Newsticker

Staatsregierung mahnt: Corona-Regeln gelten auch für Nikolaus
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Wie gefährlich ist ein Feuer bei einem Hybrid-Auto?

Schwabmünchen

13.11.2018

Wie gefährlich ist ein Feuer bei einem Hybrid-Auto?

Zwischen Ettringen und Hiltenfingen ist ein Hybrid-Auto in Brand geraten.
Bild: BRT/AOV

Nach dem Brand eines Hybridautos zwischen Ettringen und Hiltenfingen berichtete ein Polizist über die starke Hitzeentwicklung. Wie gefährlich sind solche Autos?

Zwischen Ettringen und Hiltenfingen ist ein Hybridauto in Brand geraten. „Es hat sehr stark und sehr heiß gebrannt“, so die Schilderung eines Polizisten vom Einsatzort. Entstehen beim Brand eines Hybrid- oder Elektrofahrzeugs höhere Temperaturen als bei einem konventionell betriebenen Wagen? Sind diese Fahrzeuge potenziell gefährlicher als Autos mit Verbrennungsmotor?

Der Kommandant der Schwabmünchner Feuerwehr, Stefan Missenhardt, winkt ab: „Der Brand war nicht so außergewöhnlich, wie es auf den ersten Blick ausgesehen hat.“ Die starke Hitzeentwicklung und das komplette Niederbrennen des Fahrzeugs und auch die starke Rauchentwicklung seien relativ normal. Wenn man allerdings direkt am Einsatzort sei, könne man davon durchaus beeindruckt sein. Zusätzlich sei der Brand bereits relativ weit fortgeschritten gewesen, bis die Feuerwehr mit dem Löschen beginnen konnte. Dies wäre der Tatsache geschuldet, dass der Anfahrtsweg relativ lang gewesen sei.

Keine außergewöhnlichen Gefahren bei Hybrid-Autos

Grundsätzlich sieht Missenhardt keine außergewöhnlichen Gefahren bei Hybrid- oder Elektrofahrzeugen. Zur potenziellen Brandgefahr könne man allerdings noch nicht viel sagen. Denn die weitaus meisten Fahrzeugbrände, zu denen die Schwabmünchner Feuerwehr gerufen werde, beträfen konventionelle Fahrzeuge. „Diese sind immer noch weit in der Überzahl, da fallen die paar Hybride kaum ins Gewicht.“

Trotzdem wisse der einzelne Feuerwehrmann vor Ort genau, was zu tun sei. Dies werde in den Übungen immer wieder geschult. Dort werde auch auf die speziellen technischen Merkmale von Elektrofahrzeugen, PKW mit Wasserstoff- oder Gasantrieben eingegangen. Aber auch Brände an Elektrofahrzeugen seien mit Wasser sehr gut zu bekämpfen. Der Gefahr eines Stromschlages begegnen die Einsatzkräfte gelassen. „Wir sind geschult damit umzugehen. Wenn beim Löschen der Sicherheitsabstand eingehalten wird, entstehen keine größeren Probleme.“

Allerdings gibt es bei Fahrzeugen mit verbauten Akkus eine Besonderheit. Wenn so ein Auto in einen Unfall verwickelt ist, besteht die Gefahr, dass ein Akku beschädigt wird. Dieser kann dann auch noch Tage oder sogar Wochen später einen Brand auslösen. Daher gibt es eine Empfehlung, dass beschädigte Hybrid- oder Elektrofahrzeuge im Freien mit Abstand zu brennbaren Materialien gelagert werden sollten. Aber dass von solchen Fahrzeugen eine im Betrieb erheblich gesteigerte Gefahr ausgehe, das wolle er aus der Einsatzerfahrung nicht sagen, so Missenhardt. Es müsse sich kein Besitzer solcher Fahrzeuge Sorgen machen.

Allerdings rät der Schwabmünchner Feuerwehrkommandant, die Rückrufe der Autohersteller bei möglichen technischen Schwachstellen zu beachten. So hatte zuletzt Toyota 32 000 Hybrid-Fahrzeuge wegen technischer Probleme zurückgerufen. Aber generell seien diese Fahrzeuge alleine aufgrund der Bauvorschriften und besonderen Sicherheitseinrichtungen genauso sicher, wie andere auch. Mehr Respekt habe er bei Fahrzeugen mit Flüssiggas. Da könne sich das Gas, weil es schwerer ist als Luft, am Boden sammeln und sich der Brand dann unkontrolliert stark ausbreiten.

Fahrzeugbrände sind eher selten

Generell, so Missenhardt, seien Fahrzeugbrände im Vergleich zur Masse der Autos, die unterwegs sind, eher selten. Im Falle, dass es doch einmal passiert, gibt er folgende Tipps: Ruhe bewahren, anhalten, Fahrzeug gegen Wegrollen sichern, Motorhaubenentriegelung öffnen und das Auto unter Beachtung der Verkehrslage verlassen. Dann über Notruf 112 umgehend die Feuerwehr rufen. „Wenn man den Brand bereits in der Entstehung bemerkt, bleibt meist genügen Zeit.“

Auch für Helfer am Unfallort hat er einen guten Rat: „Sich bei abschüssigen Strecken immer oberhalb des brennenden Fahrzeugs halten. Denn der Brand kann die Bremsen beschädigen und das Fahrzeug wieder unkontrolliert in Bewegung geraten.“

Auch ein handelsüblicher Fahrzeugfeuerlöscher sei durchaus geeignet, einen Brand im Frühstadium zu bekämpfen. Daher plädiert er für das Mitführen von kleinen ABC-Pulverlöschern im Fahrzeug. Aber es gibt noch ein wichtigeres Hilfsmittel, das den Feuerwehren vor allem bei Verkehrsunfällen die Arbeit sehr erleichtert: die Rettungskarte, auf der wichtige technische Daten des Fahrzeugs vermerkt werden. Diese könnten Fahrzeugbesitzer auf der Internetseite des ADAC für ihren speziellen Fahrzeugtyp ausdrucken. Ein Aufkleber auf dem Fahrzeug zeigt dann an, dass eine solche Karte unter der Sonnenblende des Fahrers deponiert ist.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr kann auf der Rettungskarte wichtige Hinweise wie die eingebauten Airbag-Generatoren, die Position der Fahrzeugbatterien oder den Verbau von gehärteten Karosserieteilen erkennen und so die Rettungsarbeiten gezielter durchführen lassen.

Nach einem Test des ADAC in Landsberg würde eine solche Karte in bestimmten Situationen die Rettung von Personen um bis zu zehn Minuten beschleunigen. „Eine Zeitspanne, die sehr lange sein kann, wenn es um Leben und Tod geht“, so Missenhardt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren