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Bobingen

02.01.2019

Was braucht der Mensch 2019?

Mehr Anerkennung und finanzielle Verbesserungen für Pflegekräfte, etwa in den Altenheimen, wünscht sich Carolyn Kreuzer, Leiterin Sozialstation Bobingen, unter anderem vom neuen Jahr 2019.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Was macht ein Jahr gut? Im Gespräch zeigt sich: Fast jeder trennt zwischen privatem und beruflichem Leben. Und dann ist da noch ein Wunsch für unsere Erde

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Wünsche. Die Menschen wünschen einander ein „gutes neues Jahr“. Doch wann ist ein Jahr gut? Die Erwartungen sind ganz unterschiedlich. Und je länger man nachdenkt, umso mehr muss man einander wünschen. Oder kommt es im Grunde nur auf gute Gesundheit an, weil wir den Rest selbst bewältigen können? Unseren Gesprächspartnern fielen dazu viele Aspekte ein für ein gesegnetes neues Jahr. Der Erde wünschen sie weniger Kriege, Krisen und Katastrophen. Persönlich unterscheiden sie zwischen privatem und beruflichem Leben.

Polizist: Gesundheitund Respekt

Artur Dachs, Polizeichef von Bobingen und Königsbrunn, ist im privaten Bereich wunschlos glücklich. Der Zweite Bürgermeister Kleinaitingens hoffe, dass ihm und seiner Familie weiterhin Gesundheit beschieden bleibt, dann sei er absolut zufrieden. Beruflich sähe das allerdings etwas anders aus. Er wünscht sich für 2019 ein „ruhiges“ Jahr mit wenig Straftaten. Auch dass er und seine Kollegen, trotz angespannter Personallage, auch weiterhin im nötigen Maß für die Bürger in Bobingen und Königsbrunn präsent sein können. Er würde es auch sehr begrüßen, wenn der zunehmende Werteverlust, den er und seine Beamten tagtäglich beobachten könnten, gestoppt würde. Ein respektvoller Umgang mit den Mitmenschen und deren Eigentum könnte viele Probleme beheben. Auch würde er sich wünschen, dass weniger Aggressivität im Umgang der Menschen untereinander und auch gegenüber Einsatzkräften wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst herrschen würde. Vor allem jüngere Bürger würden sich, oft auch unter Alkoholeinfluss, immer weniger um ein geordnetes und friedvolles Miteinander bemühen. Toleranz und Respekt träten immer öfter in den Hintergrund. Der Egoismus nähme zu. „Wenn jeder bei seinem Streben nach persönlicher Freiheit daran denken würde, dass die Freiheit dort endet, wo ein anderer eingeschränkt oder behindert wird, wäre schon viel gewonnen“, erklärt Dachs.

Leiterin der Sozialstation: Menschlichkeit und Entlastung

Zwei Wünsche sind es, die Carolyn Kreuzer, Leiterin Sozialstation Bobingen, auf der Seele liegen. Als gläubige Christin vermisse sie doch sehr den Bezug zu Gott im täglichen Leben. „Ich würde mir wünschen, dass der Respekt vor der Natur und der Schöpfung insgesamt wieder mehr in den Vordergrund tritt. Menschlichkeit, Toleranz und Wertschätzung, auch gegenüber alten Traditionen und christlichen Gepflogenheiten, sollten wieder einen größeren Stellenwert einnehmen“, so Kreuzer.

Auch beruflich hat sie einen dringenden Wunsch: mehr Anerkennung und finanzielle Verbesserungen für Pflegekräfte. Denn in einer alternden Gesellschaft würden diese verstärkt gebraucht. Doch nur zufriedene Mitarbeiter könnten auf Dauer Höchstleistungen erbringen. Und gerade diese seien von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tagtäglich gefordert.

Das Anwerben von Nachwuchskräften könnte durch gesteigerte Attraktivität des Berufes leichter werden. Aber sie freue sich auch, dass sie so ein motiviertes Team habe und ein hervorragendes Betriebsklima herrsche. Das solle auch im Jahr 2019 so bleiben, wünscht sich Carolyn Kreuzer.

Pfarrer: Zeitund Klarheit

Peter Lukas, evangelischer Pfarrer in Bobingen, wünscht sich spontan vor allem Zeit. Seine Ausführungen zeigen, dass dies nicht nur an seinen Terminen liegt. Selbst die große Politik kostet ihn Zeit und Kraft. „Privat würde ich mir wünschen, mit verbesserter Terminplanung, auch zusammen mit meiner neuen Kollegin, wieder etwas mehr Zeit zu gewinnen. Diese würde ich dann nutzen, um wieder etwas mehr Musik zu machen. Lesen und das Schreiben, zum Beispiel neue Kabarett-Texte, kamen in letzter Zeit deutlich zu kurz“, erzählt Pfarrer Lukas. Beruflich hofft er, dass es ihm auch weiterhin gelingen möge, vor allem junge Leute für den christlichen Glauben zu begeistern. Denn dieser sei immer noch ein guter Weg, um Vertrauen und Lebenssicherheit aufzubauen.

Darüber hinaus dürfe man aber auch die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht vergessen. So würde er sich von den Regierenden dieser Welt mehr Mut wünschen. Mut, um endlich eindeutige Entscheidungen zu treffen, um die Schöpfung zu erhalten und den Klimawandel einzudämmen. Für Deutschland würde er sich wünschen, dass es, in Absprache mit der Industrie, gelänge, den Waffenhandel zu beenden. Gerade für Deutschland sei es, aus seiner Geschichte heraus, vordringlich, hier mit gutem Beispiel voranzugehen.

Auch die Bildung betreffend hat Pfarrer Lukas ein dringendes Anliegen an die Politik: „Als Träger einer großen Kindertagesstätte brauchen wir Planungssicherheit und müssen wissen, wo der Bildungsweg hingeht. Die gegebene Garantie eines Krippenplatzes hat zur Folge, dass die früheren Krippenkinder auch in der Schule eine längere Betreuungszeit brauchen, vor allem auch in den Ferien. Dies wurde bisher nicht genügend bedacht. Hier erhoffe ich mir einen hohen qualitativen Anspruch an die Betreuung, auch wenn dieser mehr Geld kostet.“ An guten Wünschen und Hoffnungen für 2019 mangelt es nicht. Und es gibt mit Sicherheit noch viele, die diesem Artikel hinzugefügt werden könnten. Hoffen wir, dass einige in Erfüllung gehen mögen.

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