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Schwabmünchen/Bobingen

11.09.2018

Wertachkliniken: Landrat will  Klarheit schaffen

Mit großen Zuschüssen des Freistaates wurde das Krankenhaus in Schwabmünchen  in den vergangenen Jahren ausgebaut und  modernisiert. Seine medizinische Bedeutung und  sein wirtschaftlicher Erfolg als eines der beiden Standbeine der Wertachkliniken sind unstrittig.
Bild: Karl Rosengart

 Die Bürgermeister von Schwabmünchen und Bobingen kontern der Bürgerinitiative. Rätsel um dritten Kreißsaal.

Mit klaren Stellungnahmen haben gestern die Bürgermeister von Bobingen und Schwabmünchen die Wertachkliniken in Schutz genommen vor Gerüchten um eine angeblich drohende Schließung des Krankenhauses in Schwabmünchen.

Bürgermeister Lorenz Müller aus Schwabmünchen konterte dem Sprecher der örtlichen Bürgerinitiative Pro Geburtenstation: „Herr Gegenfurtner hat uns sehr geschadet. Man stelle sich vor, eine Hebamme wolle zu uns kommen und ließt nun das.“

Er versichert: Die chirurgische Versorgung in Schwabmünchen sei weiterhin voll und ganz gegeben. Auf ihren eigenen Wunsch habe man Chefärztin Dr. Regina Manger eine Altersteilzeit genehmigt und für einen qualifizierten Nachfolger gesorgt – ein halbes Jahr vor deren Ausscheiden. Dies könne jedoch erst nächste Woche bekannt gegeben werden, wenn die Neubesetzung offiziell bestätigt ist.

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In das Krankenhaus Schwabmünchen seien in den vergangenen Jahren 16 Millionen Euro investiert worden – mehr als in die Klinik in Bobingen. Die Patientenzahl in Schwabmünchen sei heuer um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, so Lorenz Müller.

Auch der Bürgermeister von Bobingen, Bernd Müller, hat zu einem Brandbrief von BI-Sprecher Josef Gegenfurtner an Stadträte klar Stellung genommen: „Herr Gegenfurtner erweist mit seinen haltlosen Verschwörungstheorien den Wertachkliniken in ihrer Gesamtheit einen Bärendienst.“

Die Städte Schwabmünchen und Bobingen hätten 2006 in einem mühevollen und politisch nicht einfachen Weg die Wertachkliniken an beiden Standorten erhalten, gefestigt und würden seit dieser Zeit partnerschaftlich und erfolgreich mit dem Landkreis Augsburg an einer dauerhaften Sicherung der Krankenversorgung im südlichen Landkreis arbeiten.

Bernd Müller betont: „Das bleibt auch so. Eine Schließung eines der beiden Krankenhäuser – oder gar beider Standorte – stand und steht weder bevor, noch wird darüber von den Verantwortlichen diskutiert.“

Bereits am Montag hatte Klinikvorstand Martin Gösele den Auslegungen Gegenfurtners widersprochen und zu dessen Hinweisen Stellung bezogen (wir berichteten).

Für Verwirrung sorgen nun noch Aussagen, in Bobingen gebe es einen dritten Kreißsaal, was einer Wiedereröffnung der Geburtenstation Schwabmünchen entgegenstehe. Sowohl das Landratsamt Augsburg als auch Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller versicherten gestern glaubhaft: „Es gibt keinen dritten Kreißsaal in Bobingen.“ Sie müssten es als Kostenträger wissen, wenn solch ein Saal eingerichtet würde.

Dazu schilderte gestern ein in Schwabmünchen beheimateter Leser unserer Zeitung, wie er in Bobingen anderes erfahren habe und warum wohl auch andere von einem dritten Kreißsaal sprächen.

Der angehende Vater (die Namen der Beteiligten sind der Redaktion bekannt) sagt, er habe vergangene Woche am Krankenhaus Bobingen wegen der bevorstehenden Geburt eines Kindes an einer Kreißsaalbesichtigung teilgenommen. Dieses Angebot gebe es für Eltern im Rahmen der Geburtsvorbereitung. Dabei sei darüber gesprochen worden, dass nun auch Eltern aus Schwabmünchen zur Entbindung nach Bobingen kämen. Auf seine Frage, ob die Bobinger Station dafür genügend Kapazität habe, seien den Eltern zwei Kreißsäle gezeigt worden. Die Hebamme habe gesagt, am Ende des Gangs gebe es noch ein drittes Zimmer, welches jedoch erst in einigen Tagen eröffnet würde.

Ob dieser Raum tatsächlich als Kreißsaal ausgestattet ist, kann am Mittwoch Landrat Martin Sailer klären. Er hat sich zusammen mit den Bürgermeistern von Bobingen und Schwabmünchen zu einem Ortstermin angekündigt und will danach ebenfalls öffentlich Stellung beziehen.

Der Vorstand der Wertachkliniken, Martin Gösele, hat eine Vermutung, wie es zu einem Mißverständnis um einen dritten Kreißsaal in Bobingen habe kommen können. Am Dienstagnachmittag teilte er mit, dass es sich dabei seines Wissens nach um ein ehemaliges Stillzimmer handelt. Dieses solle künftig als Wehenzimmer dienen. Demnach würden hier Frauen untergebracht, die mit Wehen ins Krankenhaus kommen, aber sich noch einige Zeit vor der eigentlichen Entbindung befinden.

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