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Königsbrunn

15.08.2019

Wenn das Schnitzel mit dem Rollator anrollt

Im Ausflugslokal ist die „letzte Reserve“ unterwegs.

 Warum in Resis Jägerhaus in Königsbrunn zwei Rentner mit angepackt haben.

Eine lustige Aktion mit ernstem Hintergrund haben die Besucher von Resis Jägerhaus in Königsbrunn am Wochenende erlebt: Das Personal des beliebten Ausflugslokals bekam eine besondere Verstärkung durch zwei rüstige Senioren, die in schwarzen T-Shirts und teils mit Rollator Essen und Getränke an die Tische brachten.

Eine spontane Hilfe aus Lust und Laune

Das ganze sei aus einer Laune heraus entstanden, sagt Inhaberin Resi Bayrle: „Klaus und Siegfried sind treue Stammgäste und haben bei Gesprächen mitbekommen, dass wir gerne noch mehr Personal hätten. Da haben sie spontan gesagt, dass sie mal an einem Sonntagmittag mithelfen wollen.“ Gesagt, getan. Und so standen die beiden Rentner als Spezial-Aushilfen im Service-Team. Oder besser gesagt als „Die letzte Reserve“ – so war es auf den T-Shirts formuliert, die Resi Bayerle für ihre beiden neuen Helfer besorgt hatte. „Wir helfen überall“ hieß es auf dem Rücken der Dienstkleidung.

Das nahmen die beiden Helfer auch wörtlich und übernahmen alle Aufgaben der Servicekräfte: Tische abräumen, Gäste bewirten, Essen und Getränke verteilen. Den Rollator hatte sich Siegfried ausgeliehen und lupfte ihn im Zweifel einfach über Engstellen zwischen den Tischen. Ob es von den Gästen besonders viel Trinkgeld gab, weiß die Chefin nicht: „Ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht gefragt.“ Die Wirtin bedankte sich für den Freundschaftsdienst mit einem besonders guten Mittagessen.

Der Personalmangel bleibt ein Problem

Die Aktion der beiden Stammgäste haben allerdings auch einen ernsten Hintergrund, sagt Resi Bayerle: „Es ist schwer, überhaupt Personal zu finden, gute Leute sind noch seltener.“ Neben Mann und Tochter arbeiten im Bayerhaus ein Koch und inklusive der Aushilfen zwölf Servicekräfte. Damit kommt das Team in den Sommermonaten einigermaßen über die Runden, sagt die Jägerhaus-Chefin: „Jetzt geht es langsam in den Winter, dann haben wir nur im Haus geöffnet. Da brauchen wir dann nicht mehr so viel Personal.“ Mit diesen Sorgen ist die Gaststätte nicht allein. Viele Lokale und Betriebe suchen in der schönen Jahreszeit händeringend nach Mitarbeitern. Resi Bayerles „Letzte Reserve“ wird in Zukunft aber trotzdem wieder ihre Rolle als Stammgäste einnehmen. (adi)

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