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Jubiläum

03.01.2019

Wie Bobingen zur Stadt wurde

Einen Festzug wie vor 50 Jahren soll es auch kommenden Sommer wieder geben. Doch Details will die Stadt erst in einigen Tagen verraten. Vor dem Bobinger Rathaus gab es zur Stadterhebung von 1969 einen großen Festakt.
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Einen Festzug wie vor 50 Jahren soll es auch kommenden Sommer wieder geben. Doch Details will die Stadt erst in einigen Tagen verraten. Vor dem Bobinger Rathaus gab es zur Stadterhebung von 1969 einen großen Festakt.

Bobingen wird 50. Bauprojekte für Hallenbad, Krankenhaus und Feuerwehr waren 1969 der Stolz der Gemeindeväter.

Ihren 50. Geburtstag will die Stadt Bobingen im neuen Jahr mit allen Bürgern ganz groß feiern. Zum Jubiläum der Stadterhebung vom Juli 1969 wird es 2019 über mehrere Monate ein vielseitiges Programm mit Aufführungen, Konzerten und einem Festzug geben, den die örtlichen Vereine und Organisationen gestalten. Das Kulturamt der Stadt hat lange am Konzept gearbeitet und die Ideen der örtlichen Gruppen koordiniert. Näheres zum Programm will die Stadt jedoch erst in den nächsten Tagen öffentlich machen.

Die Warnung des Landrats

Ein Blick in die Archive zeigt, wie der Marktgemeinderat vor einem halben Jahrhundert Bobingens Entwicklung vorantrieb. Schon im Juli 1964 hatte Landrat Dr. Franz Xaver Frey im Innenministerium die Stimmung ausgelotet und ein günstiges Klima ausgemacht. Darum empfahl er Bobingen, „langsam und ohne Behandlung im Marktrat oder in der Öffentlichkeit Material zu sammeln und einen formlosen Antrag vorzubereiten“. Landrat Frey hat die Gemeinderäte vorgewarnt: Als Stadt werde sich Bobingen ganz neuen Herausforderungen stellen müssen. Doch den Ratsmitgliedern war nicht bange. Sie hatten ja schon viel vorzuweisen. Die Erhebung zur Stadt bringe zwar keine direkten Vorteile, so Frey, bedeute aber „eine gewisse Anziehungskraft für Außenstehende und bedingt eine gewisse Großzügigkeit in Planung und kommunaler Entwicklung“.

Im April 1966 entschieden die Ratsmitglieder erstmals, einen formellen Antrag zu stellen. Dafür finden sich in den Protokollen gewichtige Gründe: Seit der Markterhebung 1953 sei Bobingen zum wirtschaftlichen und schulischen Mittelpunkt im nördlichen Teil des Landkreises Schwabmünchen geworden; die Einwohnerzahl war seitdem um ein Drittel auf 9200 gestiegen.

Das „neuzeitliche Freibad“

Der Ort habe „ein ständiges Anwachsen der Großindustrie und des Gewerbes, eine Verbesserung und Ausweitung seiner Schulen und kulturellen Einrichtungen erfahren“. Das Haushaltsvolumen lag bei 11,77 Millionen D-Mark, der Krankenhaus-Neubau stand bevor, das „neuzeitliche Freibad“ und viele weitere Argumente ließen die Bobinger hoffen, dass sie mit ihrer Tausend-Jahrfeier auch die Stadterhebung verbinden könnten.

Als Problem sah Bürgermeister Alois Häring die nicht ausreichende Zahl von Fremdenbetten, denn auch aus der französischen Partnerstadt Aniche erwartete man für das große Fest eine stattliche Delegation. Die Hoffnung, dass die Einwohnerzahl von 10000 erreicht würde, erfüllte sich zunächst aber noch nicht.

„Es wäre besonders attraktiv, wenn bis 1969 auch das schon seit Längerem geplante Hallenbad entstehen würde“, heißt es im regen Schriftverkehr von 1967. Im folgenden Jahr wurde es dann ernst: Das Landratsamt mahnte die Bobinger, möglichst bis Weihnachten 1968 alle erforderlichen Karten und Fotos, Protokolle und Urkunden beim bayerischen Innenministerium einzureichen. Am 21. Januar 1969 stellte der Marktgemeinderat einen offiziellen Antrag; begründet wurde er unter anderem mit der Fertigstellung großer kommunaler Baumaßnahmen von überörtlicher Bedeutung.

Als Termin für die Stadterhebungsfeier wurde Ende Juli anvisiert, „damit sie unmittelbar vor dem Laurentiusmarkt stattfindet und die Einweihung des neu erbauten Krankenhauses in die Festwoche einbezogen werden kann“.

So geschah es dann auch und mit einem Solistenkonzert begann am 10. Mai 1969 das bunte Programm. Es gab eine Serenade mit Zapfenstreich, Ausstellungen und Vorträge, Festschrift und Feuerwerk, sportliche Wettkämpfe und am 26. Juli einen Festakt vor dem Rathaus, bei dem Innenminister Bruno Merk die ersehnte Urkunde an Bürgermeister Häring überreichte.

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