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Langerringen

02.11.2015

Vogelschützer fangen dicke Fische

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3 Bilder
Da war die Freude der Fischer groß. Eine Vielzahl solch kapitaler Karpfen holten sich aus den Burghofweihern bei Langerringen.
Bild: Christian Kruppe

Beim Abfischen der Langerringer Burghofweiher bekommen rund drei Tonnen Schuppentiere eine neue Heimat. Am Ende gab es noch einen seltenen Anblick. Warum sich die Vogelschützer  in diesem Fall um Fische kümmern.

Seit mehr als 100 Jahren gibt es im Langerringer Süden die Burghofweiher. Insgesamt 16 Teiche umfasst die 1908 erstellte Anlage, die damals der Fischzucht diente. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg war der Betreib der Zuchtanlage kaum mehr rentabel. Trotzdem wurde sie weiter unterhalten. Die Wiedervereinigung Deutschlands war dann das endgültige Aus für den Zuchtbetrieb. Die Gemeinde Langerringen kaufte die, inzwischen in einem Naturschutzgebiet liegende, Teichanlage und verpachtete sie direkt an den Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Dieser kümmert sich seither um die sich über zwei Kilometer Länge erstreckende Anlage. Der LBV bewirtschaftet das Fischgewässer nicht im herkömmlichen Sinn. Dort wird nicht gefischt, es gibt keinen kommerziellen Hintergrund. Stattdessen bekommt die Natur hier die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Nur alle fünf Jahre werden die Teichanlagen komplett abgefischt. Dazu holen sich die Verantwortlichen des LBV Unterstützung von den Fischereivereinen. Eine Zusammenarbeit, die auf den ersten Blick nicht ganz stimmig wirkt, da beide Seiten, vor allem wenn es um Kormorane geht, nicht unbedingt auf einer Wellenlänge liegen.

Dem widerspricht der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffler: „Auch wenn wir den Vogel im Namen tragen, geht es uns um den umfassenden Natur- und Tierschutz."  Daher suchte der LBV für diese Aktion die Zusammenarbeit mit Fischereivereinen, diesmal hauptsächlich aus dem Buchloer Raum. Die Vereine unterstützten das Abfischen mit Helfern und Fachwissen. Dafür bekamen die Vereine die entnommenen Fische, die sie in ihre eigenen Seen wieder einsetzten.

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Auf gut drei Tonnen schätzt Uwe Görtz, der sich um die Burghofweiher kümmert, die Ausbeute der Abfischaktion. Zu den spektakulärsten Fängen des Tages gehörten zwei Hechte mit etwas mehr als 80 Zentimeter Länge und eine Vielzahl kapitaler Karpfen. Gut drei Wochen war die Vorlaufzeit der Aktion. „Zuerst wurde der obere der drei großen Weiher abgelassen, dann der mittlere. Am Ende waren alle Fische im letzten großen Weiher, der im Laufe der Woche geleert wurde,“ erklärt Görtz.

Die Neuansiedlung von Fischen gestaltet sich einfach. Einige kleine Exemplare, der Aktion werden behalten und wieder eingesetzt. Der Röthenbach, der die Weiher speist, versorgt weitere Fische. „Zudem werden auch von den Vögeln Fische herangetragen,“ erklärt Norbert Schäffler. In Sachen Gewässermanagment baut Schäffler auf die Fischereivereine. „Wir brauchen ihr Fachwissen, um die Anlage noch sinnvoller zu unterhalten,“ erklärt der LBV-Vorsitzende.

Am frühen Nachmittag erlebten die Naturschützer noch einen weiteren Höhepunkt. Eine Gruppe Kraniche zog über die Anlage, ein in Bayern bisher sehr seltener Anblick.

Mehr Bilder vom Abfischen gibt es hier.

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