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Untermeitingen

30.06.2020

"Wheels on Sunday": Amerikanische Autos rollen auf dem Lechfeld

Erich Schobert aus Aalen war mit seinem Sheriff-Gefährt ebenfalls auf dem Lechfeld.
Bild: Uwe Bolten

Plus Rund 70 US-Cars sind beim Autotreffen „Wheels on Sunday“ zu sehen. Warum die Gefährte oft auf abenteuerlichen Wegen nach Deutschland kommen.

Das Sternenbanner, die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika, wehte gut sichtbar, in 30 Metern Höhe, im sanften Westwind und wies den Besuchern des Autotreffens „Wheels on Sunday“ den Weg zum Four Corners an der Siemensstraße. Die American Car Friends Augsburg luden zur ersten Veranstaltung in diesem Jahr auf dem Parkplatz des Untermeitinger Kultlokals ein. „Mit den Lockerungen seit Beginn der Corona-Pandemie ist es uns nun möglich, die erfolgreiche Veranstaltungsreihe aus dem vergangenen Jahr fortzusetzen“, sagte Vereinsvorsitzender Harm Ritter.

Amerikanischer Feuerwehrwagen ist jetzt ein deutscher Foodtruck

Das „Star-Spangled Banner“, wie die Fahne auch bezeichnet wird, war nicht an einem Flaggenmast befestigt, sondern wehte am oberen Ende der Drehleiter des American-LaFrance-Feuerwehrwagens, mit dem Herbert Gebbert aus Ungerhausen bei Memmingen angereist war. Das zwölf Meter lange Monster mit einem Achtzylinder-Dieselmotor, der eine Leistung von 318 PS entwickelt, versah von 1977 bis 2006 seinen Dienst in Summit, New Jersey, rund 40 Kilometer entfernt von New York. „Bei der Suche nach Farbe für einen Imbisswagen im Internet stieß ich durch Zufall bei E-Bay auf das Fahrzeug, das mich sofort faszinierte, zumal ich als Jugendlicher diesen Typ als Plastik-Modellbausatz gebaut hatte. Ich wollte es haben und hatte zuerst den Standort übersehen: Hamar in Norwegen. Nach Kalkulation der laufenden Kosten war für mich klar: Den muss ich haben“, erzählte Gebbert mit spürbarer Begeisterung.

Ein Einsatzbild mit seinem Feuerwehrtruck hat Besitzer Harald Gebbert immer dabei.
Bild: Uwe Bolten

Die 1800 Kilometer von Hamar ins Allgäu verliefen bis auf eine Getriebepanne bei Hannover unproblematisch. „Anschließend habe ich fast eineinhalb Jahre an dem Truck gearbeitet und ihn zu einer fahrbaren Imbissstation umgebaut. Bis auf wenige Kleinigkeiten hat der TÜV dann seinen Segen gegeben“, berichtete er weiter. Heute vermietet er das Fahrzeug unter dem Namen „Firetruck Allgäu“ für Events jeglicher Art. Besonders stolz ist Gebbert auf ein Foto, das den Einsatz seiner „Ladder No.2“ in Summit zeigt. „Das ist kein reiner Showtruck, der hat schon viel erlebt“, schloss er mit gewisser Ehrfurcht.

"Wheels on Sunday": Amerikanische Autos rollen auf dem Lechfeld

Autos sind ein Spiegelbild amerikanischer Automobilgeschichte

Die rund 70 Fahrzeuge, die sich auf dem Parkplatz sowie dem Seitenstreifen der Siemensstraße versammelten, stellten ein Spiegelbild der amerikanischen Automobilgeschichte dar. Karossen der 1950er bis heute buhlten um die Blicke der Besucher, die sich erfreulicherweise durchweg an die gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor einer Infektion hielten. Blitzendes Chrom, nicht alltägliche Farben und geschwungene Kurven der noch voll aus Metallblechen gefertigten Fahrzeuge zogen nicht nur Fahrer, sondern auch Schaulustige an.

Neben dem Feuerwehrfahrzeug machten andere Einsatzfahrzeuge ebenso auf sich aufmerksam: Ein Ford Crown Victoria P71 der Indiana State Police wurde von Besitzer Dominik Schreiegg aus Untermeitingen ausgestellt, eine Harley Davidson der California Highway Patrol kam mit Eigentümer Stefan Riedl aus Freising zum Treffen. „Wir gehören zur Bavaria Highway Patrol, eine Gruppe von Freunden amerikanischer Polizeifahrzeuge“, sagte Riedl. Die Verbindung, deren Vereinsgründung kurz bevorsteht, verfüge über drei Autos und zwei Motorräder, so der Biker. „An den Gefährten werden in den USA nahezu alle einsatzrelevanten Dinge, wie Signallichter, Sirenen, Funkgeräte und sonstige Teile, abgebaut. Über das Internet suchen wir dann authentische Elemente und bauen sie wieder an.

Der American LaFrance Feuerwehrtruck war wohl der spektakulärste Teilnehmer.
Bild: Uwe Bolten

Da die Fahrzeuge weder nach Beschriftung noch Farbe deutschen Einsatzfahrzeugen ähneln, kommen sie recht problemlos durch den TÜV“, sagte er. Bei der Fahrt müssten jedoch die Einsatzleuchten abgedeckt werden, ein Trennschalter unterbricht die Stromzufuhr zu diesen Bauteilen. „Wir freuen uns über weitere Interessenten an unserem Hobby“, schloss Riedl mit Hinweis auf die Facebook-Seite der Gruppe.

Das Autotreffen endete mit einer kleinen Panne

Marianne Theil, Inhaberin des Four Corners, blickte sehr zufrieden auf die Gäste im Biergarten und im Restaurant. „Es ist schön, dass es nach dieser langen Durststrecke wieder ein wenig aufwärtsgeht“, sagte sie und bedankte sich bei Harm Ritter, der die Unterstützung durch das Lokal und das Personal besonders hervorhob. Die Veranstaltung endete mit einer kleinen Panne: Bei einem wegfahrenden Oldtimer löste sich der Schlauch der Getriebeölzuführung, die auf die Straße ausgelaufene Flüssigkeit wurde von der Untermeitinger Feuerwehr gebunden.

Noch mehr Bilder vom Autotreffen finden Sie hier:

Bei "Wheels on Sunday" waren rund 70 amerikanische Fahrzeuge in Untermeitingen zu sehen.
63 Bilder
US-Cars: „Wheels on Sunday“ macht Station in Untermeitingen
Bild: Uwe Bolten
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