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Jugend forscht in Königsbrunn

25.02.2015

Was die dunklen Flecken auf der hellen Sonne machen

Sie untersuchen, woran sich Astronomen seit Jahrzehnten die Zähne ausbeißen: (v. links) Andreas Degenstein, Dennis Berger und Ramona Sedelmaier erforschen Sonnenflecken.Foto: Alexander Sing

An der Via-Claudia-Realschule Königsbrunn erforschen Schüler die Geheimnisse des Universums. Sogar mit der NASA arbeiten die Drei zusammen

Wenn an der Via-Claudia-Realschule in Königsbrunn pünktlich um 13 Uhr die Schulglocke läutet, machen sich Hunderte hungrige Schüler auf den Heimweg. Drei Zehntklässler müssen aber mal wieder Überstunden machen. Denn Andreas Degenstein, Ramona Sedelmaier und Dennis Berger wollen den Geheimnissen des Universums, genauer gesagt: der Sonne, auf die Spur kommen. Verabredet zu dem Treffen haben sie sich per Whatsapp. „So können wir auch spontan was ausmachen. Außerdem haben wir uns so während der Arbeit am Projekt immer ausgetauscht“, erklären die Realschüler.

Seit zwei Jahren erforschen die Drei, gemeinsam mit Physiklehrer Christoph Fritsch, das Phänomen der Sonnenflecken. Nachdem sie damit bereits im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Regionalwettbewerb von „ Jugend forscht“ erreicht hatten, wollen sie die Jury in diesem Jahr vollends überzeugen. „Dieses Mal wollen wir auf jeden Fall wieder aufs Siegertreppchen“, meint die 15-jährige Ramona aus Königsbrunn.

Unbegründet ist diese Hoffnung nicht. Denn, was vor über zwei Jahren in einer Astro-AG mit einer Handvoll Leuten begann, ist mittlerweile eine ernst zu nehmende wissenschaftliche Arbeit. Darauf sind die Realschüler mächtig stolz. „Nicht nur auf dem Gymnasium schaffen sie sowas“, betonen sie.

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Sie erforschen ein Phänomen, das bis heute nicht erklärt ist

Im vergangenen Jahr hatten die Realschüler durch eigene Beobachtungen bereits die differentielle Rotation der Sonne nachgewiesen. Das bedeutet, dass sich der Stern an den Polen langsamer dreht, als am Äquator. Sie beobachteten dazu die Sonnenflecken. Diese dunklen Flecken entstehen dort, wo die Oberfläche kälter als die Umgebung ist. „Auf dem ersten Projekt wollten wir aufbauen. Die Jury hatte uns dazu im vergangenen Jahr auch Anregungen mitgegeben“, berichtet Betreuungslehrer Fritsch.

Um was geht es also? Beim letzten Projekt hatten die jungen Forscher gesehen, dass größere Flecken sich langsamer bewegen, als kleinere. „Wir haben vermutet, dass sie tiefer im Plasma hängen, das die Sonnenoberfläche bedeckt. Das ist wie bei einem Baumstamm. Der schwimmt in einem Fluss auch langsamer, als ein kleiner Stock“, erklärt Ramona.

Während der Präsentation des Projekts entwickelt sich schnell ein Frage-Antwort-Spiel zwischen Lehrer und Schülern. Fast fühlt es sich wie eine Abfrage im Schulunterricht an. „Das ist eine gute Übung. Die Jury fragt sehr genau nach“, sagt Physiklehrer Fritsch. Die jungen Astrophysiker bleiben aber souverän. „Wir haben Satellitenbilder hergenommen und die Wanderung der Flecken angeschaut“, erklärt der 16-jährige Dennis aus Mering das Vorgehen. „Ich habe sie dann in Kategorien zusammengefasst. Andreas hat die gewonnen Daten analysiert und Ramona war für das Schreiben der Berichte zuständig.“

Um noch bessere Bilder der Sonne zu bekommen, hatte Andreas sogar die US-Raumfahrtbehörde NASA angeschrieben. „Der Satellit, der uns Bilder geliefert hat, ist schon uralt. Bei der NASA haben sie Satellitenbilder mit einer wesentlich besseren Qualität, als die, die frei im Internet verfügbar sind. Leider haben sie mir erst geantwortet, als wir den Bericht schon eingereicht hatten“, erzählt der 16-jährige Königsbrunner. Die Enttäuschung hält sicher aber in Grenzen. Denn auch so hat sich ihre Vermutung bestätigt. „In der Wissenschaft weiß man bis heute nicht genau, was es mit den Sonnenflecken auf sich hat“, betont Christoph Fritsch.

Vielleicht leisten seine Schüler einen kleinen Beitrag dazu. Sie werden die Schule in diesem Jahr verlassen. Aber der Physiklehrer plant bereits die Weiterführung des Projekts. Dann mit neuen, jungen Wissenschaftlern.

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