martin Seiler widmete ihm einen Song zu seiner berühmten Transrapid- Rede.

 Champions im modernen Chorgesang zeigen in Königsbrunn, was allein mit einer guten Stimme geht - und mit etwas Show.

 Was für ein Gefühl? So könnte man den Abend zusammenfassen, in Anlehnung an das bekannte Lied „What a feeling?“, das an diesem Abend der A-cappella-Chor und ebenso Lea Schiessl bei den Soloeinlagen mit unverbrauchter Frische vortrugen. Nach dem zweieinhalbstündigen Konzert von „Greg is back“, dem deutschen Vizemeister im Chorwettbewerb, blieb so mancher erst einmal sitzen. „Erfüllt“, „berührt“, „aufgekratzt“ sei man, hieß es im Publikum. „Wir mögen gar nicht gehen“, so äußerte sich zum Beispiel Karl Gleich. Er ist selbst Chorsänger. Er war ebenso wie seine Ehefrau, Tochter und deren Freund sehr angetan von der Stimmgewalt und künstlerischen Darbietung des Abends. Dabei hatte der Chor schon drei Zugaben gegeben, am Ende sogar ganz ohne Mikrofon.

Von der Bühne weg auf der Treppe stellten sich Sänger hintereinander auf und trugen eindrucksvoll klar und ruhig den lyrischen Text „Feuerzeug“ von Basta vor – und ja, das Publikum reagierte auch, die ein oder anderen Feuerzeuge erhellten sogleich den Raum. Das war überhaupt das Bemerkenswerte an dem Abend: wie stark der Chor lyrische Lieder möglich machte.

„Milk“ oder „Insomnia“, vorgetragen mit zarter sowie eindringlicher Stimmengewalt. Und neben einzigartigen Jazz und Swingeinlagen, wie einem atemlosen Hip-Hop-Block, kamen alte Madrigale genauso wie umgeschriebene Abendlieder zum Tragen. Alles einzig mit Stimme, ohne Instrumente. „Das war Können, die haben ja wirklich hervorragende Stimmen“, so auch das Urteil von Liliane Enzler, Musiklehrerin an der Städtischen Musikschule in Königsbrunn, die den Chor erstmals hörte.

Freilich singt „Greg ist back“ in umwerfend guten Arrangements des Chorleiters Martin Seiler, teils mit bis zu zehn Stimmen. Imponierend auch die Beatbox-Unterlegung, also jene Kunst, nur mit dem Mund Schlagzeug und andere Rhythmusinstrumente zu imitieren. Grandios, wie das vor allem Thomas Riffelmacher beherrscht.

Auch Ungewöhnliches wurde vorgetragen, wie der aus den 80er-Jahren in der ehemaligen DDR Furore machende Song „Nach Süden“. Sabine Zittenzieher trug ihn mit ganz eigenem Timbre vor und auch sehr schöner Betonung der damals sicher doppelten Textbotschaft. Doch auch die bekannten Lieder wie etwa „Halleluja“ von Leonard Cohen, sehr berührend Sarah Leonhard, oder andere Pop- und Rocksongs bleiben nachhaltig hängen. Freddy Mercury hätte seine Freude gehabt an dem furiosen Finale mit „We are the champions“ oder „We will rock you“.

„Es scheint einem alles herrlich bekannt und doch einzigartig neu“, so eine Zuhörerin. Begeisterung, als Chorchef Seiler als besonderen Gast Edmund Stoibers Transrapid-Rede vom Band laufen lässt, zu der er für den Chor einen Song geschrieben und dieser im Wechselgesang zusammen mit dem besonderen Gast (als überlebensgroße Pappfigur) aufführt. Da braucht es kein Kabarett mehr.

Ganz wunderbar aber auch das Kinderlied „ Der BiBaButzemann“, der von sechs Stimmen großartig verjazzt vorgetragen wurde: anhaltender Applaus.

Man kann es sich kaum vorstellen, dass die Formation erst seit vier Jahren unterwegs ist. Man spürt, es ist viel Arbeit dahinter und Disziplin und ganz viel Freude am Singen und musikalisches Können. Jeder Sänger steht ja mit eigenem Mikrofon auf der Bühne. Zur Bühnenpräsenz kommt die Licht-und Tontechnik, bewundert wurden von Zuhörern die selbst gebauten unterschiedlich großen Treppenpodeste, die immer wieder anders beleuchtet wurden. Da darf man die Namen durchaus erwähnen: Auch Henning Munk und Michael Lutz trugen maßgeblich zu dem unterhaltsamen Abend bei.

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