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Schwabmünchen

18.03.2015

Warum beim Notfall manchmal Hubschrauber und Krankenwagen kommen

Ist bei Notfällen neben einem Krankenwagen so oft wirklich auch ein Rettungshubschrauber nötig?
Bild: Symbolbild, Christian Kruppe

Bei Unfällen rücken die Retter immer wieder sowohl mit dem Krankenwagen als auch mit dem Rettungshubschrauber an. Ist diese doppelte Hilfe wirklich nötig?

Es war ein Unfall, wie er im Frühjahr häufig auf den Straßen in der Region passiert. Bei einem Ausflug mit den Motorrädern fuhr eine Frau ihrem plötzlich bremsenden Freund von hinten auf, beide stürzten. Der Mann trug eine Fußverletzung davon. So geschah es am vergangenen Wochenende zwischen Hiltenfingen und Ettringen bei Schwabmünchen.

Unsere Berichterstattung im Internet sorgte für Irritationen. Manche Leser wunderten sich, dass zu einem Unfall, der laut Polizei unspektakulär verlief, sowohl ein Rettungswagen, als auch der Rettungshubschrauber des Klinikums Augsburg geschickt wurden. Der Helikopter brachte den Mann nach Augsburg, wo er operiert wurde. Der Rettungswagen rückte ohne Patienten wieder ab.

Konkurrenzkampf zwischen Rettungshubschrauber und Krankenwagen?

Facebook gab es Spekulationen über einen vermeintlichen Konkurrenzkampf zwischen Rettungshubschrauber und Sankabesatzungen. Andere Leser sahen darin ein ganz normales Vorgehen: „Lieber einmal zuviel alarmiert, als zu wenig“, hieß es da. Eine weitere Leserin meinte: „Dass ein Hubschrauber bei Motorradunfällen automatisch angefordert wird, ist ja wohl nur logisch, da die meisten Motorradunfälle nicht so glimpflich ausgehen.“

Dies gab auch Dr. Michael Ecker, leitender Oberarzt am Klinikum Augsburg, im Gespräch mit unserer Zeitung an. „Bei solchen Unfällen werden grundsätzlich Hubschrauber und Rettungswagen angefordert, da ein geschlossener Raum zur Erstversorgung vorhanden sein muss.“

Bei bestimmten Notruf-Schlagwörtern wird der Hubschrauber losgeschickt

Dass es bei einem eingehenden Notruf schnell gehen muss, das weiß auch Thomas Haugg. Der stellvertretende Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung den üblichen Ablauf bei solchen Notfällen. „Geht nach einem solchen Unfall ein Notruf bei der Integrierten Leitstelle ein, dann wird anhand des Meldebilds eingeschätzt, was zu tun ist.

Fällt zum Beispiel, die Schlagwörter ,Motorrad’ oder ,eingeklemmt’, dann wird automatisch der Rettungshubschrauber losgeschickt“, so Haugg. Denn dessen Hauptaufgabe sei es, vor allem im ländlichen Bereich, einen Notarzt schnellstmöglich zum Unfallort zu bringen. Rettungswagen sind dagegen mit Rettungsassistenten besetzt. „Sie können zwar einen Patienten selbstständig versorgen.

Bei schwereren Fällen muss aber ein Arzt, entscheiden, wie es weitergeht“, so Haugg. Wer den Verletzten letztendlich ins Krankenhaus bringt, das wird dann vor Ort entschieden. Meist passiert die Erstversorgung im geräumigeren Rettungswagen. Wenn es dann schnell und möglichst schonend weitergehen muss, wird der Patient in den Helikopter umgelagert. Der Sanka war aber nicht umsonst da.

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