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Stadtbücherei

14.04.2015

Weniger Medien, aber mehr Verantwortung

Neuheiten gibt es in der Stadtbücherei nicht nur bei den Büchern, sondern auch in der Leitung. Kathrin Jörg trat jetzt die Nachfolge von Melanie Sappl an.
Bild: Marion Kehlenbach

Die neue Leiterin Kathrin Jörg hat in Dresdens Stadtbibliotheken gearbeitet

Die Stadtbücherei hat eine neue Leiterin. Kathrin Jörg trat jetzt die Nachfolge von Melanie Sappl an. Die ist zum 1. April in die Bücherei ihre Heimatstadt Bad Tölz gewechselt (wir berichteten).

Auch Kathrin Jörg ist eine „Zugereiste“. Die 56-Jährige wohnt seit rund neun Monaten in Kirchheim/Schwaben. Zuvor hatte sie 24 Jahre in den Städtischen Bibliotheken Dresden gearbeitet. Deren Bestand ist mit 270 000 Medien um ein vielfaches größer, als der der Stadtbücherei Königsbrunn (knapp 40 000 Medien), erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. In Dresden war die Diplom-Bibliothekarin für die Kinder- und Jugendarbeit in der Haupt- und Musikbibliothek verantwortlich. Zudem leitete sie dort zeitweise eine Zweigstelle.

Sie habe in der sächsischen Landeshauptstadt sehr viel konzeptionelle und Projektarbeit geleistet, erläuterte Jörg, das könne sie jetzt gut einbringen. „In Dresden habe ich gutes Handwerkszeug mitbekommen“, so Kathrin Jörg weiter. Sie verweist auf die renommierten Auszeichnungen, die die Dresdner Bücherei erhalten habe: Bereits zweimal wurden die Elbanrainer vom Bundesverband als Bibliothek des Jahres gekürt.

Dass die Leitung der Stadtbücherei Königsbrunn frei wurde, erfuhr die Wahl-Allgäuerin aus dem Internet. Den langen Pendlerweg zur Arbeitsstelle nimmt sie gerne in Kauf, denn Bibliothekars-Stellen seien im Allgäu rar gesät, erläutert sie. „Zudem sehe ich in der Leiterstelle eine neue Herausforderung, der ich gut gewachsen bin“.

Den Umzug von Sachsen nach Bayern erklärte die Mutter zweier erwachsener Söhne mit der Erwerbstätigkeit ihres Mannes. Der Wasserkrafttechniker habe ein kleines Flusskraftwerk an der Flossach übernommen, das bereits im Familienbesitz war. Es sei ein geschichtsträchtiges Gebäude, das erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt wurde und nun Strom erzeuge.

In der Stadtbücherei Königsbrunn gefalle ihr besonders die freundliche und familiäre Atmosphäre. „Das ist anders, als in einer Großstadt“. Hier würden sich die Leute kennen, das habe sie gleich bemerkt. Und die Besucher nähmen sich Zeit, um beispielsweise im Lesecafé die Zeitung und Zeitschriften zu lesen. Zudem ist der Bibliothekarin aufgefallen, dass die Stadtbücherei sehr viel „nach Außen“ gearbeitet habe, mit vielen Veranstaltungen. „Das ist gut und wichtig, aber mir ist auch der Bestand der Bücherei wichtig“, so Jörg. Sie will den Schwerpunkt auf aktuelle, neue Medien für Jugendliche legen und den Königsbrunner Bürgern weiter Lust aufs Lesen machen.

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