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Königsbrunn

11.09.2019

Wie es mit den Königsbrunner Großprojekten weitergeht

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Im vergangenen Jahr begann der Abriss der Königstherme. Das Bad war geschlossen worden, nachdem die Besucherzahlen immer weiter zurückgingen und der Betreiber Insolvenz anmelden musste.
Bild: Adrian Bauer (Archiv)

Zwei Überraschungen gab es seit 2014: Das Ende der Königstherme und den Durchbruch beim Tram-Anschluss. Wie sich die großen Themen entwickelt haben.

Mehrere Großprojekte haben die Königsbrunner Stadträte durch die komplette Wahlperiode begleitet, andere kamen überraschend hinzu. Im dritten Teil unserer Serie beleuchten wir den aktuellen Stand der Dinge der Themen, die die Stadtpolitik auch noch weiterhin beeinflussen werden.

Aus der Königstherme wird Schritt für Schritt das Forum

Das Ende der Königstherme gehört zu den Punkten, die überraschend auf dem Tableau der Stadträte landeten. Das Spaßbad geriet unter der Regie von Betreiber Uwe Deyle immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten. In den sozialen Netzwerken beklagten sich Kunden über die Gegebenheiten, modernere Bäder sorgten zudem für rückläufige Besucherzahlen. Zudem standen nach 30 Jahren größere Sanierungen an. 2015 bot Deyle die Therme der Stadt zum Kauf an, als sich der Stadtrat dagegen entschied, meldete er Insolvenz an. Weil er damit viel zu lange gewartet hatte, wurde er vom Augsburger Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Stadt kaufte schließlich das Gelände – zunächst mit der Idee, es wieder fit zu machen. Doch bei genauerer Betrachtung wurde die Sanierung als zu aufwendig und teuer beurteilt. Im vergangenen Herbst wurde das ehemalige Wahrzeichen der Stadt abgerissen – zur Enttäuschung vieler Thermenfans.

Der ehemalige Saunabereich und das Funktionsgebäude stehen aber noch und könnten eine Zukunft haben. Noch im Herbst wird das Naturmuseum aus seinem maroden Heim an der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße vorübergehend in die Räume umziehen. Doch der Mehrheit des Stadtrats schwebt mittelfristig eine Nutzung mit Proberäumen für Vereine und Begegnungsort für die Bürger vor. Dazu soll eine Stadthalle auf dem Gelände entstehen. Die Pläne sind im Stadtrat zwar nicht unumstritten, wurden aber mehrheitlich beschlossen.

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Für das „Forum“ läuft ein Architektenwettbewerb zur Gestaltung, der im Herbst abgeschlossen wird.

Die Bürgermeister-Wohlfarth-Straße wird zum Boulevard

Die Verkehrsader soll zwischen den beiden Kreisverkehren umgestaltet und zu einem zentralen Boulevard gemacht werden. Der Stadtrat hat Planungen für die Gestaltung verabschiedet. So soll zwischen Markt- und Gartenstraße Tempo 20 gelten. Die Straße soll mit Bäumen gesäumt und die Plätze vor den Kirchen St. Ulrich und St. Johannes sollen aufgewertet werden.

Die erste Bauphase zwischen Rathaus- und Marktstraße soll 2020/2021 umgesetzt werden, die restlichen Bauphasen (von der Rathausstraße bis Kreisel Süd und von der Marktstraße bis zum Kreisel Nord) werden direkt daran anschließend erstellt. Verzögert wurden die Planungen auch, weil die Stadt auf eine Entscheidung der Staatsregierung zur Zukunft der Erschließungsbeiträge wartete.

Die Straßenbahn rollt nicht wie erhofft schon 2020

Etwas überraschend kam die Tram zu Beginn der Wahlperiode auf die Tagesordnung. Nach Jahrzehnten des Stillstands einigten sich die Städte Augsburg und Königsbrunn sowie der Landkreis auf die Verlängerung der Linie 3 vom bisherigen Endhalt in Haunstetten bis zum ZOB. Die im ersten Überschwang getroffenen Aussagen, 2020 werde die erste Bahn rollen, lassen sich nicht einhalten. Doch immerhin hat die Regierung von Schwaben vor Kurzem die Baugenehmigung erteilt. Sollten keine Klagen dagegen eingehen, könnten die Bauarbeiten beginnen. Die Stadt Königsbrunn investiert viel Geld in Schallschutzmaßnahmen für die Anwohner, wie begrünte Lärmschutzwände oder schallschluckende Gleiskörper.

Einige Baustellen in Königsbrunns Infrastruktur werden beseitigt

Viel investiert wird derzeit in den Um- und teilweisen Ausbau der Königsbrunner Grundschulen (wir berichteten ausführlich). Bis 2024 sollen alle drei Grundschulen runderneuert werden. Danach steht eine Erweiterung des Südgebäudes der Mittelschule an, da das Nordgebäude nicht mehr sanierungsfähig ist und Platz für Wohnbebauung machen soll.

Neu erstellt wird derzeit das Wasserwerk der Stadtwerke, das mit moderner Technik deutlich mehr Versorgungssicherheit bieten soll.

Beschlossen wurde auch der Neubau eines Wertstoffhofs an der Bobinger Straße nördlich des Gewerbegebiets Süd. Künftig sollen die Menschen dort mit ihren Autos eine Rampe hinauffahren, um von dort aus die Wertstoffe bequem in Container werfen zu können. Der heutige Standort an der St.-Johannes-Straße wird aufgelöst, um das Wohngebiet mit seinen engen Straßen vom Verkehr zu entlasten. Wann das neue Gelände gebaut werden kann, lässt sich derzeit allerdings nicht festlegen. Laut Stadt stellen sich die Vor-Untersuchungen als aufwendiger dar als gedacht. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine ehemalige Deponie und die Regierung von Schwaben fordert hier weitere orientierende Untersuchungen. Von deren Fortgang hängt ab, wann der eigentliche Bau begonnen werden kann.

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