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Kriminalität

30.11.2019

Wenn der „Black Friday“ zum schwarzen Tag wird

Hinter vermeintlichen Schnäppchen im Internet steht oft eine betrügerische Absicht.

Wer bei der Jagd nach Online-Schnäppchen einem Betrüger aufgesessen ist, kann das neue Angebot der Polizei nutzen: Mit einem Mausklick geht es zur Anzeige

Die Rabattschlacht hat begonnen: Rund um „Black Friday“ und „Cyber Monday“ buhlen tausende Händler und Online-Shops um die Gunst der Kunden. Den Auftakt zum Weihnachtsgeschäft werden viele auch bereuen – dann nämlich, wenn sich die Geschäftspartner im Internet als unseriös entpuppen. Viele Kunden gehen zur Polizei oder erstatten über ein neues Online-Portal eine Anzeige. Diese Möglichkeit wird immer mehr angenommen.

„Es vergeht fast kein Tag ohne eine oder mehrere Anzeigen“, berichtet Raimund Pauli, der Leiter der Polizeiinspektion Zusmarshausen. Sein Kollege Markus Schwarz aus Gersthofen bestätigt den Trend bei der Internetkriminalität, die viele Facetten hat: Als er vor fünf Jahren die Leitung der Inspektion übernommen hatte, gab es zwei Sachbearbeiter für Betrugsfälle. Jetzt sind es vier. Zwei seiner Kollegen befassen sich nur mit Cybercrime. Was nach einem Science-Fiction klingt, ist längst Realität. Unter Internetkriminalität versteht die Polizei Delikte, bei denen das Medium Internet im Mittelpunkt steht. Seit 2017 steigen die Fallzahlen – 2018 waren es rund 850 im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Vielleicht sind es sogar noch viel mehr: Denn Vorfälle, bei denen der Tatort nicht geklärt ist, fließen nicht in die Kriminalstatistik ein.

Schwerpunkt beim vielschichtigen Cybercrime sind ganz klar Betrügereien mit Waren: Ein Kunde hat beispielsweise etwas online bestellt und erhält die Ware nicht. Solche Vorfälle gehören zum Alltagsgeschäft, sagt Gernot Hasmüller von der Polizei in Schwabmünchen. Vor 20 Jahren hatten sich die Beamten noch mehr mit Verkehrsunfällen oder Körperverletzungen befassen müssen.

Heute sind es die schwarzen Schafe im Internet. Im Netz prellen unseriöse Händler gutgläubige Kunden. Oder Kunden erschwindeln sich Waren, die sie dann nicht bezahlen. Jüngstes Beispiel: Eine 28-jährige Frau aus dem Landkreis hatte über zwei Jahre hinweg immer wieder Waren im Wert von insgesamt 11000 Euro online bestellt – aber nicht bezahlt. Ob Kinderspielzeug, Essen, Smartphones, teure Sonnenbrillen, Matratzen oder eine Spielkonsole – die Frau verwendete 22 unterschiedliche E-Mail-Adressen, um die Händler zu täuschen. Sie wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Der sogenannte Warenkreditbetrug kommt im Vergleich weitaus seltener vor als die Abzocke über Online-Auktionshäuser. Entsprechende Anzeigen landen dann online bei der Polizei. Inspektionsleiter Gernot Hasmüller hält die Möglichkeit generell für positiv. „Es ist ein erster Schritt“, sagt er. Aber ein Termin zur Befragung bleibe meistens nicht aus. Sein Kollege Artur Dachs von der Inspektion Bobingen bestätigt: Es bedürfe oft der Nacharbeit. Denn häufig fehlten Dokumente. Dachs: „Da ist’s dann besser, persönlich vor Ort zu sein.“ In einem Gespräch ließen sich viele Fragen leichter klären.

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