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Mickhausen

14.11.2020

Wärmeversorgung erhitzt die Gemüter in Mickhausen

Der Gemeinderat in Mickhausen hatte beschlossen, zwischen alter Schule (links) und Friedhof ein externes Heizhaus zu errichten. Nun könnte die Entscheidung gekippt werden.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Plus In Mickhausen wird über das geplante Gebäude, das unter anderem die Kita heizen soll, lebhaft diskutiert. Einer fordert, besser die Schule trocken zu legen.

Großen Diskussionsbedarf hatte der Gemeinderat Mickhausen. Vor allem das geplante externe Heizhaus zur Einbindung der alten Schule und der Kindertagesstätte St. Wolfgang und das weitere Vorgehen beim Dorfgemeinschaftshaus in Münster sorgten für lebhafte Debatten.

Ausgangspunkt war beim geplanten Heizhaus zwischen alter Schule und Friedhof ein fünfteiliges Fragenpaket von Gemeinderat Roland Rieger. Unter anderem wollte er wissen, wer mit der Planung des Gebäudes beauftragt und ob die Durchführung eines Bauantragsverfahrens bereits geprüft worden sei.

Mickhausen: Heizhaus drinnen oder draußen?

Ursprünglich sollte die zentrale Wärmeversorgungsanlage mit drei Heizkesseln in der alten Schule installiert werden. In seiner Septembersitzung hatte der Gemeinderat allerdings Abstand von dieser Planung genommen und stattdessen den Bau eines externen Heizhauses inklusive zweier Toiletten für Friedhofsbesucher beschlossen. Danach sei das Thema auf einer Sitzung nicht mehr behandelt worden, teilte Bürgermeister Mirko Kujath mit. Er gehe davon aus, dass ein Planungsauftrag noch nicht erteilt worden sei. „Nach Auskunft unseres Bauamts ist eine Baugenehmigung erforderlich“, ergänzte er. Wann das Gebäude einschließlich der Heizanlage in Betrieb gehe, sei bislang nicht bekannt.

Roland Rieger führte zum Hintergrund seines Fragenkomplexes an, dass es „unmöglich ist, das Heizgebäude rechtzeitig in Betrieb zu nehmen". Da bislang baulich nichts passiert sei, sei wichtige Zeit verloren gegangen. Weiter meinte er, dass in der alten Schule keine Räume in schlechtem Zustand seien. Das Geld sei in einer Trockenlegung des Gebäudes besser angelegt. Dann könne der Termin im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Kindertagesstätte etwas realistischer gesehen werden.

Der Bürgermeister verteidigte den Neubau des Heizhauses unter anderem damit, dass dort noch Erweiterungspotenzial sei. Gleichzeitig verwies er auf den bereits gefassten Beschluss. Einige Gemeinderäte gingen dazu aber auf Distanz. So wurde vereinbart, die Situation nochmals vor Ort zu besichtigen und dann baldmöglichst eventuell einen neuen Beschluss zu fassen.

Münster: Wie geht es mit dem Dorfgemeinschaftshaus weiter?

Zündstoff beinhaltete auch das von Gemeinderat Dietmar Müller beantragte weitere Vorgehen beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus in Münster. Hier vertrat die Verwaltung die Auffassung, dass der Gemeinderat Entscheidungen über finanzielle Prioritäten erst mit der Haushaltsplanung 2021 treffen solle.

Dietmar Müller forderte, mit der Ausschreibung des Baus nicht noch länger zu warten, zumal die Kosten für das Projekt schon anteilig in den Etats eingestellt seien. Roland Rieger befürchtete, dass die Gemeinde an dem Bauvorhaben die Lust verloren habe. Immerhin liegen seiner Meinung nach die Ausschreibungsdetails bereits seit Monaten vor. Bürgermeister Kujath wehrte sich. „Das Haus kommt“, betonte er energisch.

Gegenwind kam auch von anderen Gremiumsmitgliedern. Sie verlangten, mit dem jetzt eingeplanten Haushaltsbetrag loszulegen. Schließlich sei alles bereits beschlossen worden, hieß es, teils mit Unmut. Bei einer Enthaltung votierten die Räte letztlich für die jetzige Veranlassung der Ausschreibung.

Diskussionen um Tischvorlagen

Diskussionen gab es weiter bei der Bereitstellung von Tischvorlagen für die Gemeinderäte im nicht öffentlichen Sitzungsteil. Hier hatte Andreas Zimmermann hingewiesen, dass es schwierig sei, ohne Unterlagen Entscheidungen zu treffen. Unterstützung erhielt er unter anderem vom Dritten Bürgermeister Georg Reiter: Gerade bei Verträgen wäre es wichtig, etwas vor sich zu haben. Auch die Anschaffung eines Beamers wurde angeregt. Zur Sprache kam auch die Datensensibilität. Ausgehändigte Unterlagen müssten beispielsweise zum Sitzungsende vollständig zurückgegeben werden, so Kujath. Einstimmig beschloss das Gremium, dass die sogenannte Bürgermeister-Runde im Vorfeld wichtige Tagesordnungspunkte eruieren sollen und dafür dann für das Gremium Papiervorlagen erstellt werden.

Bei der künftigen Nutzung des Schlosshofsaales berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass dort bislang nur eine Bedarfsgastronomie genehmigt sei. Die von einem Pachtinteressenten geplante Vollgastronomie müsse nun überprüft und ein neuer Bauantrag gestellt werden. Erst dann könne man über eine Vollgastronomie nachdenken und die Vereine über eine Nutzung des Schlosshofsaales mit ins Boot nehmen. Wie Kujath weiter mitteilte, hat sich zwischenzeitlich auch ein potenzieller Pächter für eine Bedarfsgastronomie gemeldet.

Bürgerversammlung in Mickhausen abgesagt

Ferner wurde einstimmig beschlossen, die Treppenanlage im Friedhof Grimolsried jeweils einseitig mit einem Handlauf zu sichern sowie die für den 23. November geplante Bürgerversammlung für alle Ortsteile coronabedingt abzusagen.

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