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Jungbürgerversammlung

04.10.2019

Was sich die Jugend wünscht

Bürgermeister Rudolf Schneider (links) stellte sich auf der grünen Couch den Fragen der Klosterlechfelder Jugend.
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Bürgermeister Rudolf Schneider (links) stellte sich auf der grünen Couch den Fragen der Klosterlechfelder Jugend.

Jugendliche bringen ihre Anliegen dem Bürgermeister vor. Sie möchten vor allem einen festen Treffpunkt im Ort für sich haben. Auch die Polizei ist ein Thema

Die Jugend soll in der Gemeinde mitreden und ihre Ideen für die Gegenwart und Zukunft einbringen. Deshalb lud Bürgermeister Rudolf Schneider junge Leute zwischen zwölf und 21 Jahren zur ersten Jungbürgerversammlung ins Rathaus ein. Seine Befürchtung, vor leeren Stühlen zu stehen, wurde bald zerstreut. 25 Klosterlechfelder Jugendliche kamen zum Date mit dem Bürgermeister.

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Sebastian Finkenberger von der Mobilen Jugendarbeit Lechfeld und Melanie Zacher vom Kreisjugendring gaben ihnen die Frage „Was wünsche ich mir in Klosterlechfeld?“ mit auf den Weg ins Musikerheim im Dachgeschoss des Rathauses. Mit den Stichpunkten, die auf einen grünen Filzteppich geheftet wurden, kristallisierten sich drei Schwerpunkte heraus, die dann in einzelnen Workshops vertieft wurden. Nach einer Stunde knackigen Brainstormings brachten die Sprecher der Workshops ihre Anliegen dem Bürgermeister auf der grünen Couch nahe. Lukas Hübner moderierte die Fragen und Antworten.

Das größte Anliegen der Jugend war die Frage: „Wo können wir uns unabhängig von Vereinen im Ort treffen, ohne jemanden zu stören und dann gleich wieder vertrieben zu werden?“ Ein offener Jugendtreff wird offenbar schmerzlich vermisst, zumal es auch keine Dorfwirtschaft und derzeit kein Eiscafé mehr gibt. Bürgermeister Rudolf Schneider konnte zwar den Bau der Parcoursanlage beim Sportgelände in Aussicht stellen, für den die Fördergelder schon bereitstehen. Mit dem Bau wird im kommenden Frühjahr begonnen, und dann haben nicht nur die aktiven Parkoursportler, sondern alle Jugendlichen eine Möglichkeit, körperliche Fitness mit Geselligkeit zu verbinden. Die Anlage wird auch einen überdachten Bereich haben, doch auch damit ist das Problem einer Behausung noch nicht gelöst. Ein junger Mann schlug vor, dass sich die Jugendlichen selbst eine Hütte auf einer Grünfläche nahe der Sebastian-Höß-Straße bauen könnten. Dieser Vorschlag stößt aber auf baurechtliche Probleme und würde vermutlich auch den Bewohnern der nahen Siedlung nicht gefallen. Schneider brachte die Idee eines Bauwagens nahe dem Sportgelände beim Wäldle ins Spiel. „Ein Bauwagen ist kein stehendes Gebäude und braucht keine Baugenehmigung. Auf dieser Wiese könnte man auch zwei Fußballtore für einen Bolzplatz aufstellen“, sagte der Bürgermeister. Dieser Gedanke gefiel den Jugendlichen recht gut.

In den Sommermonaten wünscht sich die Jugend mehr für sie geeignete Events wie ein Open-Air-Kino, Konzerte oder ein Festival. Da machte ihnen Heribert Scherb, der Spenden für eine Schule in Nepal sammelt, ein konkretes Angebot. Er würde zusammen mit dem Jugendrat Lechfeld und dem Kreisjugendring ein Open-Air-Konzert organisieren und den Erlös miteinander teilen. Dazu braucht es aber viele Helfer aus dem Kreis der Jugendlichen. Auf vielen Zetteln stand auch das Wort „Polizei“ oder „Keine Polizei“. Im Workshop stellte sich dazu heraus, dass sich viele Jugendliche von der Polizei unfair und „wie Kriminelle“ behandelt fühlen. Offenbar kam es während des Pfingstmarktes und auch bei anderen Jugendtreffs zu Konfrontationen mit der Polizei. Sowohl Sebastian Finkenberger als auch Bürgermeister Rudolf Schneider boten den Jugendlichen an, bei solchen Konflikten vermittelnde Gespräche mit der Polizei Schwabmünchen zu suchen.

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