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Frauentag

28.01.2020

Vom spannenden Verhältnis zwischen Mutter und Tochter

Die Psychologin Mechthild Gräfin von Luxburg referierte zum Thema „Mütter und Töchter – ein lebenslang spannendes Verhältnis“. Drei Frauen-Generationen: Tischdame Angelika Kirschke (Mitte) kam mit ihrer Mutter, Brigitte Wohlhüter, und ihrer 21-jährigen Tochter Veronika Kirschke.
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Die Psychologin Mechthild Gräfin von Luxburg referierte zum Thema „Mütter und Töchter – ein lebenslang spannendes Verhältnis“. Drei Frauen-Generationen: Tischdame Angelika Kirschke (Mitte) kam mit ihrer Mutter, Brigitte Wohlhüter, und ihrer 21-jährigen Tochter Veronika Kirschke.

In der evangelischen Gemeinde spricht Psychologin Mechthild Gräfin von Luxburg über das vielschichtige Thema

„Mütter und Töchter – ein lebenslang spannendes Verhältnis“ – um dieses Thema ging es beim elften Frauentag der evangelischen Gemeinde Königsbrunn im Gemeindezentrum. Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt, und auch in diesem Jahr waren alle vorgesehenen Plätze besetzt. 72 Frauen saßen an zwölf Tischen, die alle individuell eingedeckt waren mit Geschirr, Blumen und Dekoration oder einem kleinen Mitgebsel wie einem passenden Spruch oder einer Kunstkarte – je nach Art der für den Tisch zuständigen Tischdame. Ein Prinzip, das Susanna Schönborn und Sigrid Pforr aus dem Vorbereitungsteam vor Jahren vom evangelischen Kirchentag aus Berlin mitgebracht hatten.

Die Tischdamen waren für die Bewirtung der an ihrem Tisch sitzenden Gäste mit Getränken, Kuchen, Obst oder Salzgebäck zuständig, immer in den jeweiligen Pausen des ansonsten durchstrukturierten Nachmittags. Der bot nachdenkliche wie aufmunternde Impulse und natürlich den Vortrag der Referentin, der Psychologin und Psychotherapeutin Mechthild Gräfin von Luxburg zum Thema „Mütter und Töchter – ein lebenslang spannendes Verhältnis“.

Nach dem Eingangslied der Musikgruppe Die Butterflys, die die Veranstaltung musikalisch gestaltete, und der Begrüßung durch die Moderatorin des Nachmittags, Ulrike Weingartner, zeigten Sabine Leimer und Susanna Schönborn in einem Sketch das manchmal auf die Geduldsprobe gestellte Verhältnis zwischen einer schon etwas älteren Mutter und ihrer Tochter im mittleren Alter mit einem bereits 21 jährigen Sohn.

Mechthild von Luxburg griff dies später als Beispiel von schlechter Abnabelung oder – wie es im Fachausdruck heißt – „nicht vollzogener Abstoßung“ in ihrem Vortrag auf. Diesen hatte sie in drei Blöcke unterteilt: Die Frau als Tochter, als Mutter und als ältere Frau. Alle Beiträge waren von eigenem Erleben und persönlichen Erfahrungen unterfüttert. Sie schilderte vorrangig das allgemeine Verhältnis und ließ krankheitsbezogene oder auffällige und möglicherweise durch Therapie zu begleitende Fallbeispiele bewusst weg, da es in der vorgesehenen Zeit nicht machbar war, darauf auch noch einzugehen.

In der Betrachtung an diesem Nachmittag ging es somit um die normale liebevolle Zuwendung zum kleinen neugeborenen Mädchen, das von der Mutter in fürsorglicher Weise versorgt, betreut, erzogen und begleitet wird, manchmal auch in überbehütender oder kontrollierender Weise. Die Tochter, die zunächst meist ein ganz besonders inniges Verhältnis zur Mutter entwickelt, alles wundervoll an ihr findet und sie imitiert, verhält sich dann oft im Älterwerden und der Selbstbewusstseinsfindung und besonders in der Pubertät ganz anders. Sie beginnt, sich zu distanzieren, kritisiert die Mutter oft mehr als den Vater und tritt möglicherweise bewusst zum Gegenmodell an, was ihre eigene Lebenskonzeption betrifft. Wird diese Frau dann selbst Mutter, verändert sich nochmals alles, sowohl in ihrer neuen Rolle wie im Verhältnis zur eigenen Mutter.

Erinnert man sich nun der eigenen Kindheit, bekommt man manchmal eine neue Sicht und vielleicht auch wieder mehr und viel Verständnis für die Mutter. Auch bei dieser ändert sich mit der Großmutterrolle sowohl das Verhältnis zur eigenen Tochter wie oft auch nochmals die Selbstbetrachtung. Hat diese doch nun, wo sie meist nicht mehr im Arbeitsprozess steht oder auch im Haushalt für weniger Menschen zu sorgen hat, neue Freiheiten. Betont wurde von der Referentin, die später in einer Diskussionsrunde auch Fragen beantwortete, dass der gegenseitige Respekt und die aufrichtige Kommunikation maßgeblich sei.

Katrin Oettinger kam extra aus Erding, um den Nachmittag mit ihrer Mutter Helga Heilmann zu verbringen, die von dem Verhältnis zu ihrer Tochter sagt: „Da geht kein Blatt dazwischen, einfach wunderbar.“

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