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Königsbrunn

28.02.2016

Wenn Starkbier zwei Brunnen zum Reden bringt

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Nachdem Bürgermeister Franz Feigl das erste Fass angezapft hatte, prosteten sich erst mal die Ehrengäste zu: (rechtes Bild, von links) Norbert Schwalber, Feigl, Zweite Bürgermeisterin Barbara Jaser, Carolina Trautner, Volker Ullrich, Landrat Martin Sailer und Max Strehle. Seine gereimte Fastenpredigt trug Stadtrat Peter Henkel (linkes Bild) vor.

Bei der CSU-Traditionsveranstaltung ging es heuer um große Politik und die verschiedenen Blickwinkel, mit denen man aktuelle Themen der Brunnenstadt betrachten kann

Brisante politische Entwicklungen der Gegenwart, Streitthemen aus der Stadt und bayerische Traditionen, all das bekamen die Besucher des Salvatoranstichs der Königsbrunner CSU am Freitag im Hotel Zeller serviert. Der Abend blieb dennoch unterhaltsam, weil die Anmerkungen meist humorvoll verpackt waren – und es dazu (auch noch gratis) süffiges Starkbier gab und zünftige Blasmusik, für die eine Abordnung des Blasorchesters Königsbrunn sorgte.

Die bei diesem Anlass landauf, landab übliche Fastenpredigt hat seit einigen Jahren CSU-Stadtrat Peter Henkel übernommen. Er polierte auch diesmal seine Büttenrede als „Schuster Peter“ vom Showabend des CCK auf. Diesmal stand er in Anzug und Krawatte am Pult und erklärte erst mal, warum er ohne Mönchskutte gekommen war: Er habe sie einem Imam zum Freitagsgebet geliehen und erläuterte: „Ich seh’ euch voll Erstaunen ganz / Ja – das ist bayerische Toleranz / von der wir auch anderen was geben / Wir leben und wir lassen leben /

Seit hundert Jahr’n heißt die Idee: / Liberalitas Bavariae.“

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Da war es nur ein kurzer Sprung zum Flüchtlingsthema, wo Henkel mit Kanzlerin Angela Merkel streng ins Gericht ging und in Richtung Flüchtlinge reimte: „Denn nur wer Grundrechte hält ein / kann bei uns willkommen sein.“

Die Iran-Krise, das wohl gekaufte WM-Sommermärchen von 2006, der Daten(nicht)schutz, ja auch der aktuelle Trend zur fleischlosen Ernährung, all das griff Henkel in pointierten Versen auf. Wer ihn schon beim CCK gehört hatte, der erwartete gespannt die Reime über die vielen Auflagen der Lebensmittelkontrollen an den Ständen beim Markt der Vereine – und auf die Reaktion von Landrat Martin Sailer, dem Chef der Kontrolleure. Der lachte wie alle anderen Zuhörer, besonders bei der Schlusspointe: „Ich fürcht’ – wenn solche Ahndung droht / gibt’s beim Herbstfest bald nur trocken Brot.“

Weitere lokale Themen nahmen später am Abend zwei Akteure der Theatergruppe Königsbrunn aufs Korn. Elmar Müller und Gerhard Mögele traten als „Junger Brunnen“ und „Alter Brunnen“ auf und beleuchteten – mal euphorisch, mal griesgrämig – Entwicklungen in der Brunnenstadt. Lobte der Junge den Neubau bei St. Ulrich als „tolle Sozialeinrichtung“ und Zeichen dafür, dass die Königsbrunner „einfach ein Herz für bedürftige Bürger“ haben, so moserte der Alte über den „viereckigen Klotz“ und trauerte dem Ulrichssaal nach, in dem im Fasching „die alten Weiber so flott getanzt“ hätten. Freute sich der Junge über die Visionen für das Zentrum und sah seinen künftigen Standort schon am „Canale Grande“, da zweifelte der Alte, ob diese Pläne je umgesetzt würden, denn „seit Jahr und Tag schmeißt der Stadtrat das Geld für Planungen, Entwürfe und Wettbewerbe zum Fenster raus“, da sei für den Ausbau der Bgm.-Wohlfarth-Straße nichts mehr übrig.

Die beiden stritten auch über die geplante Augsburger Osttangente und den neuen Infopavillon „955“. Der junge Brunnen sah darin einen vielseitig verwendbaren Bau, der alte fühlte sich eher erinnert an ein Mausoleum „für einen ehemaligen Königsbrunner Herrscher, unseren fröhlichen König Ludwig.“ Mit den zwei Millionen, so moserte er, hätte man besser die Königstherme herrichten können.

Eine lange Tradition beim Salvatoranstich der CSU hat der „Lobpreis auf das bayerische Bier“, den alljährlich ein Überraschungsgast formuliert. Im vergangenen Frühjahr war dazu sogar Finanzminister Markus Söder nach Königsbrunn gekommen, heuer war es eher ein Stamm- als ein Überraschungsgast: Der frühere Landtagsabgeordnete Max Strehle referierte über den Nutzen des Bieres für Kultur, Gesundheit und Schönheit, erzählte Anekdoten aus der Geschichte des (Stark-)Bieres und ging auch auf das aktuelle Thema Glyphosat ein: Um davon bedenkliche Mengen aufzunehmen, müsste man am Tag mindestens tausend Liter Bier trinken, war sein schlagendes Argument für den „Hopfentrank“. Und keiner wollte widersprechen, als er Benjamin Franklin (1706 – 1790) zitierte: „Bier ist der beste Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen möchte.“

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