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Bürgerversammlung

15.11.2019

Wo Schwabmünchen in Zukunft noch wächst

Mit dem Wohnbaugebiet „Südwest III“ (Grünflächen am unteren rechten Bildrand) wächst die Kommune in den nächsten Jahren weiter.  
Foto: Uwe Bolten

Baustellen und der Verkehr sind die Hauptthemen. Welche Mängel moniert wurden und wie sich die Bürger in Zukunft einbringen können

„Es geht nicht allein darum, dass die Stadt in einzelnen Bereichen wächst, wir müssen es in der Gesamtheit betrachten“, sagte Bürgermeister Lorenz Müller bei der Bürgerversammlung. Er brachte so das neue Gewerbegebiet südlich der Kreisstraße A30 mit der Ausweisung des elf Hektar großen Wohnbaugebiet Südwest III zwischen Badstraße und Südspange in Zusammenhang. „Schwabmünchen braucht dieses neue Gebiet, dessen Grundstücke nach Erschließung durch die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Schwabmünchen deutlich günstiger angeboten werden als im Innenstadtbereich üblich“, sagte Müller. Ebenso starte der Verkauf der Grundstücke im Wohnbaugebiet nördlich der Eschbachstraße in Mittelstetten demnächst.

Der Bürgermeister ging beim Thema Gewerbegebiet auch auf die Wirtschaftskraft der Stadt ein: „Ich glaube nicht, dass die Wirtschaft in Schwabmünchen so einbricht, wie von zahlreichen Fachleuten in der Gesamtschau vorhergesagt wird“, sagte Müller – er ist überzeugt von der hohen Leistungsfähigkeit des Mittelstandes in der Stadt. „Während benachbarte Gemeinden große, externe Firmen ansiedeln, legen wir Wert auf heimische Betriebe, deren Arbeitsplätze nachhaltiger sind“, begründete Müller die Errichtung des Gewerbegebietes südlich der Kreisstraße A30. „Die ausgewiesenen acht Hektar sind nicht nur für den neuen BayWa-Baumarkt da, sondern stehen anderen Interessenten ebenso zur Verfügung“, stellte Müller fest.

Zum Thema Verkehr sagte Müller: „Wir wissen um die Probleme.“ Er folgerte, dass deshalb mehr „Tempo 30“-Zonen errichtet würden. Für das neue Nahmobilitätskonzept der Stadt forderte er die Schwabmünchner auf, sich intensiv einzubringen.

Die Bürger sind gefragt, wenn es am 4. Dezember 2019 in der Stadthalle um die Verkehrssituation geht. In diesem Zusammenhang stellte Müller kurz das Konzept eines Stadtbusses vor, der innerstädtische Bereiche vernetzen und beispielsweise die bessere Erreichbarkeit des Bahnhofes ohne Auto ermöglichen soll.

Das Thema Verkehr nahm bei den Wortmeldungen der rund 150 Gäste der Bürgerversammlung einen großen Raum ein. „Kommt man, egal von welcher Seite, in die Stadt, hören alle Fahrradwege auf“, sagte ein Schwabmünchner. Lorenz Müller versicherte, dass der Rat in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro daran arbeite, dies zu verbessern. „In Tempo-30-Zonen dürfen laut den Vorschriften keine Fahrradstreifen ausgewiesen werden“, sagte er weiter. Da die Mindelheimer- und Bahnhofstraße nicht der Stadt gehörten, ließen sich nachhaltige Konzepte nicht entwickeln. „Wir versuchen, diese Straßen in unsere Trägerschaft zu überführen, natürlich wenn sie in einen entsprechenden Zustand versetzt wurden“, erläuterte er.

Weitere Bürgerbeiträge drehten sich um die Verkehrsbehinderungen durch parkende Groß- und Kleinfahrzeuge auf der Gartenstraße oder angemahnte ständige Geschwindigkeitsübertretungen auf der Burgstraße, die der Bürgermeister zur Überprüfung mit ins Rathaus nahm. Ein Beitrag zur Parksituation in der Stadt richtete sich gegen die deutliche Zunahme der Firmenfahrzeuge auch örtlicher Betriebe, welche die Mitarbeiter mit nach Hause nähmen. „Es kommt einem vor, als ob man im Gewerbegebiet wohnt. Da wäre es wünschenswert, wenn die Verwaltung auf das Gewerbe Einfluss nehmen könnte“, endete er. Besonders deutliche Stimmen kamen zum ruhenden Verkehr im Bereich Holzheystraße und Hochfeldstraße am Friedhof. Müller sagte eine Veränderung zu, da die Neugestaltung der Straße zum Paket der Friedhofserneuerung gehöre und demnächst in Angriff genommen werde.

Die Neugestaltung der Innenstadt sowie die Renovierung des alten Rathauses bildeten einen weiteren großen Themenblock, wobei vom Bürgermeister hauptsächlich die von der Öffentlichkeit wahrgenommene Verzögerung der Maßnahme und die entstehenden Behinderungen thematisiert wurden. Immer wieder versuchte er, die Ursachen zu verdeutlichen. Bürokratische Hürden bei den Fördergeldern, baufachliche Vorgaben, Probleme mit Baufirmen und, insbesondere im Falle des alten Rathauses, der Denkmalschutz, führten und führen zu Verzögerungen. „Wir wollen eine schmucke Innenstadt, dafür lohnt sich der Aufwand“, sagte er.

Heinz Schwarzenbacher, der schon in seiner Fastenpredigt als Bruder Barnabas, die Planungen und die schleppenden Ausführungen aufs Korn genommen hatte, fasste das Unverständnis in einem Satz zusammen: „Sieben Jahre, um zu wissen, wie eine Holzdecke aussieht, ist zu lang“, kommentierte er die Aussagen des Bürgermeisters zur Dachstuhlsanierung des alten Rathauses.

Auch das Thema Innenstadt wurde zum Thema. „Die Fahnen bei Festen sprechen von Schwabmünchen als Einkaufsstadt. Davon kann ich aufgrund der Schließungen nicht mehr viel spüren“, stellte eine Schwabmünchnerin fest. „Mir bereitet es auch Sorge, aber wir können nicht direkt auf die Ladenbesitzer einwirken“, sagte der Bürgermeister, der äußerst zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft äußerte. Sofern die Eigentümer zustimmten, würden Bestrebungen unterstützt, um überregional Betreiber für freie Ladenlokale zu finden.

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