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Trevira stellt Insolvenzantrag (I.)

04.06.2009

Welche Arbeitsplätze bleiben?

Mit der Bereitschaft des Mutterkonzerns Reliance, 55 Millionen Euro zu überweisen, ist die Stimmung bei Trevira in Bobingen wieder besser. Reliance habe keinerlei Markenrechte, Patente oder Lizenzen von Trevira abgezogen, erfuhr unsere Zeitung. Von Pitt Schurian

Von Pitt Schurian

Bobingen - Mit der Bereitschaft des Mutterkonzerns Reliance, 55 Millionen Euro zu überweisen, ist die Stimmung bei Trevira in Bobingen wieder besser. Reliance habe keinerlei Markenrechte, Patente oder Lizenzen von Trevira abgezogen, erfuhr unsere Zeitung. Das Unternehmen gehe ohne Bankschulden in das Insolvenzplanverfahren. Das sei schon einmal eine sehr gute Ausgangslage zur Sanierung.

Elke Bäuerle, die als Trevira-Chefin von der Sanierungskanzlei Schultze und Braun nach Bobingen geschickt wurde, definiert ihre Entscheidungskriterien so: "Entscheidend ist die Frage: Womit wird Geld verdient, womit nicht." Dies werde nun im Detail geprüft, um das Unternehmen auf den gesunden und profitablen Kern zu konzentrieren. Trevira habe gute Produkte und sei grundsätzlich wettbewerbsfähig.

Bäuerle und der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider würden den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze anstreben. "Ohne Einschnitte wird es angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation allerdings nicht gehen", schrieb Bäuerle in einer Presseinformation.

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Nach der vorläufigen Pleite von Trevira in Bobingen wird der Insolvenzverwalter Werner Schneider zunächst auch eine Sicherstellung aller finanzieller Ansprüche der Beschäftigten betreiben. Für drei Monate sind durch die Agentur für Arbeit die Insolvenzgelder abgesichert. Die Auszahlung läuft jedoch über ein dafür zu findendes Geldinstitut. Wie berichtet, gibt es mit denen bereits Gespräche.

Betriebsrentnern und von der Arbeit freigestellte Arbeitnehmern rät daher die Chemiegewerkschaft IG BCE, sich umgehend bei der Personalabteilung der Trevira zu melden. Gegebenenfalls sollten Forderungen dort schriftlich geltend gemacht werden.

Der Bezirksleiter der IG BCE, Torsten Falke, berichtet, schon seit Wochen sei von Trevira versucht worden, von Reliance Geld für die Löhne und Gehälter zu bekommen. Aus Falkes Sicht "scheinen Reliance-Manager in Deutschland indische Spielregeln ausprobieren zu wollen". Die zwischenzeitliche Zahlungsbereitschaft von Reliance führt er auf den Druck zurück, der in den vergangenen Wochen auf den Konzern aufgebaut wurde. Heute tagt in Nürnberg der Gesamtbetriebsrat aller Trevira-Standorte.

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