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06.07.2010

Volles Programm in der Notaufnahme

Stadtbergen Durchschnittlich 200 Patienten täglich durchlaufen die Notaufnahme des Augsburger Klinikums. Über Sinn und Arbeit dieser Abteilung sprach ihr Direktor, Markus Wehler, bei der Ärztlichen Vortragsreihe im Bürgersaal, und fügte einige Bemerkungen über die Reanimation von Bewusstlosen an.

Die Augsburger Notaufnahme ist laut Wehler nach dem Vorbild angelsächsischer Krankenhäuser organisiert. Hier wird geklärt, welcher Arzt der am besten zuständige ist und mit welcher Priorität ein Patient behandelt werden soll. Das heißt, die Ärzte kommen zum Patienten und nicht der Patient wird von Arzt zu Arzt geschickt. Diese interdisziplinäre Ausrichtung gibt es nach Aussage des Referenten nur in etwa 30 Prozent der deutschen Krankenhäuser. Die Augsburger Notaufnahme gehört damit zu den fünf größten in Deutschland.

In der Abteilung gibt es laut Wehler 15 Kabinen, in denen Patienten untersucht werden, und eine Überwachungsstation mit 22 Betten, wo Patienten über Nacht beobachtet werden können. Besetzt ist die Station mit vier Internisten, drei Unfallchirurgen und drei Neurologen. Alle übrigen Fachärzte werden nach Bedarf hinzugeholt. In der Notaufnahme wird die Diagnose gestellt - vom verdorbenen Magen bis zum Schlaganfall - und der Patient dann in die richtige Abteilung weitergeleitet.

Was die Reanimation betrifft, wollte Wehler seinen Zuhörern vor allem Mut machen, in einem Notfall zu helfen. Menschen, die einen Herzstillstand erleiden, hätten heute nur geringe Überlebenschancen. Nur 15 Prozent der Betroffenen würden derzeit erfolgreich wiederbelebt, und nur acht Prozent könnten ohne bleibende Schäden entlassen werden. Es sei aber eine Erfolgsquote von 60 bis 70 Prozent möglich, wenn Patienten schnell geholfen werde. Oft scheuten Zeugen eines Herzanfalls davor zurück, Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten, vor allem, wenn es viele Zeugen gebe. Dabei könne man bei der Hilfe nichts falsch machen - alles sei besser, als nichts zu tun. Wehler empfahl jedoch, die Erste-Hilfe-Kenntnisse von Zeit zu Zeit aufzufrischen.

Die Reanimationsrichtlinien seien in den vergangenen Jahren vereinfacht worden. Ein Laienhelfer soll demnach bei einem Bewusstlosen nur noch eine Herzdruckmassage anwenden und keine Mund-zu-Mund-Beatmung machen. Bei der Massage kommt es laut Wehler darauf an, dass der Bewusstlose auf einem harten Untergrund liegt und der Helfer die Brust mit aller Kraft eindrückt.

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