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Osttangente

19.07.2016

Vorsichtige Freude über Aus für Schnellstraße

Mit diesem Transparent protestiert die Bürgerinitiative BIKA aktuell gegen die geplante vierspurige Schnellstraße im Süden von Königsbrunn.
Bild: Johanna Hermann

Warum Bürgermeister und Bürgerinitiative mit der Weichenstellung in Berlin nicht restlos zufrieden sind

Der vierte Bauabschnitt der Osttangente Augsburg wird in den kommenden 15 Jahren nicht realisiert werden. Das freut neben den Aktiven und Unterstützern der Bürgerinitiative Keine Autobahn (BIKA) auch Bürgermeister Franz Feigl und den Stimmkreisabgeordneten für Augsburg und Königsbrunn, Volker Ullrich (CSU). Sie weisen jedoch darauf hin, dass für diesen Abschnitt weiter geplant werden kann.

Wie unsere Zeitung bereits am Samstag im Ressort „Region Augsburg“ berichtete, ist der 4. Bauabschnitt der Osttangente Augsburg zwischen Mering und der B17 bei Oberottmarshausen im überarbeiteten Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) nur noch als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft.

Bürgermeister Franz Feigl sagte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, er freue sich, dass die Aktionen und Einsprüche gegen den Bau einer vierspurigen Schnellstraße durch den Königsbrunner Süden, für die BIKA und Stadt eng kooperiert haben, so viel Wirkung zeigten. Er habe aus Berlin gehört, dass im Bundesverkehrsministerium von allen geplanten BVWP-Projekten die meisten Widersprüche gegen den 4. Abschnitt der Osttangente eingegangen seien. „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!“ Feigl sieht darin einen Beleg „für eine große Identifizierung der Königsbrunner mit ihrem Ort“. Auch ein Brief, den er und vier Bürgermeisterkollegen aus der Region nach Berlin schickten, habe dort sicher Wirkung gezeigt. Restlos zufrieden ist Feigl jedoch nicht.

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Wenn nämlich die Osttangente östlich des Lechs zwischen Derching und Mering gebaut werde, „dann werden wir die Folgen spüren auf der bestehenden Straße“. Zudem sei der 4. Abschnitt nicht gestrichen, so Feigl, sondern nur in der Dringlichkeit herabgestuft.

Ullrich setzt langfristig auf eine Lechquerung im Süden

Laut Volker Ullrich bedeute die Einstufung als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“, dass „der 4. Bauabschnitt in Form der bisherigen Trassenüberlegung unmittelbar bei Königsbrunn nicht kommen wird“. Dies sei auch das Ergebnis „des berechtigten und inhaltlich fundierten Protestes gegen die bisherige Trassenüberlegung am Rande Königsbrunns in unmittelbarer Nähe der Trinkwassererfassungsbereiche“.

Jetzt stehe mehr Zeit zur Verfügung, um weitere und andere Planungsüberlegungen langfristiger Art für die Lechquerung anzustellen, so Ullrich, etwa eine südliche Lechquerung in Höhe der Staustufe 22 oder in Höhe von Schwabstadl.

„Wir können für die nächsten 15 Jahre aufatmen“, stellt BIKA-Sprecher Andreas Niess fest. Einzig das Attribut „mit Planungsrecht“ bereite der Bürgerinitiative „Kopfschmerzen“. Das bedeutet laut Niess nämlich, dass die Straße zwar innerhalb dieser 15 Jahre nicht gebaut werde, „aber es wird Geld in die Planung investiert, damit beim nächsten Bundesverkehrswegeplan sehr schnell darauf zurückgegriffen werden kann“.

Er hält es für sehr wahrscheinlich, dass der vierte Teilabschnitt im nächsten BVWP ab 2030 in den vordringlichen Bedarf eingestuft wird. Die Aktiven der BIKA werden diese Planungen verfolgen, um frühzeitig gegensteuern zu können, versichert Niess.

Sein aktuelles Fazit: „Wir können als Bürger etwas erreichen, wir haben auch viel erreicht! Aber wir müssen und dürfen uns damit jetzt nicht zufriedengeben, sonst ist vielleicht am Ende doch alles umsonst gewesen!“ (SZ)

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