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14.07.2010

Wehringen schöpft aus Fördertopf

In solchen Lehmöfen wurde einst in Wehringen Eisen gewonnen. Beim Dorffest zeigte dies Archäologe Martin Straßburger. Die Erforschung dieses Themas wurde von der Regionalentwicklung finanziell gefördert. Foto: Pitt Schurian
Bild: Pitt Schurian

Wehringen Der Manager des "Begegnungslandes Lech Wertach" freut sich über den Eifer in Wehringen. "Die Gemeinde ist in Europa angekommen", sagt Benjamin Früchtl. Keine andere Kommune rund ums Lechfeld sei so aktiv, Fördergelder aus dem Programm der EU zur Regionalentwicklung (Leader) für sich zu sichern.

Früchtl: "Die Dorfgemeinschaft hat früh erkannt, welche Vorteile sich aus dem Zusammenschluss der zwölf Mitgliedsgemeinden ergeben." Unter der Leitung von Bürgermeister Manfred Nerlingers sowie des Geschäftsstellenleiters Jürgen Schuler arbeite sie an der Umsetzung von Projekten, welche insgesamt ein Finanzvolumen von rund 93 000 ausmachen. Insgesamt hat das Begegnungsland bislang 450 000 Euro aus Fördermitteln zur Regionalentwicklung abrufen oder reservieren können.

Erforschung des Pingenfelds ist in trockenen Tüchern

Finanztechnisch schon abgeschlossen ist für den Manager des Begegnungslandes die Erforschung des sogenannten Pingenfeld auf der Prügelleite im Gemeindewald von Wehringen. 10 500 Euro Zuschuss kam via Begegnungsland aus dem Fördertopf der Regionalentwicklung. Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Früchtl mit 25 000 Euro.

Wehringen schöpft aus Fördertopf

Hintergrund: Im Zuge des historischen Dorffests wurden die bedeutenden archäologischen Funde auf dem Gemeindegebiet und die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre erläutert. Hiermit wurde geklärt, dass das Eisenerz, dessen Schlackespuren auf dem Gelände der heutigen Firma Interquell neben anderen Siedlungsspuren gefunden worden waren, von den Höhen jenseits des Auwalds kam. Trichter im Boden wurden inzwischen eindeutig als Abbaustellen identifiziert (wir berichteten). "In der Schule haben wir noch gelernt, dass es sich hier um Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg handeln würde", so Manfred Nerlinger. Bereits in den 60er-Jahren vermutete der ehemalige Kreisheimatpfleger Prof. Dr. Frei als Resultat seiner Untersuchungen frühmittelalterlichen Tagebergbau auf dem Areal. Erst die Untersuchungen durch die Universität München haben das 2009 eindeutig bestätigt. Um zusätzliche Fragen zu klären, wird es auf dem Wehringer Gemeindeflur voraussichtlich weitere Forschungsprojekte geben. Doch zunächst können sich Radler, Wanderer und weitere Interessierte detailliert vor Ort über die Geschichte der Wehringer Eisengewinnung informieren. Direkt am Pingenfeld wurden im Zuge des Leader-Projekts Informationstafeln aufgestellt, die dem Besucher einen Überblick über die Bergbaugeschichte bei Wehringen vermitteln.

Noch in Umsetzung ist ein anderes Projekt: die Renaturierung der Singold. Und bewilligt ist bereits das nächste Vorhaben in Wehringen: ein Barfußweg an der Wassertretstelle. "Randbemerkung, Seite 4

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