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Klosterlechfeld

19.04.2019

Weihnachtshaus in Klosterlechfeld wird zum Osterhaus

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3 Bilder
Harald Kotte fühlt sich inmitten seiner Hasen vor dem großen Osterei sichtlich wohl.
Bild: Hieronymus Schneider

Exklusiv Harald Kotte erfreut gerne Kinder, aber auch Erwachsene mit aufwendigen Dekorationen. Was ihn dazu antreibt.

Harald Kotte lässt nicht locker. Schon eine Woche vor Ostern verwandelte er den Vorgarten mit dem Gartenteich seines Hauses in der Klosterlechfelder Bahnhofstraße wieder in ein österliches Kinderparadies.

Täglich bleiben Mädchen und Buben auf dem Weg zum nahen Kindergarten in der Försterstraße am Zaun stehen und betrachten fasziniert die vielen bunten Osterhasen, das große Osterei und vor allem die Osterhasen-Eisenbahn, die ihre Kreise auf den Schienen über dem Gartenteich zieht. Das gefällt auch den Eltern der Kindergartenkinder und vielen Jugendlichen. Aber auch so manche Senioren bleiben bei ihren Spaziergängen einige Minuten stehen und schwelgen in Kindheitserinnerungen.

30.000 Lichter leuchten vom Gartenzaun bis zum Giebel

Harald Kotte erfreut mit seinen Dekorationen schon seit zehn Jahren immer an Weihnachten und Ostern und zu besonderen Anlässen wie Fußballweltmeisterschaften die Klosterlechfelder. Die Osterdekoration ist für ihn eher eine leichte Aufgabe gegenüber Weihnachten. Da leuchteten 30.000 Lichter vom Gartenzaun bis zum Giebel in den Nachthimmel. Ein absoluter Hingucker auch für Bahnreisende, denn die Bahnlinie von Augsburg nach Landsberg führt unmittelbar an Kottes Haus vorbei.

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Gegen die unzähligen, leuchtenden Schneemänner, Nikoläuse mit Schlitten, Bambis, Rentiere und Engel nehmen sich die etwa 60 Osterhasen fast schon bescheiden aus. Die Sammlung ist im Laufe der Jahre stetig angewachsen. „Heuer habe ich nur einen großen Hasen und eine Blumenschubkarre neu dazu gekauft, denn die Platzkapazität ist allmählich erschöpft.“, sagt Kotte in seiner ruhigen, bescheidenen Art. Liebevoll bemalte Ostereier in allen Größen in bunten Nestern zieren die Strecke der Modelleisenbahn, die mit Hasen besetzt ist und mit dem Schriftzug „Frohe Ostern“ ihre Kreise zieht.

Liebe für Blumen und schöne Arrangements

Neben vielen Eiern aus Plastik zeigt er auch echte große Straußeneier, die er selbst bemalt hat, einem Jungen am Gartenzaun. Kotte ist ein Freund der Modell-Eisenbahn, auf den größeren Gleisen fährt ein ICE-Zug. Schließlich verbrachte er viele Jahre als Beschäftigter der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Und als gelernter Gärtner bringt er ohnehin die Liebe für Blumen und schöne Arrangements mit.

Doch was treibt den 65-Jährigen, der seit September in Rente ist, dazu an, sich zweimal im Jahr diese Arbeit zu machen? Er erzählt, dass er damit viel nachholt, was ihm als Kind verwehrt worden war: „Ich bin als Pflegekind auf einem Bauernhof in Ulla bei Weimar aufgewachsen, der zu einer Landwirtschaftflichen Produktionsgenossenschaft gehörte. Da gab es für die Kinder keine Geschenke, sondern nur das Nötigste zum Anziehen und für Weihnachten und Ostern hatte man im Sozialismus sowieso nichts übrig.“

Sein ganzer Stolz ist der große Koi-Karpfen „Sammy“

Erst nach seiner Hochzeit hat er mit seiner Frau und den Schwiegereltern Weihnachten und Ostern gefeiert und später für seine eigenen Kinder die Liebe zu diesen Dekorationen entdeckt und immer weiter entwickelt. Vor 18 Jahren zog er mit seiner Ehefrau von Thüringen nach Bayern und jetzt kann er sein Hobby als Eigenheimbesitzer voll ausleben. In seinem Gartenteich schwimmen etliche Goldfische und sein ganzer Stolz ist der große Koi-Karpfen „Sammy“.

Den Strom für die Modelleisenbahn und die vielen Lichter, die jeden Abend bis 22 Uhr leuchten, produziert Harald Kotte in diesem Jahr erstmals selbst. Er hat sich eine Solaranlage auf dem Dach mit Stromspeicher angeschafft und erzeugt so günstig und umweltfreundlich die Energie für seine kleine Osterwelt, die am Ende des Jahres wieder zum Weihnachtswunderland wird. Die Klosterlechfelder können sich über Ostern noch an der bunten Pracht erfreuen, während die Kottes ihre Enkel in Thüringen besuchen.

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