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Wie Johnny Cash am Lech fror

Kommentar Von Pitt Schurian
28.01.2019

Lange vor dem Four Corners brachte Penzing einen Country Star hervor.

Wenn Johnny Cash gewusst hätte, wie viele nach ihm – unweit seiner ersten Auftritte – im Four Corners in Untermeitingen seine Songs anstimmen: Bevor er mit 22 Jahren zurück in die USA ging und eine Weltkarriere als County-Musiker begann, schrieb er im nahen Penzing schon Texte über Liebe und Heimweh. Es waren noch keine Songs für die Massen, sondern Briefe an seine Verlobte. Es wird viel spekuliert, welche seiner Eindrücke aus der Militärzeit zwischen 1951 und 1954 Eingang in seine späteren Lieder fanden. Als verbürgt gilt jedoch, dass er seine erste Gitarre in Landsberg im Musikhaus Ballach am Hinteren Anger gekauft habe und in Penzing seine erste Band gründete: „The Landsberg Barbarians“, eine Anspielung auf die örtliche Truppenzeitung „The Landsberg Bavarian“. So hat es zumindest eine umfassende Ausstellung der Stadt Landsberg 2015 dokumentiert.

Der Blick auf den Privatmann und den Lebensweg des Musikers von Weltrang widerlegt auch das Klischee vom Countrysänger, der entweder ein weltfremder alter Mann sei, für den die Erde in den Weiten der Prärie endet, oder ein romantischer Minnesänger, der seine Ideale einer Liebsten besingt. Doch Countrymusik kann alles mögliche sein. Junge Frauen singen sie ebenso wie alte Gruppen. Mal klingt die Musik nach Banjo und Fiddle, mal nach Popp oder Folk. Die Übergänge sind fließend. Und die Texte spiegeln mal schnulzige Wehmut, mal kritische Anklagen. Auf jeden Fall helfen sie gegen kalte Winterabende auf der flachen Ebene am Lech. Von „this cold wet place“ schrieb Johnny Cash schon vor 65 Jahren nach Hause in die USA.

Und so geht es heute im Four Corners zu.

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