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Landkreis Augsburg

26.11.2020

Vom Hufschmied zum größten Mercedes-Händler der Region

Von der mechanischen Werkstätte zum Autohaus: Georg Schäfer begann als Hufschmied und Spezialist für landwirtschaftliche Fuhrwerke und Geräte in Schwabmünchen. Die Aufnahme entstand wohl um das Jahr 1910.
Foto: Sammlung Schäfer

Plus Georg Schäfer aus Schwabmünchen hatte viele Talente. Er legte vor 125 Jahren den Grundstein für den größten Mercedes-Händler in Schwaben und Oberbayern.

In seinem Unternehmen am Unteren Markt in Schwabmünchen bot Georg Schäfer ab 1895 die Reparatur von Fahrrädern an, arbeitete an Fuhrwerken und landwirtschaftlichen Maschinen. Er konnte auch Messer schleifen und Pferde beschlagen. Die mobile Revolution nahm damals rasant Fahrt auf. Nach den Rädern kamen Automobile, um die sich dann Schäfers Sohn Georg jun. hauptsächlich kümmerte. Die Liebe zu Karosserie und Motor ist der Familie geblieben: Heute führt Peter Schäfer das Traditionsunternehmen, das über 300 Mitarbeiter an den Standorten in Landsberg, Weilheim, Füssen, Peißenberg, Bad Wörishofen, Schwab­münchen, Königsbrunn und Augsburg hat.

Die Liebe zu Metall und Motoren machte Georg Schäfer zu seinem Geschäft. Bewundern Sie ihn heute?

Peter Schäfer: Ich bewundere Ihn für sein Innovationsgeist und die Zeit, in der er lebte, denn er hat eine echte technische Revolution erlebt. Als er zur Welt kam, gab es weder elektrisches Licht noch Automobil, Flugzeuge oder die Schreibmaschine. Als er starb, sind bereits Flugzeuge nach Amerika geflogen, es gab Autos, Strom und Telefon. Er hatte übrigens damals die Telefonnummer 4 in Schwabmünchen.

Georg Schäfer bewies in Schwabmünchen Gründergeist

Georg Schäfer bewies Gründergeist. Ist der auch 125 Jahre danach gefordert?

Schäfer: Der ist in jedem Fall immer noch gefordert, denn es ist notwendig, immer schneller auf Veränderungen zu reagieren. Nach 125 Jahren ist durch den ständigen Wandel der Technik das Automobil in der Antriebstechnik einer totalen Disruption hin zur Elektromobilität unterworfen.

Von der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft: Wohin geht die Reise? Wird es in zehn Jahren keine Verbrennungsmotoren mehr geben und stattdessen nur noch E-Mobile oder Fahrzeuge mit Wasserstoff im Tank?

Schäfer: Ich gehe davon aus, dass wir in zehn Jahren bei den Nutzfahrzeugen nach wie vor Verbrennungsmotoren haben werden. In der Kurzstrecke, und beim Zweitwagen wird sich der Elektroantrieb durchsetzen und im Oberklasse-Segment und in der Langstrecke werden wir Hybridfahrzeuge haben.

Wasserstofftechnologie auf dem Holzweg?

Welche Chancen räumen Sie der Wasserstofftechnologie ein?

Schäfer: Solange eine Energieeinheit beim Wasserstoffantrieb neunmal so teuer ist wie eine Energieeinheit beim Verbrennungsmotor oder beim Elektroantrieb, sehe ich wenig Chancen für diese Technik.

Zwei Generationen, eine Erfolgsgeschichte: Wilhelm und Peter Schäfer vom Autohaus Medele-Schäfer, das seinen Ursprung vor 125 Jahren hatte.
Foto: Thomas Hillenbrand

Was für ein Auto fahren Sie persönlich?

Schäfer: Aktuell fahre ich ein Hybridfahrzeug, einen E 300 de.

Revolution durch das autonome Fahren

Wie wird die Mobilität der Zukunft aussehen? Können wir uns in 50 Jahren überhaupt noch Autos leisten? Oder müssen wir wieder mehr auf Fahrräder setzen, so wie damals Georg Schäfer?

Schäfer: Wir werden weiterhin Autos haben, da der Mensch die individuelle Mobilität liebt. Eine Revolution wird das autonome Fahren bringen, da dies das gesellschaftliche Leben deutlich mehr verändern wird, als es die Elektromobilität tut.

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