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Klosterlechfeld

20.02.2021

Warum Klosterlechfeld nun doch keine neue Sporthalle bauen will

Neben dem Sportheim in Klosterlechfeld hätte die neue Breitensporthalle gebaut werden können. Doch der Gemeinderat lehnte das Vorhaben trotz hoher Fördergelder ab.
Bild: Hieronymus Schneider (Archivfoto)

Plus Die Klosterlechfelder Gemeinderäte haben sich gegen den Bau einer Breitensporthalle entschieden. Damit sind auch die staatlichen Fördermittel von knapp einer Millionen Euro hinfällig.

Bei den Haushaltsberatungen hatte es sich bereits angedeutet, nun ist es offiziell bestätigt: Der Klosterlechfelder Gemeinderat hat sich mit knapper Mehrheit gegen den Bau einer Breitensporthalle entschieden. Die Abstimmung fand in nicht öffentlicher Sitzung statt, Bürgermeister Rudolf Schneider gab das Ergebnis nun bekannt.

Damit ist auch der Förderbescheid in Höhe von 931.000 Euro aus dem Landesprogramm der Bayerischen Staatsregierung hinfällig, denn dieser hatte die Schaffung von Sportstätten für den Breitensport zur Bedingung gemacht. Ohne den Bau einer Sporthalle könne nur noch im Rahmen der allgemeinen Städtebauförderung ein Konzept für die Anlage von Wegen und Plätzen zur sportlichen Freizeitgestaltung erarbeitet werden, sagte Schneider. Darüber solle der Gemeinderat in seiner Klausurtagung beraten.

Klosterlechfelds Bürgermeister bedauert den Verlust der Fördermittel

Reinhard Hiller (CSU) befürwortete die Entscheidung gegen den Bau der Sporthalle angesichts der Haushaltslage ausdrücklich. "Durch den Eigenanteil der Gemeinde würden die Rücklagen von rund 700.000 Euro vollständig aufgebraucht, und deshalb ist der Gemeinderat für diesen Beschluss nur zu beglückwünschen", sagte der Fraktionssprecher bei der abschließenden Haushaltsberatung.

Bürgermeister Schneider bedauerte, dass die Sportstättenförderung für sein vorgelegtes 1,6 Millionen-Projekt nicht zustande komme, sagte aber: "Ich respektiere die finanziellen Sorgen des Gemeinderates."

Gemeinderatsmitglied mahnt zur Sparsamkeit mit Blick auf die Corona-Krise

Wie es um die Finanzen in Klosterlechfeld steht und wofür im kommenden Jahr Geld ausgegeben werden soll, zeigt der Haushaltsplan, der vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Kämmerin Karina Steinbrecher berichtete, dass der Verwaltungshaushalt nun mit etwas mehr als 5,2 Millionen und der Vermögenshaushalt mit knapp 4,2 Millionen Euro abschließe. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt reduziert sich von rund 130.000 Euro auf etwa 110.000 Euro. Die Rücklagen reduzieren sich durch die Entnahme von rund 1,9 Millionen auf etwa 700.000 Euro.

Auf Nachfrage von Wolfgang Wech (G.f.K.) wurden die genauen Kosten der Parkour-Anlage aufgeschlüsselt. Diese belaufen sich nach den Schlussrechnungen auf mehr als 200.000 Euro. Der vom Gemeinderat genehmigte Kostenrahmen lag bei 183.700 Euro. Die über das Leader-Programm zugesagten Fördermittel von rund 100.000 Euro sind noch nicht abgerufen worden.

Die Erhöhung der Lohnkosten des Bauhofs von rund 220.000 auf etwa 340.000 Euro seien den gewährten Altersteilzeiten von Mitarbeitern und einer Neueinstellung geschuldet. Werner Karge (CSU) mahnte angesichts der knappen Haushaltslage und zu erwartenden Mindereinnahmen aufgrund der Corona-Krise zu äußerster Sparsamkeit.

Nachbarschaftsprojekt "Wir daheim auf dem Lechfeld" läuft weiter

Dennoch sprach sich das Gremium einstimmig für die Fortführung des Projekts „Wir daheim auf dem Lechfeld“ aus. Die Leader-Förderung fällt Ende Juni aus. Die Finanzierung der Koordinierungsstelle, die bei der Caritas angesiedelt und bisher von Laura Eder wahrgenommen wurde, muss dann von den Gemeinden Klosterlechfeld, Untermeitingen und Obermeitingen getragen werden.

Graben und Kleinaitingen haben bereits eigene Stellen geschaffen. Auf Klosterlechfeld entfällt ein Anteil von rund 10.000 Euro pro Jahr. Dieser Aufwand ist dem Rat die Fortführung der Nachbarschaftshilfe, des Seniorenfahrdienstes und anderer sozialer Aktionen wert.

Auch für die Beteiligung am Projekt „Mitfahrbänke Lechfeld“ sprach sich eine Mehrheit von acht Gemeinderäten aus. Mit zwei bis drei Bänken soll die Mobilität - in Ergänzung zur Buslinie und dem Seniorenfahrdienst - für alle Altersgruppen verbessert werden. Eine Förderung kann über den Verein Bürgergemeinschaft Lechfeld beantragt werden.

Wohnbau am Bahnhofsareal: Grundstückseigentümer erhalten Fragebogen

Abgelehnt wurde dagegen die Beteiligung am European Energy Award. Trotz der Möglichkeit, sich gemeinsam mit Untermeitingen an dem Umweltprogramm zum kommunalen Klimaschutz mit Beratung durch das Energiezentrum Allgäu zu beteiligen, sprachen sich nur vier Räte dafür aus.

Thema im Gemeinderat war auch die Erschließungsbeitragssatzung für neue Straßen aus dem Jahr 1989. Diese wird zum 1. März an die neuen rechtlichen Anforderungen angepasst. Außerdem sprachen die Mitglieder über eine Änderung bei der nächsten Wahl. Weil das Wasserwerk als Betrieb der kritischen Infrastruktur nicht mehr als Wahllokal genutzt werden darf, wird das Forum des neuen Franziskus-Kindergartens zum dritten Wahllokal in Klosterlechfeld. Die anderen beiden bleiben im Rathaus und in der Grundschule.

Bei der Ausweisung neuer Wohnbauflächen am Bahnhofsareal muss die Gemeinde nachweisen, dass sie versucht hat, vorhandene Baulücken zu aktivieren. Deshalb werden alle Eigentümer von unbebauten oder untergenutzten Grundstücken einen Fragebogen erhalten, auf dem sie erklären sollen, ob Interesse an einer Bebauung oder Vermarktung besteht.

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