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Schwabmünchen

21.07.2015

Windpocken im neuen Asylheim ausgebrochen

Im neuen Asylbewerberheim im Schwabmünchner Gewerbegebiet-Nord sind die Windpocken ausgebrochen. Ein Hinweis an der Tür warnt davor, das Gebäude zu betreten.
Bild: Carmen Janzen

Ein Schild an der Türe der neuen Unterkunft im Schwabmünchner Gewerbegebiet-Nord warnt vor der Viruskrankheit. Aber es gibt weder ein Ausgangs- noch ein Zutrittsverbot.

In der neuen Asylbewerberunterkunft im Schwabmünchner Gewerbegebiet-Nord sind die Windpocken ausgebrochen. Das bestätigte gestern der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Helmut Hübsch auf Anfrage unserer Zeitung. Anfang Juli zogen dort die ersten Asylbewerber ein, bis zu 80 sollen es noch werden. Ein Schild an der Tür der Unterkunft warnt nun Menschen davor, einzutreten, die nicht mindestens zweimal gegen Windpocken geimpft sind und früher noch nicht an dem Virus erkrankt waren. Betroffen ist bislang ein Mann, der sich vermutlich in einer Erstaufnahmeeinrichtung angesteckt hat, bevor er nach Schwabmünchen kam. Zudem gebe es in der Einrichtung „zirka 70 ansteckungsverdächtige Personen“, so Hübsch.

Es gibt Informationsschilder, zudem wurden vorsorglich alle Bewohner, das Personal und Besucher über die Krankheit informiert. Wer kurz vor Bekanntwerden des Falls neu ankam, dem hat das Gesundheitsamt eine geeignete Impfung angeboten. „Ein Teil der Asylbewerber hat dieses Angebot angenommen“, so Hübsch. Weitere Neuaufnahmen wurden bis auf Weiteres ausgesetzt . Den Bewohnern sei zudem geraten worden, den Kontakt zu gefährdeten Personen zu meiden, also zu Säuglingen, Schwangeren oder Immungeschwächten.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen hat die Behörde nicht ergriffen. „Es besteht weder ein Ausgangsverbot für Asylbewerber noch ein Zutrittsverbot in die Asylunterkunft“, so Hübsch. Eine Quarantäne wurde nicht erlassen.

Windpocken im neuen Asylheim ausgebrochen

Anstecken kann man sich mit dem Windpockenvirus namens Varcicella-Zoster durch Anhusten oder Anniesen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, dauert im Normalfall etwa 14 Tage, variiert aber zwischen 8 und 28 Tagen. Dann treten die für diese Krankheit typischen Pusteln am Körper auf, begleitet von Fieber.

Meist sind Kinder betroffen, bei denen die Krankheit üblicherweise komplikationslos verläuft. Bei Erwachsenen kann sie allerdings einen schwereren Verlauf nehmen. Das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann im Alter als Gürtelrose wieder in Erscheinung treten.

Zwar kann man sich leicht mit Windpocken anstecken, aber viele Deutsche sind immun gegen den Virus, weil sie die Krankheit bereits als Kind hatten oder geimpft sind. Es gibt seit Jahrzehnten einen Lebensimpfstoff mit dem Babys ab dem 12. Lebensmonat geimpft werden können. Ab dem Jahr 2004 geborene Kinder sind in der Regel geimpft.

Wer nicht geimpft sei, noch keine Windpocken hatte und zur Gruppe der immungeschwächten Patienten (zum Beispiel nach einer Chemotherapie) gehöre, der solle den Kontakt zu Kindergärten, Schulen und Asylbewerberheimen und Ähnlichem meiden, rät der Leiter des Gesundheitsamtes.

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