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Bobingen

27.11.2019

Was bewegt die Jugend in der Stadt?

Junge Menschen sind begeisterungsfähig. Was sie bewegt und wie sie „ticken“ will man in Bobingen jetzt mit einer Befragung herausfinden, damit sie sich auch außerhalb der Schulen in Bobingen einbringen
Bild: Elmar Knöchel

Die Beteiligung junger Menschen am gesellschaftlichen Leben soll zunehmen. Eine Initiative in Bobingen will dazu beitragen. Zunächst gilt es, die Interessen der jungen Bürger genauer kennenzulernen.

Bobingen Junge Menschen sind begeisterungsfähig. Wenn man es richtig anpackt, ist es durchaus möglich, Jugendliche und junge Erwachsene für Themen zu begeistern, die auch ernstere Bereiche betreffen. Dass es jungen Menschen nur um „Fun“ und „Action“ ginge, ist ein Märchen. Die Fridays-for-Future-Bewegung hat dies eindrucksvoll gezeigt. Doch wie stellt man es an, junge Leute auf Gemeindeebene stärker einzubinden? „Wir haben schon einiges probiert, aber den richtigen Dreh haben wir noch nicht gefunden“, so beurteilt Bobingens Bürgermeister Bernd Müller die Lage.

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Eine Umfrage soll Klarheit bringen

Doch daran soll sich jetzt etwas ändern. Mit Dominik Rankl, dem Leiter des Jugendzentrums, hat Müller nun einen Plan entworfen. Um die jungen Menschen begeistern zu können, müsse man erst einmal wissen, was sie bewegt, wie sie ticken, so der Bürgermeister. Am einfachsten wäre es also, wenn man sie fragen würde. Das solle nun geschehen. Dominik Rankl möchte eine Befragung durchführen. Online, mit Fragebögen, direkt mündlich und eventuell auch in den sozialen Netzwerken. Einfach überall da, wo man die Zielgruppe erreicht.

Mit eingebunden werden sollen natürlich auch die Schulen. Was im Falle von Bobingen gar nicht so leicht sei, erklärt Bernd Müller. Denn, da es in Bobingen nun mal keine weiterführenden Schulen gebe, seien die Bobinger Schüler weit verstreut. In Schwabmünchen, in Königsbrunn und natürlich auch in Augsburg. Hier macht der Bürgermeister auch einen Grund dafür aus, warum es für Bobingen schwierig sei, Jugendliche besser einzubinden. „Da viele Schüler bereits ab der fünften Klasse Schulen in anderen Städten besuchen, Berufsschüler sowieso, sind sie immer weniger in das Bobingen Geschehen involviert. Sie verlassen früh am Morgen das Elternhaus, um am späten Nachmittag wieder zurückzukehren. Damit geht nach und nach die Bindung zur Heimatstadt verloren.“ Also müsse man sie wieder für den Heimathafen begeistern. Begleitet und unterstützt werden soll die Frageaktion zunächst nach Möglichkeit von einer Hochschule, die auf dem Gebiet Jugendarbeit forscht, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. In der zweiten Phase sollen dann die Ergebnisse der Befragung bei einem „Jugendtag“ erörtert werden. Hier soll ein Dialog aufgebaut werden, um miteinander ins Gespräch zu kommen und die Ergebnisse zu diskutieren. In Workshops und Brain-stormings sollen Ideen generiert und mögliche Beteiligungsformen besprochen werden.

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Am Ende kann eine junge Gruppe mitreden

Schlussendlich soll dann in einem dritten Schritt eine Projektgruppe gebildet werden. In dieser sollen engagierte junge Menschen die Möglichkeit bekommen, auf verschiedene Art und Weise, auf politischer Ebene genauso wie auf ehrenamtlicher Ebene, in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Zusätzlich hofft man, mit diesen Maßnahmen bereits vorhandene Beteiligungsformen, wie zum Beispiel den Bildungsrat, mit weiteren jungen Leuten beleben zu können.

Der Bobinger Kulturausschuss des Stadtrates zeigte sich angetan von dem Projekt und stimmte zu, dem Stadtrat die Bereitstellung von 10000 Euro im Haushalt 2020 zu empfehlen, um mit der Planung und Konzeption des Projekts fortfahren zu können. Weitere Kosten wie die Durchführung des Jugendtages, seien dann erst 2021 zu erwarten.

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