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Langerringen

30.01.2019

Wie es mit dem Gasthof „Deutsches Haus“ weitergeht 

Im Deutschen Haus in Langerringen kann weiterhin gegessen werden. Die neuen Pächter eröffnen am Freitag.
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Im Deutschen Haus in Langerringen kann weiterhin gegessen werden. Die neuen Pächter eröffnen am Freitag.
Bild: Hieronymus Schneider

Die Starkmanns sagen Servus: Ein Familienbetrieb endet nach mehr als 90 Jahren. Wie es mit der Gasttätte in Langerringen weitergeht.

Viele Langerringer wollten es lange Zeit gar nicht glauben, bis es die Wirtseheleute Birgit und Josef Starkmann selbst im Langerringer Gemeindeblatt verkündeten. Der Gasthof „Deutsches Haus“ schließt. Er ist in Langerringen und darüber hinaus seit Jahrzehnten untrennbar mit dem Namen Starkmann verbunden. Diese Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, aber sie wurde aus rein gesundheitlichen Gründen notwendig, sagen Birgit und Josef Starkmann mit ein wenig Wehmut.

Seit 1927 gibt es die Gaststätte an der Hauptstraße in Langerringen

Seit 1927 git es die Gaststätte an der Hauptstraße, die zusammen mit der Kirche und dem Rathaus den Dorfmittelpunkt ausmacht. Josef Starkmann kennt die Geschichte des „Deutschen Hauses“ ganz genau. Sein Urgroßvater Nikolaus Härtl betrieb nach dem Ersten Weltkrieg ein Wirtshaus an der Viktor-von-Scheffel-Straße und musste dieses infolge der Inflation und wohl auch wegen des Todes seiner Ehefrau aufgeben. Er verließ Langerringen für immer, aber er vermachte seinem Sohn Andreas noch das Grundstück an der Hauptstraße. Der eröffnete etwa 1927 das „Deutsche Haus“ und betrieb die Gastwirtschaft mit seiner Frau und drei Kindern.

Gasthof in Langerringen war auch unter dem Namen „Härtl“ bekannt

Ältere Langerringer sagen heute noch: „Geh ma zum Härtl“, denn der Name Starkmann kam erst 1962 ins Spiel, als die Tochter Cäcilia „Cilly“ Härtl den Josef Starkmann aus Waalhaupten heiratete und mit ihm die Führung der Wirtschaft übernahm.

Die neuen und die alten Wirtsleute am Stammtisch (von links): Thomas Pfeffer, Angelina Rindle, Sebastian Rindle, Josef und Birgit Starkmann.
Bild: Hieronymus Schneider

Die beiden Wirtsleute mit Leib und Seele führten das Gasthaus als Dorfkultur im besten bayerischen Sinne. Unzählige Familienfeiern von Hochzeiten über Taufen, Kommunionen und Konfirmationen bis zu Trauerfeiern der Langerringer Bewohner fanden hier statt. Das Deutsche Haus war auch der Mittelpunkt des Vereinslebens und blieb es auch, als die großen Vereine sich eigene Heime bauten. Noch heute beginnt und endet jeder Festzug zur Kirche beim „Deutschen Haus“ oder wie die Einheimischen sagen „beim Sepp“. Diese Tradition setzte Josef „Seppi“ Starkmann ab 1988 zusammen mit seiner Ehefrau Birgit nahtlos fort.

Nach Abriss des alten Wirtshauses wurde an gleicher Stelle und im gleichen Stil ein Gebäude mit moderner Küche, Kühl- und Kellerräumen errichtet. Dadurch entwickelte sich das Gasthaus nicht zuletzt durch die Kochkünste des gelernten Kochs Josef Starkmann zu einem weit über Langerringen hinaus gefragten und viel besuchten Speiserestaurant mit Fremdenzimmern. „Die letzten Öffnungstage bis zum Abschlussabend, der der Versammlung der Feuerwehr vorbehalten war, waren schon sehr emotional für uns“, sagen Birgit und Josef Starkmann immer noch beeindruckt. Sie sind aber sichtlich froh, dass sie eine Nachfolgerin aus Langerringen gefunden haben und somit ihr Gasthaus als ein Stück Dorfkultur erhalten bleibt.

Neue Pächterin eröffnet das Deutsche Haus am Freitag wieder

Angelina Rindle eröffnet das Gasthaus am 1. Februar wieder und will es ganz wie bisher mit regionaler schwäbischer Küche nach bewährtem Konzept betreiben. Auch der Name „Deutsches Haus“ bleibt erhalten und an den Öffnungszeiten ändert sich nichts. Die 27-jährige Mutter eines drei Jahre alten Sohnes hat ihr Handwerk als Köchin beim Schwabmünchner Hotel Deutschenbaur gelernt und sich in der Hotelfachschule „Kermes“ in München zur Küchenmeisterin qualifiziert. Zuletzt arbeitete sie bei der Bobinger Firma Naumann im Catering-Service für Kindergärten und Schulen. Ihr Vater Sebastian Rindle, selbst gelernter Koch und Metzger, sowie ihr Lebensgefährte Thomas Pfeffer unterstützen sie nach Kräften. Das Personal mit drei Küchenkräften und zehn Bedienungen hat Angelina Rindle weitgehend übernommen. „Es bleibt alles beim Alten, die Vereine, die bisher da waren, sind auch weiterhin gern gesehene Gäste und Hochzeiten und andere Feiern sind willkommen“, sagt die junge Unternehmerin.

Ab Freitag gibt es wieder täglich Mittagstisch und warme Küche bis 21 Uhr. Montag und Dienstag sind wie bisher Ruhetage. Nur die Biermarke ändert sich, statt Aktienbräu Kaufbeuren wird künftig Ustersbacher Bier ausgeschenkt. „Das kommt ja auch aus unserer Region und passt zur schwäbischen Küche, denn die Stammgäste sollen das Deutsche Haus weiterhin als ihr zweites Wohnzimmer annehmen“, sagt die neue Dorfwirtin.

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