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Ausstellung

17.07.2019

Wie die Mondlandung die Bobinger in ihren Bann zog

Corinna Kammerer mit dem Extrablatt der Augsburger Allgemeinen zur Mondlandung vor 50 Jahren, das in der Ausstellung zu sehen ist.
Bild: Ingeborg Anderson

Eine Schau des Heimatvereins ermöglicht in Bobingen einen Blick ins Jahr 1969. Sie zeigt, wie die Menschen lebten und wie der Weltraum Schlagzeilen machte.

Die Mondlandung vor 50 Jahren hat in Bobingen auch den Heimatverein der Hochsträßler in den Bann gezogen. Entsprechende Zeitdokumente von damals sind nun in einer Ausstellung zu sehen. Die Sonderschau „Mode und Mondlandung“ ist am Jahrestag der Mondlandung, am Sonntagnachmittag in Bobingen zu sehen.

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Zwei Zeitungsausgaben an einem Tag

Es war ein Ereignis, dem die Augsburger Allgemeine wenige Stunden nach dem Aufsetzen der Mondfähre „Eagle“ auf dem Erdtrabanten eine Sonderbeilage widmete. „Der Mensch hat den Mond erobert“ titelte unsere Zeitung. Außerdem berichtete die reguläre Ausgabe am 21. Juli sowohl von der geglückten Leistung als auch am Tag darauf vom Rückstart zur Erde.

In der Sonderausstellung zum Stadtjubiläum, die mit Erinnerungsstücken aus der Zeit des Wirtschaftswunders und des Höhepunkts der bemannten Raumfahrt gestaltet wird, sind diese besonderen Ausgaben der Zeitung zu sehen.

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Vereinsvorsitzende Corinna Kammerer hat nicht lange suchen müssen, um an die ein halbes Jahrhundert alten, seltenen Zeugnisse zu kommen: „Ich habe im Bekanntenkreis von unserer geplanten Ausstellung zum Thema Mode und Mondlandung erzählt und da hat Helga Eckart uns die Zeitungen zur Verfügung gestellt“, berichtet sie.

Zeitzeugnisse aus väterlicher Sammlung

Und Helga Eckart erzählt, woher sie die Zeitungen hat. „Mein Vater hat bei der Augsburger Allgemeinen gearbeitet und Zeitungen zu besonderen Ereignissen aufgehoben - von der Mondlandung eben und beispielsweise auch von der Stadterhebung Gersthofens.“

Sie erinnert sich noch sehr lebhaft wie das damals am 21. Juli vor 50 Jahren war: „Wir hatten erst 1968 einen Fernseher bekommen und klebten zur Mondlandung förmlich an dem Gerät“, erzählt sie. „Es war schier unglaublich. Sogar unsere sehr religiöse Oma, die beim ersten Sputnik noch skeptisch war, war fasziniert, wie so etwas möglich ist.“

Wie man sich das Bild vorstellen muss, das die Familie damals abgab, und wie die Wohnzimmer des TV-Publikums damals ausgesehen haben mögen, illustrieren weitere Ausstellungstücke: Röhrenfernsehgerät, Bowlenservice, Häkeldeckchen, Sammeltassen und die unverkennbare Tapete in Beige-Braun-Tönen. Dazu die junge Frau Eckart in Schlaghosen oder Mini-Rock, die Salzbrezeln knabberte und Coca Cola trank? Sie bestätigt das. „Und mit großen Lockenwicklern im Haar, denn gerade lange Haare waren damals angesagt“, fügt sie hinzu und lacht.

Eine Zeitreise in die 1960er-Jahre

Mit dieser Ausstellung laden die Hochsträßler ein zu einer nostalgischen Zeitreise, die außer der Mode sowie den Zier- und Gebrauchsgegenständen auch noch über damals modische Rezepte informiert, die die Hausfrau – in gerüschter Schürze – ihrer Familie oder ihren Gästen vor etwa 50 Jahren kredenzte. Die Besucher können außerdem in Frauenzeitschriften blättern und so weitere Einblicke in Design und Lebensart der 1960er Jahre gewinnen.

„Mode und Mondlandung“ ist im Dachgeschoss der Alten Mädchenschule in Bobingen, Pestalozzistraße 1 zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung am Sonntag, 21. Juli, von 15 bis 18 Uhr.

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