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Klosterlechfeld

19.02.2019

Wie geht es mit dem Kloster weiter?

Wie soll das ehemalige Kloster in Klosterlechfeld genutzt werden? Beim Ideenworkshop wurden jetzt hierfür Vorschläge gesammelt.
Bild: Hieronymus Schneider

In dem Jahrhunderte alten Gebäude in Klosterlechfeld herrschen einige Mängel. Bei einem Workshop bringen Bürger ihre Wünsche für die zukünftige Nutzung ein.

Das Kloster ist neben der Wallfahrtskirche ohne jeden Zweifel das Herzstück des Ortes, der ohne diese beiden Bauten nicht entstanden wäre und der deshalb auch Klosterlechfeld heißt. Die Grundsteinlegung des Klosters erfolgte schon drei Jahre nach der Kirche im Jahre 1606. Da ist es kein Wunder, dass umfangreiche Maßnahmen zur Erhaltung anfallen, die von der Pfarrgemeinde getragen werden müssen.

Denn der Franziskanerorden hat das Kloster im Jahr 1993 verlassen. Kirchenpfleger Matthias Kronast erläuterte den 22 Teilnehmern des Workshops im Pfarrsaal des Klosters zunächst die Ausgangssituation und die „Leitplanken“, wie er die Bedingungen nannte. Das ehemalige Kloster bildet mit dem Pfarrbüro, dem Pfarrsaal sowie dem Refektorium und anderen Räumen einen wichtigen Ort für alle Aktivitäten der Pfarrei. Etliche Räume im Obergeschoss, wie die ehemaligen Kemenaten der Mönche, stehen aber leer. Für die Erhaltung der Bausubstanz sind erhebliche Finanzmittel erforderlich, die von der Kirchenstiftung alleine nicht aufgebracht werden können.

Dringende Sanierungsmaßnahmen im ehemaligen Kloster in Klosterlechfeld

Seit einigen Jahren wird die Decke im Refektorium provisorisch mit Balken abgestützt und beim Übergang zur Kirche ist eine Bretterverschalung zum Schutz vor herabfallendem Deckenstuck angebracht. Dies seien jedoch nur die sichtbarsten Mängel, sagte Kronast und zählte etliche dringende Sanierungsmaßnahmen von der Heizung bis zu den Toiletten auf.

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Gleichwohl wurden schon etliche Verbesserungen verwirklicht. „Es genügt aber nicht, nur den Verfall aufzuhalten, sondern wir suchen eine nachhaltige Lösung für die zukünftige Nutzung“, sagte Kronast. Zu den Leitplanken zählen zum einen der Denkmalschutz und zum anderen die Leitlinien des Heiligen Franziskus. Dazu wurde von Pfarrer Thomas Demel mit Seelsorgeangeboten für Trauergruppen unter dem Titel „Herzenswunde“ schon ein Baustein in Richtung eines Zentrums für ganzheitliche Seelsorge gelegt.

Das Kloster als lebendiger Begegnungsort

Die Moderation des Ideenworkshops übernahm Josefine Prinz vom Bistum Augsburg. Sie forderte die Teilnehmer dazu auf, zu überlegen, was sie an ihrem Kloster schätzen und ihre Wünsche zu äußern. „Dabei dürfen Sie ruhig träumen und fantasieren – ohne an Sachzwänge und Kosten zu denken, denn nur so können ganz neue Ideen entstehen“, sagte Prinz und wies darauf hin, dass die Realisierung einen langen Prozess erfordert. Bei den gesammelten Ideen kristallisierte sich der Wunsch nach einem lebendigen Begegnungsort von der Jugend bis zu den Senioren heraus. Die Wiederbelebung der Wallfahrt, die über Jahrhunderte Pilger aus nah und fern angezogen hat, war vielen Teilnehmern wichtig. „Klosterlechfeld war immer offen für Fremde. Das sieht man schon daran, dass es in der Kirche keine Stammplätze wie anderswo gibt“, sagte eine Frau.

Die Vermietung von Räumen für Besinnungstage, Seminare oder auch nur zur persönlichen Auszeit wurde ebenso vorgeschlagen wie die Einrichtung von psychiatrischen Notdiensten. Für den Klostergarten, dessen Anlage ebenfalls denkmalgeschützt ist, wünschten sich viele eine Belebung – möglichst durch den Betrieb eines Cafés oder eines Biergartens. Hierzu hat die Pfarrgemeinde mit dem Klosterlädle und dem monatlichen Biergarten nach dem Gottesdienst schon zarte Anfänge auf Spendenbasis gemacht. Für eine gewerbliche Nutzung müsste aber ein Pächter gesucht werden.

Ein Freundes- und Förderkreis für das Kloster?

Ein sehr konkreter Vorschlag war die Gründung eines Freundes- und Förderkreises, der mit Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren und Veranstaltungen die wirtschaftliche Situation verbessern könnte. Der Bedarf nach einer offenen Begegnungsstätte, in der von der Beratung für Hilfesuchende, über konkrete Seelsorgeangebote bis hin zu Familienfeiern und Treffpunkten für Jugendgruppen Möglichkeiten eröffnet werden, sei in Klosterlechfeld jedenfalls vorhanden. Darin waren sich alle Teilnehmer des Workshops einig.

Die gesammelten Ideen werden vom Kirchenpfleger Matthias Kronast in die Beratungen der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates hinein getragen, um daraus ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Denn nur dann können auch kirchliche und staatliche Fördermittel beantragt werden.

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