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Schwabmünchen

18.04.2015

Weniger Alkohol – weniger Straftaten

Symbolbild: Alexander Kaya

Polizei Schwabmünchen präsentiert die Zahlen für 2014. Wo lebt sich am sichersten lebt und was sind die häufigsten Delikte sind.

Am sichersten lebt es sich im südlichen Landkreis in Scherstetten. Hier verzeichnete die Polizei lediglich sechs Straftaten im vergangenen Jahr. „Ich will nicht behaupten, dass es an mir liegt“, sagt Pascher und schmunzelt – schließlich ist es sein Wohnort. Grundsätzlich aber ist zu beobachten, dass die Staudengemeinden in allen Belangen besser abschneiden.

Umgerechnet auf eine fiktive Einwohnerzahl von 100000 ist es in Untermeitingen am gefährlichsten und auch Graben hat eine vergleichsweise hohe Anzahl an Straftaten. Doch die Gründe dafür liegen auf der Hand. In Untermeitingen sind es vor allem die Einsätze vor der Diskothek PM, die die Zahlen nach oben schnellen lassen. So verzeichnet die Polizei dort insgesamt 138 Straftaten, davon 83 Körperverletzungen (plus 30 Prozent) und 29 Diebstähle. Ähnlich sieht es in Graben, wo allein der Versandriese Amazon mit 27 Straftaten zu Buche schlägt. „Oft handelt es sich dabei um gegenseitige Diebstähle der Mitarbeiter aus dem Spind“, erklärt Pascher.

Erfreut ist Pascher darüber, dass es im Bereich der Straßenkriminalität einen Rückgang von 10,7 Prozent (234 statt 262 Fälle) gibt. Dies sei ein guter Wert und zeige, „dass es in Schwabmünchen nicht so gefährlich ist, zu leben.“ Auffallend sei aber bei allen Zahlen der direkte Zusammenhang zwischen Alkoholgenuss und Straftaten. So war bei 14 Prozent aller Tatverdächtigen Alkohol im Spiel. Vor allem im Bereich der Körperverletzungen sind fast die Hälfte der Täter aller Altersgruppen (41 Prozent) betrunken.

Ohne Amazon wären die Zahlen noch niedriger

Wie auch bereits in den Jahren zuvor, handelt es sich bei den insgesamt 810 ermittelten Tatverdächtigen größtenteils um Männer (601). Bei den Frauen sind es 209 Täterinnen. Ein Blick lohnt sich bei diesen Zahlen auch auf den Ausländeranteil. Lediglich 122 nichtdeutsche Tatverdächtige registrierte die Polizei. Ohne Amazon wären diese Zahlen noch niedriger, doch die Ausländerquote der Diebstähle bei dem Versandhändler beträgt laut Pascher „100 Prozent“.

Großes Lob zollt Pascher den Gemeinden, die sich intensiv um die Asylbewerber kümmern, denn: „Diese Personengruppe spielt in unserer Statistik überhaupt keine Rolle.“ Dies sei vor allem der guten Arbeit der vielen Helferkreise zu verdanken. „Es ist toll, wie sich die Leute um die Flüchtlinge kümmern“, sagt er.

Rückläufig sind auch die Unfallzahlen im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Schwabmünchen. 2014 nahm die PI 879 Verkehrsunfälle auf (2013 waren es 924). Allerding gab es auch im vergangenen Jahr wieder einen Toten zu beklagen.

Bei 13 Unfällen spielte Alkohol eine Rolle. Dies bedeut zwar sechs Fälle weniger, ist aber dennoch für die Polizei Ansporn genug, um den Kontrolldruck in Bezug auf Alkohol und Drogen hochzuhalten. Bei 110 Unfällen mit Personenschaden wurden 34 Autofahrer schwer und 112 leicht verletzt. Zudem gab es drei Schulwegunfälle mit jeweils einem verletzten Kind.

Aufklären konnte die Polizei insgesamt 66,3 Prozent aller Fälle. Somit steht die PI etwas besser da, als der Landesschnitt von 64,4 Prozent und auch auf den Landkreis bezogen (65,3 Prozent), hat Schwabmünchen die Nase vorn.

Pascher bringt die ganze Statistik mit einer einfachen Formel auf den Punkt: „Je weniger Alkohol, desto weniger Straftaten“, sagt er. Der Blick auf die Zahlen stimme ihn aber optimistisch. Und so lautete das persönliche Fazit der letzten Kriminal- und Verkehrsstatistik seiner beruflichen Karriere: „Das taugt mir jetzt!“

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