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Königsbrunn

23.05.2019

Werden die Königsbrunner beteiligungsmüde?

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Wenn es um die künftige Gestaltung des Königsbrunner Stadtzentrums geht, spielt auch die Bürgermeister-Wohlfarth-Straße eine wichtige Rolle.
Bild: Adrian Bauer

Nur 25 Bürger kommen zum Workshop zum Stadtentwicklungskonzept. Eifrig zeigen sich einige Jugendliche.

Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung für das Integrierte Nachhaltige Städtebauliche Entwicklungskonzept (INSEK) kamen am Mittwochabend nur etwa 25 Bürger, darunter fünf Stadträte, ins Jugendzentrum Matrix. Bürgermeister Franz Feigl nahm das in seiner Begrüßung gelassen zur Kenntnis. Er betonte, dass dieser Abend ja nicht die einzige Chance sei, sich zu äußern. Bis 30. Juni können die Königsbrunner im Internet Anmerkungen zur Stadtentwicklung abgeben und diskutieren. Und beim Königsmarkt am 23. Oktober wird es einen Stand geben, an dem die Bürger über INSEK informiert und ihre Äußerungen aufgenommen werden.

Zentrumsplanung, Neugestaltung der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße zwischen den Kreisverkehren, Wettbewerb zur Nachnutzung des Areals der früheren Königstherme – den Königsbrunnern wurden in den vergangenen Monaten in Hülle und Fülle Informationen zur Stadtentwicklung geboten. Dazu gab es auch noch kontroverse Diskussionen im Stadtrat. Wie schon die jüngste Veranstaltung der Reihe „Gespräche zur Stadtentwicklung“ vor drei Wochen (wir berichteten) zeigte, hat das offenbar zu einer gewissen Ermüdung geführt.

Die Jugend brachte ihre Perspektive ein

Überraschend am ersten Abend war, dass einige junge Besucher der Matrix neugierig wurden, hinzukamen und die Perspektive der Jugend in die Gespräche einbrachten. Die Bürgerbeteiligung kommt in der Mitte des gut einjährigen Prozesses, in dem eine Entwicklungsperspektive für die gesamte Stadt erarbeitet wird. Zudem werden detaillierte Ziele für die Stadtmitte erstellt. INSEK ist eine der Voraussetzungen, damit Königsbrunn Gelder aus der Städtebauförderung erhalten und damit Projekte wie die Neugestaltung des Thermenareals angehen kann, die aus dem Stadtsäckel alleine kaum zu bezahlen sind. Das Konzept wird im November verabschiedet, zuvor wird sich der Stadtrat auf einer Klausursitzung damit befassen.

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Am Mittwochabend war wenig Neues zu hören, weder in der Präsentation der Fachleute noch in den Gesprächsrunden der Bürger. Sylvia Haimes und Norbert Mager vom beauftragten Büro Haimes-Leger (Würzburg) präsentierten eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Einschränkungen, die sie bei ihrer gründlichen Bestandsaufnahme ermittelt hatten.

Die Anbindung an die B17 hat Sonnen- und Schattenseiten 

Dabei fiel auf, dass sie manche Befunde sowohl positiv wie negativ bewerten. So stufen sie die Gebiete im Norden und Süden einerseits als „starke Gewerbe und Versorgungsstandorte“ ein, andererseits sind sie der Grund, dass Königsbrunn im Zentrum ausgesprochen wenig Kaufkraft binden kann. Die überörtliche Anbindung über die neue B17 wird positiv bewertet, der davon ausgehende Verkehrslärm negativ. Die großen Brachflächen und Leerstände im Zentrum (Rathauswiese, Thermenareal) und im Norden (Hochtief-Areal, Hin&Mit) tauchen unter den Schwächen auf, werden dann aber auch unter den Chancen aufgeführt.

In drei Workshop-Kreisen wurden aus Bürgersicht Ziele für die Stadt und Projekte zu deren Umsetzung formuliert. Nicht verwunderlich, dass auch ein Ersatz für die Königstherme gewünscht wurde – ein Teilnehmer nannte das Westbad in München-Pasing als Vorbild. Angeregt wurden unter anderem ein Ausbau der Radwege Richtung Haunstetten und in den Gewerbegebieten im Norden und im Süden, eine Verlängerung der Tramtrasse in den Süden, eine innerstädtische Buslinie zur Gautsch, ein durchgängiger Lärmschutz entlang der neuen B17 sowie eine Verbindung von Bobingen zum B17- Anschluss Nord, um den Verkehr auf der Wertachstraße zu reduzieren.

Die Jugendlichen setzten sich für Aufräumaktionen ein

Die jugendlichen Teilnehmer an der Runde, alle 15 oder 16 Jahre alt, wünschten sich unter anderem eine Halle, in der sie geschützt vom Wetter skaten können. Sie wiesen auf den vielen Unrat an manchen Ecken der Stadt hin und regten an, doch regelmäßig Aufräumaktionen der Bürger zu organisieren, an denen sie sich auch beteiligen würden.

Ein wichtiges Anliegen sind ihnen bessere Internetverbindungen über WLAN, vor allem im Süden der Stadt. Zudem solle die Stadt für ihre Kommunikation mit jungen Bürgern die Plattformen Instagram und Snapchat nutzen. „Facebook ist ja was für 55plus“, war zu hören. Bei ihnen bestehe durchaus ein Interesse, zu erfahren, was sich in der Stadt tut und was die Stadt plant. Daraus entwickelte sich auch die Anregung, die Infozettel über die Online-Beteiligung am INSEK auch in Schulen auszulegen, „am Besten große Poster, denn Zettel wirft man schnell wieder weg“, empfahl einer.

Die INSEK-Macher kündigten an, innerhalb einer Woche eine Auswertung des Abends im Internet publik zu machen.

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