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Königsbrunn

05.12.2015

Was die Tram nach Königsbrunn kostet

Noch fahren ausschließlich Busse die Haltestelle Königsbrunn Zentrum an. Doch in einigen Jahren sollen Straßenbahnen der Linie 3 fahren.
Bild: Hermann Schmid

Es gibt ein Konzept für die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn. Stadt und Landkreis sollen demnach zusammen pro Jahr 950.000 Euro drauf legen.

Für manche Projekte braucht man einen langen Atem. Das können die Befürworter der Straßenbahn nach Königsbrunn bestätigen. Sie werden sich jetzt über das Konzept für den Weiterbau der Linie 3 nach Süden freuen, das gestern der Augsburger OB Kurt Gribl, Landrat Martin Sailer und Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl vorstellten. Darüber müssen nun die politischen Gremien entscheiden.

Das würde wohl dem verstorbenen früheren Königsbrunner Bürgermeister Fritz Wohlfarth gefallen, der im September 1975 der an seinen Augsburger Kollegen Hans Breuer geschrieben hatte, die Nachbarstadt solle doch, wenn sie eine neue Tramtrasse „Uni-Gelände nach Süden“ prüfe, die Verlängerung bis Königsbrunn einbeziehen.

Seit dieser Zeit achteten die Königsbrunn der Entwicklung der Stadt im Westen darauf, Flächen für eine mögliche Trasse zu sichern.

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Rückblick auf kontroverse Diskussionen über die Tram nach Königsbrunn

Wiederholt wurde das Projekt kontrovers diskutiert. Im Frühjahr 2010, als die Spitze der Nahverkehrssparte der Stadtwerke Augsburg (Stawa) zu Gesprächen in den Königsbrunner Stadtrat kam, sah es so aus, als könnten die Pläne Realität werden. Doch als die Stawa 2012 als Ergebnis ihrer Kalkulationen ein jährliches Betriebskostendefizit von 2,1 Millionen Euro präsentierte, das Königsbrunn und der Landkreis tragen sollten, schreckten die Kommunalpolitiker zurück.

Ende 2014 einigten sich die Beteiligten – teilweise mit neuer Führung – auf eine neue Kostenberechnung mit einigen neuen Grundsätze. Feigl wertet die Gespräche als „sachlich“, die Politiker hätten den Fachleuten an einigen Knackpunkten „klare Ansagen“ gemacht. So einigte man sich überwiegend auf einen 15-Minuten-Takt, der bei den Stawa nur zwei zusätzliche Straßenbahnzüge nötig macht, berichtet Feigl. Hier wurde nicht der Neupreis angesetzt, sondern ein Durchschnittswert. So ergeben sich Betriebskosten – in denen über die Abschreibung auch die Baukosten von rund 34 Millionen Euro enthalten sind – von jährlich 2,5 Millionen Jahr. 950 000 Euro davon werden Kreis (zwei Drittel) und Stadt Königsbrunn (ein Drittel) tragen. „Aus meiner Sicht ist das für Königsbrunn tragbar“, so Feigl, „das muss der Stadtrat abwägen“.

Schnellbus nach Augsburg wird eingestellt

Klar ist auch, dass mit der Tram ins Königsbrunner Zentrum der Schnellbus nach Augsburg eingestellt wird. Feigl sieht dies als zwingend an. „Das Finanzierungskonzept basiert darauf, dass die Leute, die bislang mit dem Schnellbus nach Augsburg gefahren sind, dann die Tram nehmen.“

Als Pluspunkte führt Feigl an, dass die Tram ja mindestens von 5 Uhr bis 0.30 Uhr fahre, nicht durch Staus auf der B17 ausgebremst werde und vom Königsbrunner Zentrum bis zum Königsplatz rund eine halbe Stunde benötige.

Wenn die Tram nach Königsbrunn kommt, dann werde auch der Busverkehr in Königsbrunn umgestellt, kündigt Feigl an. Wichtig sei, dass dann die Bewohner im Süden und Osten der Stadt zügig an Haltestellen der Linie 3 herangebracht werden.

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