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Kreis Augsburg

13.05.2019

Wie kann man das Stauden-Känguru "Knicksy" einfangen?

Ein Känguru mit einem Narkose-Gewehr zu betäuben, ist laut einem Tierarzt nahezu unmöglich.
Bild: Stefanie Dodel (Symbolfoto)

Plus Ein Tierarzt hält einen Schuss mit einem Narkosegewehr für "nahezu unmöglich", um das Stauden-Känguru "Knicksy" zu fangen. Worin die Gefahren liegen.

Das Känguru „Knicksy“, das Ende April im Kaindlhof in Erkhausen (Gemeinde Scherstetten) ausgebüxt war , ist immer noch in den Stauden unterwegs. Ob das Tier, das zur Gattung der Bennett-Wallabys gehört, jemals auf den Hof zurückkehrt, erscheint immer unwahrscheinlicher: Denn es ist völlig unklar, wie das Känguru eingefangen werden kann.

Das Tier mit einem Narkosegewehr zu betäuben, ist laut Tierarzt Dr. Robert Fitz von der Tierklinik Gessertshausen „nahezu unmöglich“. Der Schuss, den nur ein Tierarzt oder ein Jäger mit der entsprechenden Erlaubnis abgeben darf, muss nämlich ganz genau sitzen. Fitz: „Man muss einen etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Fleck am Oberschenkel treffen, wo die großen Muskelpakete sich befinden. Wenn man das nicht schafft, ist die Gefahr groß, dass das Tier tödlich verletzt wird.“ Dafür müsse man aber mindestens 20 bis 30 Meter an das Känguru herankommen und den Schuss von der Seite aus setzen.

Stauden-Känguru: Es dauert, bis die Betäubung wirkt

Ein weiteres Problem ist die Zeit, die bis zur Wirkung der Betäubung vergeht. „Die Narkose braucht rund 15 Minuten, bis sie wirkt. Die Gefahr, dass sich das Tier erschreckt und dann abhaut, ist groß. Dann liegt es betäubt im Gebüsch, sodass auch niemandem geholfen ist“, so der Tierarzt.

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Er und seine Kollegen könnten auch nicht im wahrsten Sinne des Wortes Gewehr bei Fuß stehen, wenn „Knicksy“ in den Stauden mal wieder auftaucht. „Ehe wir dann da sind, ist das Tier möglicherweise wieder weg. Und uns tagelang auf die Lauer legen können wir auch nicht, zumal die Kosten dann ins Unermessliche steigen.“

Außerdem sei der Schuss mit einem Narkosegewehr nicht mit einem gewöhnlichen Schuss vergleichbar, was die Sache weiter erschwert. Fitz: „Der Pfeil hat eine Länge von etwa 20 Zentimetern und beinhaltet drei Milliliter Flüssigkeit. Da ist das Flugverhalten ganz anders als bei einer Kugel.“ Sein Fazit: „Wir würden ja gerne helfen, aber es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, das Tier zu betäuben, ohne es schwer oder gar tödlich zu verletzen.“ Es wurde auch schon darüber diskutiert, das Känguru mit einem Netz einzufangen. Doch dafür müsse man laut dem Tierarzt auf etwa fünf Meter an das Känguru ran kommen, um das Netz auf das Tier zu werfen.

Am 29. April ist Knicksy durch einen Zaun ausgebüxt, in den der Sturm ein Loch gerissen hatte. Schon am 1. Mai hatten Jäger das Känguru in den Staudenwäldern beobachtet uns dies der Polizei gemeldet. Die fürchtete einen Känguru-Tourismus und ist deshalb damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen.

Känguru im Augsburger Land im Staatswald. Aufgenommen vom Waldarbeiter Peter Rieger gestern Nachmittag in den südlichen Stauden.
Bild: Peter Rieger

Stauden-Känguru: Mehr Besucher in den Stauden

Den gab es zumindest teilweise am Wochenende, berichtet der zuständige Jäger Georg Wiedemann. Es seien deutlich mehr Menschen dort unterwegs gewesen, wo das Känguru gesehen worden war. Einige seien sogar mit dem Auto in die Fluren gefahren. Dem Jäger sind aber keine weiteren Sichtungen des Tieres am Wochenende bekannt.

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