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Osram

02.03.2019

Wie Schwabmünchen zum Vorreiter bei 5G werden soll

In diesen „Reinräumen“ werden High-Tech-Plättchen für Leuchtdioden hergestellt.
Bild: W. Scheible/Dt. Telekom

Plus Der neue Mobilfunkstandard 5G soll bei Osram in Schwabmünchen bei Transportrobotern getestet werden. Auch Privatnutzer könnten vom neuen Netz profitieren.

Wer im Schwabmünchner Osram-Werk durch die Hallen geht, der erlebt zwei völlig verschiedene Welten: Auf der einen Seite die traditionelle Glühdraht-Produktion, wo die Öfen die Temperaturen aufheizen, alles etwas staubig wirkt und die Menschen in der klassischen Kleidung von Industriearbeitern unterwegs sind.

Ein paar Meter weiter das genaue Gegenteil: Männer und Frauen, die in weiße Schutzanzüge gekleidet in klimatisierten und nahezu sterilen Räumen komplizierte Maschinen bedienen. In diesen „Reinräumen“ werden High-Tech-Plättchen für Leuchtdioden hergestellt. Und dann sind da noch die Transportroboter unterwegs, die demnächst mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G gesteuert werden, so dass Schwabmünchen einer der ersten Orte in Deutschland ist, in dem diese neue Technik zum Einsatz kommt.

Industrielle Nutzung von 5G soll in Schwabmünchen getestet werden

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom soll dabei in Schwabmünchen die industrielle Nutzung von 5G getestet werden. Die neue Technik soll bei den Robotern im Schwabmünchner Werk eingesetzt werden, die Produkte und Materialien im Werk transportieren. „Durch die schnellere Datenübertragung und Datenverarbeitung über 5G ist natürlich bei kabellosen Anwendungen wie den Transport-Robotern eine schnellere Produktion möglich“, sagt Kathrin Kienle von der Osram-Pressestelle.

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Die Antenne für die Nutzung des 5G-Mobilfunknetzes ist schon vorhanden.
Bild: Wolfgang Scheible/Deutsche Telekom

Das Projekt sei eine Aufwertung des Standorts in Schwabmünchen und ein weiterer großer Schritt beim Umbau des Werkes weg von Glühdrähten und Leuchtstoffen hin zu hochmodernen Produkten: „Wir bewegen uns an der Spitze einer ganz neuen Technologie. Das ist ein Statement in Richtung High-Tech und smarter Fabrik in Schwabmünchen“, so die Osram-Pressesprecherin. Doch noch sind die 5G-Lizenzen nicht versteigert – das soll im Frühjahr dieses Jahres geschehen. Und wenn das über die Bühne gegangen ist, könnte der neue Mobilfunkstandard in Schwabmünchen ganz schnell zum Einsatz kommen. „Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen. Wenn die Lizenzen da sind, können wir den Schalter umlegen“, sagt Osram Vice President Stefan Fritz.

Das Netz ist auf das Schwabmünchner Werk beschränkt, doch auch Privatnutzer, die in der Nähe unterwegs sind, könnten dann 5G nutzen, wenn sie ein entsprechendes Handy haben und Telekom-Kunde sind. Denn ein Teil des Netzes ist auch öffentlich. Wie weit das öffentliche Netz reicht, ist noch unklar. Mit etwas Glück kann man also vielleicht sogar im nahegelegenen McDonalds 5G nutzen.

Arbeitsplätze bei Osram müssen den neuen Anforderungen angepasst werden

Die neue 5G-Technik soll bei den Robotern im Schwabmünchner Werk eingesetzt werden, die Produkte und Materialien im Werk transportieren. 
Bild: Wolfgang Scheible/Deutsche Telekom

Die Transportroboter, die den neuen Standard nutzen, kommen in der traditionellen Glühdraht-Produktion zum Einsatz, in der immer noch über 90 Prozent der 320 Osram-Mitarbeiter beschäftigt sind. Wie lange in Schwabmünchen noch Glühdrähte hergestellt werden, da wollten sich die Verantwortlichen bei Osram nicht festlegen. In einem Interview mit unserer Redaktion hatte Osram-Chef Olaf Berlien davon gesprochen, dass durch die Transformation des Schwabmünchner Werkes 100 Arbeitsplätze verloren gehen, aber im Gegenzug etwa 190 neue geschaffen würden.

In den neuen „Reinräumen“ werden derzeit nur Muster produziert. Wann genau die die Produktionsphase der High-Tech-Plättchen für Leuchtdioden in Schwabmünchen beginnt, ist noch unklar. Dabei stehen die Osram-Chefs in Schwabmünchen auch vor der Aufgabe, die Mitarbeiter entsprechend fit zu machen für die neuen Techniken. „Wir müssen die Arbeitsplätze den neuen Anforderungen anpassen, und dabei steht der Mensch im Mittelpunkt“, betont der Schwabmünchner Werksleiter Ingo Hild.

In dieser Halle werden die Glühdrähte in Schwabmünchen produziert.
Bild: Wolfram Scheible, Deutsche Telekom

In Absprache mit dem Betriebsrat und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur werden die Mitarbeiter qualifiziert: „Wir wollen möglichst alle Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen. Der eine oder andere wird den Weg vielleicht nicht mitgehen können oder wollen, aber das Angebot gilt für alle“, ergänzt Vice President Stefan Fritz: „Osram setzt auf den Standort Schwabmünchen und wir schaffen mit unseren Innovationen die Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Norbert Staub: Was Schöffel und Osram unterscheidet

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