Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Wenn dem Lieblingsbuch die Stunde schlägt

Königsbrunn

22.03.2015

Wenn dem Lieblingsbuch die Stunde schlägt

Für die scheidende Leiterin der Stadtbücherei, Melanie Sappl, haben Liberator und Libella einen Bilderahmen gebastelt.
4 Bilder
Für die scheidende Leiterin der Stadtbücherei, Melanie Sappl, haben Liberator und Libella einen Bilderahmen gebastelt.

Sieben Literaturfans nutzen in Königsbrunn „die Chance, ein Buch zu loben“. Aber es ist ein Kampf gegen die Zeit.

Sehr persönliche Buchtipps, präsentiert mit viel Herzblut und passenden schauspielerischen Einlagen – das bot jetzt wieder „Die Chance, ein Buch zu loben“, seit sechs Jahren die Kult-Veranstaltung im Königsbrunner Bücherfrühling. Sieben Literaturliebhaber stellen dieses Mal in der Stadtbücherei ihre Lieblingsbücher vor. Die einzige Regel ist der Zeitrahmen von acht Minuten. In dieser Zeit muss das Werk skizziert sein, können Textpassagen vorgelesen werden.

Gelingt das nicht, schreiten Liberator (Cristian Beier) und Libella (Sonja Paffrath) ein – sich haben wich wieder pfiffig die passenden Attribute zu den Büchern ausgedacht. Die beiden ersten Buchlober Adalbert Dorotik wie auch Christine Bröker unterschritten ihre Zeit sogar. Sie hatten beide mit „Die Bücherdiebin“ und „Tschick“ bekannte und prämierte Bücher gewählt (siehe Infokasten). Dorotik, Mitglied im Literaturkreis, betonte den erfrischenden Stil des Buches, das selbst für die Internetgeneration das unmenschliche Kapitel des zweiten Weltkrieges fesselnd nahebringe.

„Den Jugendroman ,Tschick‘ habe ich ausgewählt, weil ich mich nach dem Lesen wieder besser einfühlen konnte und auch lächelnd zurück erinnerte, was Pubertät für eine pralle und dichte Zeit ist“, erklärte Bröker. Markus Fischer wil das Buch jetzt lesen, „mit Blick auf den eigenen Pubertierenden“.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Seine 17-jährige Tochter Ciara wiederum will wohl bald Tanja Kinkels „Die Verführung“ lesen. Gerhard Mühsam stellt das Buch vor und präsentiert sich als ausgesprochener Kinkel-Fan. Nur ein Buch zu loben sei nicht nur eine Herausforderung, sondern fast eine Zumutung, stellt er fest. Er habe jedenfalls die Qual der Wahl durchlitten. Nicht ganz im Limit blieb Felix Bönigk bei seiner Buchvorstellung, doch er wirbt mit so viel Engagement für „sein Buch“ und liest Passagen mit andachtsvoller Hingabe vor. Man kann Nähe und fast so etwas wie Identifikation zu Igor, dem Protagonisten, und seiner Fragen zum Universum erkennen. „Wortgewalt, Witz und Komik haben mich angesprochen – ich habe die 360 Seiten an einem Stück gelesen“, erzählt Felix Bönigk.

Sylvia Kuchernig wählt eine ganz eigene Form des Buchlobens. Sie erzählt und verdeutlicht „Zusammen ist man weniger allein“, indem sie für die vier Hauptpersonen Zuhörer aus dem Publikum holt – unter anderem Bürgermeister Franz Feigl.

Unterstützung aus der ersten Reihe erhält Maria-Theresia Kugelmann-Schmid Passend zum Buch hat sie Bilder von den im Buch beschriebenen Kunstwerken dabei, Zuhörer halten sie in die Höhe. Wegen Zeitüberschreitung will der Liberator ihre Begeisterung für die Kunst zu bremsen, aber sie baut ihn gleich in die Buchvorstellung ein, was ihr großen Applaus des Publikums einbringt.

Weil Melanie Sappl, die Leiterin der Stadtbücherei, wird als Buchloberin aktiv. Mit Routine stellte sie ihre Anthologie nicht geschriebener Werke vor. Diese sechste „Chance, ein Buch zu loben“, ist ihre letzte Veranstaltung in der Stadtbücherei (wir berichteten). In ihren Abschiedsworten verweist sie darauf, dass das Konzept dazu aus der Feder von Franz Moritz stammt, dem früheren Leiter des Kulturbüros. Ihr habe es immer Spaß bereitet.

Zur leichten Stimmung des Abens trug ganz wesentlich das Trio mit Joachim Holzhauser (Vibraphon), Andreas Bauer (Bass) und Alexandrina Simeon (Gesang) bei.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren