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Königsbrunn

28.05.2020

Wie Königsbrunner Hospizhelferinnen ihre Klienten grüßen

Hospizbegleiterin Angelika Koch (Mitte) hatte die Idee, Blumensträuße als Gruß an die die 18 betreuten Menschen des Hospizvereins Christrose zu verteilen. Die beiden Koordinatorinnen Gabi Jones (links) und Silvia Regner unterstützten sie.
Bild: Claudia Deeney

Plus Die Königsbrunner Hospizhelferinnen dürfen nicht zu den Menschen, die sie betreuen. Sie hoffen auf Lockerungen, denn: „Die Sterbenden haben keine Zeit, abzuwarten.

„Wir haben euch nicht vergessen“ – das sollen die achtzehn Blumensträuße den Menschen sagen, die derzeit von den Sterbebegleitern des ökumenischen Hospizvereins Christrose Königsbrunn, unterstützt werden. „Seit dem 11. März dürfen wir die Menschen nicht mehr persönlich besuchen, um sie auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens zu begleiten“, sagt Angelika Koch.

Die strikten Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie treffen nicht nur aktiv im Leben stehende Männer, Frauen und Kinder, sondern auch unter anderem Menschen, die schwer krank sind und sterben werden.

Die Hand halten oder gemeinsame Spaziergänge sind nicht möglich

Vor Corona war Angelika Koch als ehrenamtliche Hospizbegleiterin bei einer älteren Dame regelmäßig zu Besuch. „Die Hand halten, wenn möglich miteinander reden, zusammen spazieren gehen, einfach da sein, helfen mit den täglichen Veränderungen umzugehen“, führt Koch ein paar der Beispiele ihrer Aufgaben an.

All das fällt jetzt weg und es ist für die Hospizbegleiterin besonders traurig, dass die Dame während der Einschränkungen verstorben ist: „Von heute auf morgen konnte ich die Sterbende nicht mehr besuchen und ich konnte leider auch keinen Abschied nehmen.“

Ein Blumenstrauß hilft beim Abschiednehmen

Abschied nehmen ist wichtig für Angelika Koch. Sie habe in der Zeit der Begleitung eine Beziehung aufgebaut und es gehört für die Königsbrunnerin dazu, persönlich noch einmal Lebewohl zu sagen. Der Hospizverein steht zurzeit telefonisch mit den Heimleitungen oder auch Familien in Kontakt. Daher kam Angelika Koch auf die Idee, ein Zeichen zu senden an die Menschen, denen die normalerweise intensive Lebensbegleitung auf ihrem letzten Lebensabschnitt jetzt fehlt. „Und was eignet sich da besser als ein Blumenstrauß“, fragte sie sich und die Leitung des Vereins.

„Blumen, daran erfreuen sich alle Menschen, auch wenn sie dement sind oder sehr krank“, erklärt Koch. Mit der Bitte um Unterstützung wandte sie sich an das Gartencenter Wörner. Das Ergebnis ihrer Bemühungen konnte die Hospizbegleiterin jetzt in Empfang nehmen. Achtzehn bunte Blumensträuße zu einem Sonderpreis, da das Gartencenter Wörner sich mit 100 Euro beteiligte.

"Die Sterbenden haben nicht mehr die Zeit abzuwarten"

Begleitet wurde Koch von zwei Koordinatorinnen der Christrose und die drei Damen fuhren nach der Abholung, mit ihren Frühlingsgrüßen zu den jeweiligen Einrichtungen. Jedem Strauß lag ein Brief des Vereins Christrose bei und eine persönliche Karte des jeweiligen Hospizbegleiters. Die Einsatzleiterinnen Silvia Regner und Gabi Jones lobten den Einsatz von Koch und Regner sagte: „Das war im Vorfeld ein ganz schöner Aufwand und es gab doch einiges zu organisieren für Angelika und wir sagen Danke für ihr Engagement.“

Die so Gelobte freut sich natürlich über die Anerkennung und ist sich auch sicher, dass die Blumensträuße die gewünschte Botschaft übermitteln werden. Noch mehr freuen würde sie sich, wenn die Beschränkungen bald aufgehoben werden, wie sie sagt: „Die Sterbenden haben meist nicht mehr die Zeit abzuwarten. Ich selbst wäre sehr glücklich, wenn ich bald wieder ganz persönlich Kontakt haben darf, um Menschen auf ihrem letzten Abschnitt ihres Weges zu begleiten.“

Warum sich Menschen für das Ehrenamt als Hospizbegleiter entschieden haben, lesen Sie hier: Begleiter auf dem letzten Lebensweg

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