Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Wie Bobingen vom Dorf zur Stadt wurde

Stadtjubiläum I

19.01.2019

Wie Bobingen vom Dorf zur Stadt wurde

Dr. Hans Frei

Das Festprogramm beleuchtet mit einem Vortrag die Entwicklung über die vergangenen 50 Jahre hinaus

Die Stadterhebung von Bobingen vor 50 Jahren ist im Programm zum Jubiläumsjahr ein willkommener Anlass, um zurückzuschauen auf eine mehr als tausendjährige bewegte Ortsgeschichte. „50 Jahre Stadt Bobingen - Vom Dorf zur Stadt“ ist Thema eines Vortrags von Prof. Dr. Hans Frei am Donnerstag, 24. Januar, um 19 Uhr im Unteren Schlösschen in Bobingen.

Dabei gilt es eine lange Entwicklung zu beleuchten. Vom Dorf „Pobinga“ in der Zeit des Bischofs Ulrich über die mittelalterliche Dienstmannensiedlung des Hochstifts Augsburg bis zum Sitz eines bischöflichen Pflegamtes bestimmte die Nähe der Reichs- und Bischofsstadt Augsburg Lebensbedingungen vor Ort. Das stattliche Dorf umfasste um 1800 bei der Eingliederung in das Kurfürstentum/Königreich Bayern etwa 1300 Einwohner in 240 Anwesen und ländlichen Handwerksbetrieben.

Nur geringe Impulse gingen zunächst vom Anschluss an die Eisenbahn im Jahr 1847 aus, sagt Prof. Dr. Frei. Umso kräftiger waren die Auswirkungen der Gründung einer Kunstseidefabrik auf dem Gelände einer Bleicherei um 1900 in den Singoldwiesen. Das Industrie-Areal erlebte nach 1950 ein starkes Wachstum und entwickelte sich unter der Regie der Farbwerke Hoechst zu einer weltweit bekannten Produktionsstätte der Chemiefaser „Trevira“.

Mit dem Wachstum der Bevölkerung erweiterte sich der Siedlungsraum zwischen Singold und Bahnlinie deutlich und die Funktion wandelte sich vom Gewerbe- und Industriestandort zu einem zentralen Ort für Dienstleistung, Bildung und Kultur im Ballungsraum Augsburg.

Die logische Folge war die Ernennung zum Markt 1953 und zur Stadt 1969 nach Artikel 3 der Bayerischen Gemeindeordnung. Mit der Eingemeindung der Nachbardörfer Straßberg, Reinhartshausen und Waldberg und dem Anstieg der kommunalen Aufgaben erweiterte sich die Ausstrahlung und Bedeutung der Stadt beträchtlich.

Zahlreiche Baudenkmäler wie Kirchen oder ehemalige Schlösschen dokumentieren die wechselvolle Geschichte.

Prof. Dr. Hans Frei, Jahrgang 1937, wohnte von 1944 bis 1967 in Bobingen. Als Leiter einer Pfarrjugendgruppe war er hier engagiert, als Student bei archäologischen Ausgrabungen beteiligt und als Bezirksheimatpfleger und als Museumsdirektor bei zahlreichen Projekten in Bobingen aktiv. Zuletzt setzte er sich 2018 für den Erhalt des Trevira-Schlots ein. Der Eintritt zu seinem Vortrag ist frei. (SZ)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren