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Schwabmünchen

30.12.2020

Warum sich das Wasser am Feldgießgraben blau färbte

Blau hat sich das Waser am Feldgießgraben in Schwabmünchen verfärbt.
Bild: Feuerwehr Schwabmünchen

Plus Mitte Dezember hat sich das Wasser des Feldgießgrabens in Schwabmünchen blau verfärbt. Die Feuerwehr hat eine Vermutung zur Ursache.

Die Schwabmünchner Feuerwehr musste am 12. Dezember zu einem Einsatz ausrücken, weil sich von der Brücke an der Giromagnystraße bis zum Tennissportgelände an der Riedstraße das Wasser des Feldgießgrabens stark bläulich verfärbt hatte. Passanten bemerkten dies und alarmierten umgehend die Einsatzkräfte.

Die Freiwillige Feuerwehr Schwabmünchen war mit 21 Männern und Frauen sowie vier Fahrzeugen im Einsatz. Da der Grund für die Färbung zunächst nicht klar war, wurde schnell eine Gewässersperre errichtet, um gefährliche Stoffe auszufiltern.

Blaue Farbe im Feldgießgraben Schwabmünchen: Farbreste in Gully gekippt?

Inzwischen ist klar: Über ein Einlaufrohr im Bereich der Schauwiesstraße waren die Flüssigkeiten ins Wasser gelangt. Feuerwehr, Polizei und Mitarbeiter des städtischen Klärwerks konnten die Spur des verfärbten Wassers bis zu einem Straßeneinlaufgully in der Allgäustraße zurückverfolgen. Der Kanal wurde deshalb komplett ausgespült. Wer hier - vermutlich Farb- oder Lackrückstände - verbotenerweise eingeleitet hat, ist noch unklar. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 08232-96060.

Zur genauen Untersuchung nahm die Feuerwehr Schwabmünchen mehrere Wasserproben und schickte diese an das Wasserwirtschaftsamt. Das Ergebnis steht noch aus. "Tiere und Pflanzen wurden nach unseren Erkenntnissen zum Glück nicht in Mitleidenschaft gezogen", sagte Stefan Missenhardt, Kommandant der Schwabmünchner Feuerwehr.

Das war leider nicht immer so, erinnert sich Missenhardt. Im Juni 2015 trieb auf dem Feldgießgraben nahe der Sportanlage eine schillernde Flüssigkeit, die für ein Fischsterben sorgte. Es handelte sich um eine Lauge. Deshalb brachte die Wehr ein chemisches Bindemittel aus. Das nahm die Flüssigkeit auf und konnte dann abgeschöpft und entsorgt werden. Fachleute des Wasserwirtschaftsamts nahmen Proben, um über die Flüssigkeit auf den Verursacher zu schließen. Den hatte die Polizei schnell ermittelt. In einem Betrieb hatte ein Abscheider nicht funktioniert und so war die Lauge in den Bach gelangt.

Und im Mai 2017 gab es ebenfalls einen Feuerwehreinsatz am Feldgießgraben, weil eine schmierige, schimmernde Flüssigkeit auf der Wasseroberfläche gemeldet worden war. Ein Trupp der Feuerwehr erstellte auf Höhe der Fischerhütte drei Ölsperren, um die Flüssigkeit am Einfließen in die Wertach zu hindern. Weitere Feuerwehrmänner suchten nach der Ursache der Verschmutzung, die sich am Ende nur auf die Feldgieß begrenzte. Trotz intensiver Suche konnte der Ursprung der Verschmutzung nicht gefunden werden.

Gullywasser läuft nicht in die Kläranlage

Die Stadt Schwabmünchen weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass das Einleiten von verunreinigtem Wasser insbesondere aus Wasch-, Reinigungs- oder Bauarbeiten in Straßenablaufgullys verboten ist. Dies hat einen guten Grund: Die Abläufe dienen laut Tiefbauamt rein der Straßenentwässerung, also der Regenwasserableitung. Dort einlaufendes Wasser wird in der Regel nicht in der Kläranlage gereinigt. Die Straßeneinläufe führen in großen Teilen Schwabmünchens direkt in die Singold, Feldgießgraben oder werden über Sickerschächte dem Grundwasser zugeführt, wo verunreinigtes Wasser eine große Umweltgefahr darstellt, so die Feuerwehr.

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