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Waldberg

17.06.2019

Wie ein Triathlon das eigene Leben verändert

Gabriela Harnischfeger aus Waldberg hat über die Jahre jede Menge Triathlonerfahrung gesammelt. Nun schreibt sie ein Buch, um anderen ihren Sport schmackhaft zu machen.
Bild: Daniel Weber

Plus Die erfolgreiche Sportlerin Gabriela Harnischfeger schreibt für Anfänger ein Buch über ihren Sport. Nach langer Schonfrist greift sie auch selbst wieder an.

3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und dann noch einen Marathon über 42,2 Kilometer laufen: Die meisten haben die furchteinflößende Ironman-Distanz im Kopf, wenn sie das Wort Triathlon hören. Kann dieser Sport überhaupt gesund sein? Diese Frage beantwortet die ehemalige Weltklasse-Triathletin Gabriela Harnischfeger mit einem klaren Ja. Damit das möglichst viele Menschen erfahren, schreibt sie ein Buch darüber. Dabei geht es ihr nicht um Profisportler und die Ironman-Distanz, sondern eher um Anfänger und kürzere Strecken.

Mit 47 Jahren errang die Frau aus dem Bobinger Ortsteil Waldberg den Altersklassensieg beim Ironman auf Hawaii, kennt sich also bestens aus in Sachen Triathlon. Dass sie inzwischen 54 Jahre alt ist, ist für sie kein Grund zum Aufhören. Im Jahr 2013 bestritt sie ihren letzten Ironman, doch in der olympischen Distanz – 1,5 Kilometer schwimmen, 40 Kilometer Rad fahren, zehn Kilometer laufen – tritt sie noch immer an.

Erfahrungen hat sie über die Jahre genügend gesammelt

Allerdings habe der Sport inzwischen nicht mehr die gleiche Priorität in ihrem Leben wie früher. „Mit zunehmendem Alter gehen manche Türen zu, aber andere tun sich auf“, erklärt sie ihre Sicht der Dinge. Damit scheint sie recht zu haben: Neben dem Training hat sie einen neuen Bereich im Triathlonsport entdeckt. Sie hat damit begonnen, ein Buch über die Sportart zu schreiben. Erfahrungen hat sie über die Jahre genügend gesammelt, und auch auf der medizinischen Seite des Sports ist sie als ehemalige medizinisch-technische Assistentin bewandert.

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In ihrem Buch geht es darum, wie der Triathlon das eigene Leben positiv verändern kann – bei jedermann. Dabei widmet sie sich Fragen wie dem richtigen Einstieg, den Vorteilen für den Alltag und wie man den inneren Schweinehund überlistet. Der gesundheitliche Nutzen ist Harnischfeger besonders wichtig: „Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte sind in unserer Gesellschaft sehr weit verbreitet. Triathlon ist da ein sehr gutes Gegenmittel.“

Eine leicht verständliche Einführung in die allgemeine Trainingslehre

Ihre Leser bekommen eine leicht verständliche Einführung in die allgemeine Trainingslehre. Aber auch auf Themen wie Ernährung, Achtsamkeit und Stressvermeidung geht die Autorin ein. Diese Dinge seien auch im Alltag sehr hilfreich, erzählt sie: Sie selbst konnte nach einer Operation am Rücken viele Wochen nicht einmal mehr gehen, die antrainierte mentale Stärke habe ihr in dieser Zeit sehr geholfen.

Während ihrer Sportlerkarriere hat sich bei der Triathletin eine beachtliche Menge Fachliteratur angesammelt, die sie nun sortieren und neu durchgehen musste. „Mein Ziel ist es, wissenschaftlich zu arbeiten, ohne wissenschaftlich zu schreiben“, sagt sie. Auch Leser ohne Vorwissen sollen alles leicht verstehen.

Sie kümmert sich um drei Töchter, zwei Pferde und einen Hund

Der genaue Titel für ihr Werk steht zwar noch nicht fest, doch es soll pünktlich am 1. März 2020 erscheinen. Dafür musste sich die Sportlerin ihre Zeit neu einteilen. Ihre Stelle als medizinisch-technische Assistentin in einer Apotheke gab sie Anfang 2019 auf. Schließlich muss sie sich schon um drei Töchter, zwei Pferde und einen Hund kümmern. Das eigene Training nimmt sie seit Jahren nicht mehr so streng wie auf ihrem Karrierehöhepunkt. Dementsprechend investiert sie weniger Zeit. Doch während der Arbeit am Buch habe sie noch einmal Lust bekommen, die Wettkämpfe etwas ernsthafter anzugehen. Außerdem stieg sie zu Beginn des Jahres in die Altersklasse Frauen von 55 bis 59 Jahre auf, weil sie im Laufe des Jahres 55 wird, und ist somit jünger als die meisten ihrer Konkurrentinnen.

Im Kalender hat sie sich einige Termine markiert, unter anderem im August die deutsche Meisterschaft in der olympischen Distanz beim Beilngries-Triathlon im Altmühltal und die Weltmeisterschaft in Lausanne im September. Vor Kurzem startete sie bereits im niederländischen Weert in die Saison: Bei der dortigen Europameisterschaft in der olympischen Disziplin erreichte sie den fünften Platz in ihrer Altersklasse und verpasste mit einer Gesamtzeit von 2:27 Stunden das Treppchen nur um rund zwei Minuten.

Die beste Zeit ihrer Altersklasse

„Im Gegensatz zu früheren Jahren war ich im Vorfeld tiefenentspannt und habe das Ambiente in Holland genossen“, berichtet Harnischfeger. Im Wettkampf habe sie trotz Neoprenanzug einige Zeit gebraucht, um sich an das knapp 18 Grad kalte Wasser zu gewöhnen. Nach genau 28 Minuten hatte sie diese Disziplin überstanden und auf dem Rad lief es deutlich besser: Mit 1:03 Stunden lieferte sie die beste Zeit ihrer Altersklasse ab. Beim Laufen machte ihr dann nicht nur die Hitze zu schaffen, sondern auch das reduzierte Lauftraining forderte seinen Tribut. Das Ergebnis des Laufs – 50 Minuten und 25 Sekunden – wertet Harnischfeger dennoch als solide und insgesamt sei sie „ganz zufrieden“ mit dem Saisonauftakt.

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