Landkreis Augsburg

28.05.2019

Wann wird es nun Sommer?

Blühende Landschaften und ein weiß-blauer Himmel gehören zum Idealbild. Doch im Sommer  kann es ganz anders aussehen.  
Bild: Bernhard Weizenegger

Ein erfahrener Wettermann misstraut hohen Erwartungen nach dem Sonnen-Rekord von 2018.

Der Wetterverlauf der vergangenen Wochen habe nicht das Zeug für eine Neuauflage des Jahrhundertsommers von 2018. Das sagt Meteorologe Klaus Hager mit Blick auf aktuelle Messdaten aus aller Welt und der Region Augsburg. Hager hat sich in der Vergangenheit einen Namen als Spezialist fürs Mikroklima gemacht, ist als ehemaliger Meteorologe der Luftwaffe zudem ein Kenner der globalen Wetterküche.

Vermutlich der übliche Wechsel

Wie das Wetter im heimischen Raum im Juli und August genau sein wird, kann natürlich auch er nicht sagen. Aber der Trend und seine Erfahrung aus Jahrzehnten sagen ihm: „Das wird vermutlich ein ständiges auf und ab, eigentlich ein insgesamt normaler Wechsel für unsere Gegend.“

Die Höhenwinde regieren über Meere hinweg

Ausschlaggebend sind für ihn das Temperaturniveau auf der Nordhalbkugel und der Verlauf der sogenannten Jetströme in größer Höhe, welche die Wetterküche antreiben und deren Wind die Hoch- und Tiefdruckgebiete lenkt. Diese Höhenwinde fegen ständig von West nach Ost über Meere und Kontinente. Im vorigen Jahr sei ihre Bahn nördlich von uns verlaufen, also von Nordschottland nach Südskandinavien. Zudem sei ihre Strömung relativ geradlinig gewesen. Im Normalfall handelt es sich um eine Schlangenlinie. Diese falle heuer bislang besonders deutlich aus und erfasse somit Bereiche in einem breiteren Band. So sei für Mitteleuropa mal das Wetter aus Südwesteuropa bestimmend, mal kalte Luft aus dem Norden. Dieser Wechsel hat sich offenbar gerade eingespielt. Ab dem Wochenende sind uns zwar einige wärmere Tage mit Sonne vorhergesagt, doch Hager würde sich über eine anschließende Auffrischung nicht wundern.

Der Volksmund sieht es anders

Falls man eine grobe Vorhersage für den kommenden Sommer wagen wollte, dann dürfte es also zum normalen Wechsel von Hochs und Tiefs, von Wärme und Kühle kommen. Der Volksmund mag hingegen auf eine andere Erfahrung vertrauen. Nachdem sich die Eisheiligen heuer besonders stark gemacht haben mit Nässe und Kälte, kann der Laie auch auf sprichwörtliche Hundstage hoffen. Also jene Zeit zwischen Ende Juli und Ende August, die der Überlieferung nach als potenzielle Hitzezeit gelten. 

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