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Landkreis Augsburg

31.01.2021

Wie Narren im Landkreis Augsburg heuer Fasching feiern

Ausgelassen feierten die Besucherinnen im vergangenen Jahr beim Weiberfasching in der Schwabmünchner Stadthalle. Wegen Corona fällt die Veranstaltung 2021 aus.
Foto: Uwe Bolten

Plus Corona macht dem närrischen Treiben im Landkreis einen Strich durch die Rechnung. Die Faschingsgesellschaften haben sich aber Alternativen einfallen lassen.

Normalerweise feiern sie auf Faschingsbällen, präsentieren Gardetänze und ziehen auf ihren Wagen von Dorf zu Dorf. Doch die Corona-Krise hat dem närrischen Treiben im Landkreis vorerst ein Ende gesetzt. Für Faschingsgesellschaften, die sich oft monatelang vorbereiten, ist es eine herbe Enttäuschung.

"Anfangs haben wir gehofft, dass wir zumindest ein bisschen feiern können", sagt Benjamin Schnitzler. "Aber dass jetzt gar nichts geht, ist wirklich schade." Seit sechs Jahren ist er Präsident der Mittelneufnacher Faschingsgesellschaft Neufnarria, seit 13 Jahren Mitglied. Einen Fasching ohne närrisches Treiben hat er noch nie erlebt.

Faschingsbälle des TSV in Schwabmünchen waren bereits geplant

Dabei hatten die Tänzerinnen die Choreographie für ihren Marsch bereits einstudiert. Mit Abstand hatten sie trainiert, doch im Herbst ging nichts mehr. "Sie werden den Marsch dann wohl im nächsten Jahr aufführen", sagt Schnitzler. Als Präsident der Neufnarria wäre er jetzt ganz schön im Stress. Faschingsball, Elferrat, Hofball, Kehraus. Davon kann er nur träumen. "Vor Weihnachten habe ich noch gedacht, etwas Ruhe ist vielleicht auch mal ganz schön. Aber jetzt bitzelt es mich doch", sagt Schnitzler. Ihm fehle das übliche Faschingstreiben.

Im vergangenen Jahr feierten die Mitglieder der Neufnarria. Doch heuer muss das närrische Treiben coronabedingt ausfallen.
Foto: Marcus Angele (Archivbild)

Ähnlich sieht es Angelika Kraus. Als Leiterin der Turnabteilung des TSV Schwabmünchen organisiert sie seit Jahren die Faschingsbälle des Vereins. Zwei Kinderbälle, Kaffeekränzchen, Weiberfasching - die Termine standen, die Schwabmünchner Stadthalle samt Musiker waren gebucht. "Es tut uns allen weh, dass wir jetzt nichts anbieten können", sagt Kraus.

Abteilungsleiterin sagt: Digitale Treffen können den Fasching nicht ersetzen

Bis zu 1000 Besucher kamen zu den Festen des TSV. Doch schon im Herbst war uns klar, dass Fasching heuer ausfällt, sagt Kraus. Gerade für die Kinder und Jugendlichen, die wochenlang Tänze einstudieren und sich auf ihren Auftritt freuen, sei es schade. Es stecke viel Herzblut darin.

Nun bleibt der Abteilungsleiterin nur eines: Hoffen, dass im nächsten Jahr wieder Veranstaltungen möglich sind. Doch noch ist sie skeptisch: "Es ist überhaupt nicht abzusehen, ob und in welcher Form das möglich sein wird."

Von digitalen Alternativen hält Kraus wenig: "Unser Weiberfasching lebt davon, dass wir miteinander auf der Tanzfläche stehen und Spaß haben." Das ließe sich mit Online-Treffen nicht ersetzen.

Lecharia in Klosterlechfeld beteiligt sich an Online-Veranstaltung

Matthias Krause, Hofmarschall der Klosterlechfelder Faschingsgesellschaft Lecharia, will es trotzdem versuchen. Auch er sagt, dass sich die Faschingsveranstaltungen nicht ersetzen lassen. Dennoch will er am Faschingssonntag über die Video-Plattform Zoom eine kleine Zusammenkunft unter Narren organisieren.

Hunderte kostümierte Narren sind durch die Straßen von Klosterlechfeld gezogen. Tausende Besucher jubelten den rund 30 teilnehmenden Gruppen zu. Hier die schönsten Fotos davon.
66 Bilder
So bunt war der Faschingsumzug in Klosterlechfeld

Die Idee: Um trotz Corona-Krise an das bunte Treiben zu erinnern, werden Videos von früheren Märschen und Gardetänzen gezeigt. Der Kölner Kabarettist Heinz Gröning wird zugeschaltet, Krause moderiert das Ganze. Etwa zwei Stunden soll die digitale Veranstaltung dauern. Jeder, der will, kann sich anmelden. Die ersten 20 Teilnehmer erhalten eine kleine Lunchbox. Außerdem werden die besten Kostüme gekürt.

"Es soll eine nette Erinnerung an den Fasching werden", sagt Krause. Auch bei der Lecharia würden die Veranstaltungen heuer schmerzlich vermisst. Weil nicht trainiert werden darf, fehle auch der Austausch unter den Vereinsmitgliedern. Dem möchte Kraus nun zumindest im Kleinen etwas entgegensetzen.

Mitglieder des CCK Königsbrunn schwelgen virtuell in Erinnerungen

Auch die Mitglieder des CCK Fantasia in Königsbrunn wollen zumindest virtuell für Faschingsstimmung sorgen. Über soziale Medien tauschen sie sich aus, verschicken Bilder von früheren Auftritten und erinnern sich an die Feiern der vergangenen Jahre. "Wir versuchen, alle bei Laune zu halten", sagt Vorsitzender Dieter Schwab. So wurden digitale Gruppentrainings angeboten und Kinder konnten Choreografien üben und die Videos mit anderen Mitgliedern teilen.

An die üblichen Faschingsveranstaltungen ist jedoch nicht zu denken. "Jetzt wären wir eigentlich gerade am Höhepunkt", sagt Schwab. Vor allem für die langjährigen Aktiven sei es ungewohnt, frei zu haben. "Wir sind alle ein bisschen wehmütig, aber es lässt sich nicht ändern", sagt Schwab.

Dabei war die Faschingssaison auch bei der CCK Fantasia schon weitestgehend geplant. "Die Kostüme waren entworfen, unser Motto stand", sagt Schwab. Das werde nun erst am 11. November diesen Jahres bekannt gegeben - in der Hoffnung, dass die Narren dann wieder feiern können.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Ausgangssperre statt Narrenfreiheit

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