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Landkreis Augsburg

29.01.2020

Was Pfarrgemeinderäte im Landkreis vom neuen Bischof Meier erwarten

Der neue Bischof Bertram Meier kennt den Süden des Augsburger Lands: Er nahm unter anderem am Leonhardiritt teil. Er fuhr 2013 mit Pfarrer Ratzinger (rechts) in einer Ehrenkutsche und predigte bei Wind und Wetter.
Bild: Ivanka Williams-Fuhr

Plus Bertram Meier ist das neue Oberhaupt des Bistums Augsburg. Was sich Pfarrgemeinderäte von ihm erhoffen und warum sein Vorgänger Kritik erntet.

Mit Prälat Bertram Meier hat das Bistum seit gestern ein neues Oberhaupt. Mit Spannung blicken Pfarrgemeinderäte aus dem südlichen Landkreis auf den neuen Bischof. Sie haben eine klare Vorstellung davon, was sich unter dem 59-Jährigen alles ändern soll.

Stephan Tafferner vom Pfarrgemeinderat in Königsbrunn sagt: „Er sollte nicht herrschen, sondern dienen.“ In der Vergangenheit seien dahingehend große Fehler gemacht worden – gerade unter Bischof Walter Mixa, dem Vorgänger von Konrad Zdarsa. Beim Thema Kommunikation wünscht sich Tafferner mehr Offenheit und Lebensnähe. Was die Missbrauchsfälle angeht, sei bisher nicht viel passiert. „Das trägt nicht gerade dazu bei, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu schaffen“, sagt der Königsbrunner Pfarrgemeinderat.

Pfarrgemeinderat sagt: Die Ära Zdarsa war nicht von Veränderungen geprägt

Seiner Meinung nach sollte der neue Bischof den vom Papst angestoßenen Erneuerungsprozess stärken statt an alten Dogmen festzuhalten. Gerade in den Reihen der Bischöfe gebe es viele, die dem entgegenstehen und nach ihren eigenen Pfründen trachten, so Tafferner. Oft fehle das Verständnis für junge Menschen und der Wille, für Reformen einzutreten.

Was Pfarrgemeinderäte im Landkreis vom neuen Bischof Meier erwarten

Auch die Ära Zdarsa sei nicht gerade von Veränderungen geprägt gewesen. „Aber ein Zurück gibt es nicht mehr. Die Kirche muss sich stärker an gesellschaftlichen Erwartungen und Entwicklungen orientieren“, ist Tafferner überzeugt. Als Bischof von einem der größten Bistümer Deutschlands könne Meier eine Strahlkraft ausüben und sich aktiv mit aktuellen Themen auseinandersetzten.

Ähnlich sieht das der Vorsitzende des Schwabmünchner Pfarrgemeinderats, Karl Kraus. Mit Spannung hatte er gestern die Entscheidung über den neuen Bischof erwartet. Zdarsa sei konservativ gewesen und habe die Laien nicht respektiert. In Anbetracht der vielen Kirchenaustritte und Negativschlagzeilen hoffte Kraus auf einen moderneren Nachfolger.

Augsburg hat einen neuen Bischof, der Nachfolger von Konrad Zdarsa steht fest: Bertram Meier. Der 59-Jährige leitete schon das Bistum in der "bischofslosen Zeit".
15 Bilder
Bertram Meier ist zum neuen Bischof von Augsburg ernannt
Bild: Silvio Wyszengrad

Dass Meier nun zum neuen Bischof ausgewählt wurde, freut den Schwabmünchner Pfarrgemeinderat. „Er hat sich in den vergangenen Monaten offen gezeigt und Frauen stärker in den Mittelpunkt gestellt“, sagt Kraus. Bertram Meier könne viel Positives in der Diözese bewirken. Allerdings müsse er das, was er angestoßen hat, auch umsetzen. Kraus wünscht sich, dass engagierte Laien gestärkt werden und mehr Verantwortung bekommen.

Pfarrgemeinderäte freuen sich über die Entscheidung

Positiv blickt auch Patrick Schindler auf die Neubesetzung des Augsburger Bischofssitzes. Als Dekanatsvorsitzender und Vorsitzender des Bobinger Pfarrgemeinderats hatte er schon des Öfteren mit Bertram Meier zu tun. Sein Eindruck: „Er ist bodenständig und sorgt sich um das, was den Gläubigen in den Pfarreien am Herzen liegt“, sagt Schindler.

Meier kenne das Bistum und seine Menschen wie kaum ein anderer. „Ich bin optimistisch, dass sich das Bistum unter seiner Führung positiv entwickelt“, sagt Schindler. Vorgänger Zdarsa sei distanziert gewesen und habe sich manchen Themen verschlossen. „Die Stimmung zwischen Bistum und Pfarreien war bislang etwas eisig. Ich hoffe, dass die Beziehung nun wieder etwas auftaut“, sagt der Bobinger Pfarrgemeinderat.

Auch er wünscht sich mit Blick auf die Missbrauchsfälle und die steigende Zahl der Kirchenaustritte mehr Offenheit seitens der Kirche. Schindler: „Wir müssen uns in bestimmten Dingen modernisieren und an die heutigen Zeit anpassen.“

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