Bürgerversammlung

30.11.2019

Wasser wird teurer

Frisches, sauberes Trinkwasser ist ein kostbares Gut – in Schwabmühlhausen wird es voraussichtlich teurer.

In Schwabmühlhausen kündigte der Bürgermeister an, dass die Preise steigen werden. Die Tage der Kläranlage sind gezählt

In Schwabmühlhausen hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. Die durch den Ort führende Kreisstraße wurde zusammen mit den beiden Singoldbrücken komplett erneuert. Dazu gehörte auch die Instandsetzung der Gehwege und einiger Einfahrten durch die Gemeinde. Der Wasserbezug vom Staudenwasser-Zweckverband lief auch im zweiten Jahr problemlos. So konnte Bürgermeister Konrad Dobler überwiegend zufriedene Besucher bei der Bürgerversammlung im Schützenheim begrüßen. Neben dem Bericht über die Lage der Gesamtgemeinde ging Dobler auf die speziellen Befindlichkeiten des Ortsteils ein.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Viele Fragen drehten sich um Verkehrsprobleme und den Straßenausbau. Einige Landwirte und Handwerker beklagten sich über parkende Fahrzeuge in der Schwabmühlhauser Straße nach der Ortseinfahrt von Langerringen, die ein Durchkommen für Fahrzeuge mit Anhänger erschweren. Sie forderten ein einseitiges Halteverbot. Dobler wies darauf hin, dass dies nur vom Landratsamt erlassen werden könne, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Weiter wurde die Ausbesserung von Rissen in der Straße nach Lamerdingen, die Erneuerung der Markierungen an der Gemeindestraße nach Hurlach und die Wiederherstellung der Bankette im Dornbuschweg angemahnt. Auf die Frage nach der Beseitigung von Bauruinen und nach einem Baugebot für unbebaute Grundstücke antwortete Dobler, dass ein Eingriff in das Privateigentum rechtlich nicht möglich sei.

Für die etwa 25 Jahre alte eigene Kläranlage wurde ein erhöhter Sanierungsbedarf festgestellt. Die Ertüchtigung des belüfteten Abwasserteiches sowie der Umbau zu einer modernen Anlage wäre wesentlich teurer als die Stilllegung und Ableitung des Abwassers in das Langerringer Kanalsystem. Ausschlaggebend für den Beschluss zur Stilllegung war auch die Tatsache, dass es nur dafür einen staatlichen Zuschuss von 490 500 Euro gibt, der sich aufgrund einer neuen Wasserrechtsrichtlinie sogar auf 641 000 Euro erhöhen könnte. Die staatliche Förderung sieht einen Rückbau kleinerer Kläranlagen vor. Die Kosten werden je nach Höhe der Förderung auf etwa 2, 8 Millionen Euro auf eine Betriebszeit von 50 Jahren berechnet. Kreisstraße: An den Tiefbaukosten für die Kreisstraße ist die Gemeinde mit 260 000 Euro beteiligt. Dafür erhält sie einen Zuschuss in Höhe von 120 000 Euro. 117 000 Euro waren als Straßenausbaubeträge vorgesehen. Nachdem die bayerische Staatsregierung diese für neue Bauvorhaben abgeschafft hat, werden die Anlieger nicht zur Kasse gebeten. Die Gemeinde soll dafür aus anderen staatlichen Mitteln entlastet werden. Für Wasserbauarbeiten in der Singoldstraße, dem Kirchberg und der Bauern- und Großkitzighofer Straße wurden 104 000 Euro und für die Oberflächenentwässerung im Bereich Singoldstraße, Käsereiweg und Bauernstraße 292000 Euro aufgewendet.

Wasser wird teurer

Der Wasserbezug stieg gegenüber dem ersten Staudenwasserjahr von 75 305 auf 76 729 Kubikmeter an. Den Einnahmen von 50 000 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 58 628 Euro gegenüber. Der Wasserpreis liegt bei 60 Cent pro Kubikmeter. Die Herstellungsbeiträge beliefen sich auf 6,34 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und 1,01 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. „Der Wasserpreis wird sich erhöhen“, prophezeite der Bürgermeister vorbehaltlich der genauen Zahlen, die bei der kommenden Versammlung des Staudenwasser-Zweckverbandes auf den Tisch kommen.

Die Schwabmühlhauser Feuerwehr konnte am 3. Mai ihr neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) feierlich einweihen. Es hat 220 230 Euro gekostet. Die Gemeinde erhielt einen Zuschuss von 49 000 Euro.

Die Telekom beabsichtigt, in Schwabmühlhausen einen Mobilfunkmast zu errichten. Die elektromagnetischen Messungen und die Prognoseberechnung kosten 4117 Euro, wovon 2700 Euro gefördert werden.

Es wurden sechs Messpunkte ausgesucht, um den besten Standort zu ermitteln. „In diesem Jahr hat sich aber noch nichts getan und die Telekom scheint es damit nicht mehr so eilig zu haben“, bemerkte Dobler. Wenn der Bau konkret wird, soll eine separate Versammlung der betroffenen Bürger stattfinden.

Im Baugebiet wurden alle Parzellen verkauft und die Verschleißschicht auf den Straßen aufgebracht. Die Abrechnung steht noch aus. „Aktuell ist die Nachfrage nach Bauplätzen in Schwabmühlhausen gering“, sagt Dobler.

Die Einwohnerzahl stieg gegenüber dem Vorjahr von 633 auf 642. Neun neue Einwohner wurden geboren und drei sind gestorben. Im Schwabmühlhauser Geburtshaus fanden 35 auswärtige Geburten statt.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren